Zukunft des Technoparks auf dem Prüfstand

dzNeue Führungsstruktur

Für Hubertus Ebbers, den in den Ruhestand verabschiedeten Geschäftsführer der Technopark GmbH, ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen, auch wenn das Gelände bestens entwickelt ist.

Kamen

, 16.12.2018, 14:59 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für Hubertus Ebbers, den in den Ruhestand verabschiedeten Geschäftsführer der Technopark GmbH, ist der Strukturwandel noch nicht abgeschlossen, auch wenn das Gelände unter dem Fördergerüst der ehemaligen Zeche „Monopol“ bestens entwickelt ist. Dennoch könnte es sein, dass es künftig keinen Geschäftsführer mehr gibt, der den Strukturwandel antreibt. Die Stadtverwaltung soll jetzt herausfinden, in welcher Struktur die Arbeit unter dem Förderturm weitergehen kann.

Beigeordnete Ingelore Peppmeier hat bis Ende 2019 übergangsweise die Geschäfte übernommen. Montags und mittwochs hat sie dort Termine eingetaktet, um mit Prokuristin Gisela Dahmann und den dort vor Ort tätigen Unternehmen offene Fragen zu klären. Antworten auf die andere offene Frage, in welcher Struktur die Technopark GmbH nach ihrem Intermezzo weiter arbeiten kann, gibt das Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „audalis“. Es hat dazu vier Szenarien entwickelt.

Szenario 1: Die Technopark Kamen GmbH, zurzeit besetzt mit fünf Mitarbeitern, wird aufgelöst. Die Arbeit wird fortan im Rathaus bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt.

Szenario 2: Die Wirtschaftsförderung im Kreis Unna (WFG), die als Gesellschafterin zurzeit mit 24 Prozent an der Technopark GmbH beteiligt ist, übernimmt die Gesellschaft vollständig. Der Einfluss der Stadt Kamen würde sich verringern.

Szenario 3: Die Technopark Kamen GmbH bleibt bestehen, wird aber aus dem Rathaus geführt, wie es zurzeit befristet bis Ende 2019 vorgesehen ist.

Szenario 4: Es wird ein Geschäftsführer bestellt, der wie Hubertus Ebbers die Geschäfte eigenständig führen kann. Eine Ausschreibung der Führungsstelle würde dann im Laufe des kommenden Jahres veröffentlicht.

Welches Modell Zukunft hat, soll eine Untersuchung der Stadtverwaltung ergeben. Die SPD hatte dazu einen Antrag in der jüngsten Sitzung des Stadtrats gestellt und das Rathaus beauftragt, die „Handlungsalternativen sowie die Handlungsempfehlungen zu einer möglichen Umwandlung des Gründer- und Technologiezentrums auf Realisierungsmöglichkeiten zu prüfen“. Durch die befristete Bestellung der Geschäftsführerin bestehe die Chance, so Vorsitzender Daniel Heidler, den Umstrukturierungsprozess positiv zu begleiten und zu lenken, bevor endgültige Weichenstellungen erfolgten.

Bei der möglichen Umstrukturierung geht es auch ums Geld. Der Zuschussbedarf durch die Stadt Kamen sinkt durch die befristete Geschäftsführungsänderung schon jetzt von 230.000 Euro auf 150.000 Euro. Würde weiterhin auf einen festen Geschäftsführer verzichtet werden, könnten erhebliche Einsparpotenziale generiert werden. Allerdings bestünde das Risiko, dass es durch den geringeren Betreuungsaufwand zu Reibungsverlusten vor Ort kommt – und dadurch weniger Erträge verbucht werden. Die Politik wird im kommenden Jahr eine Entscheidung fällen.

Hubertus Ebbers zumindest hat seinen Nachfolgern die Botschaft hinterlassen, auch in Zukunft nicht nachzulassen. „Trotz Vollauslastung habe ich nicht den Eindruck, dass die Arbeit erledigt ist. Der Strukturwandel geht weiter. Das ist ein Dauerprojekt.“

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