Zugeparkte Straßen: Müllabfuhr muss Tonnen stehen lassen

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Die Müllabfuhr kommt derzeit kaum durch: Straßen sind zugeparkt, Tonnen können nicht geleert werden. Oder die Bürger stellen sie gar nicht erst raus. Dabei fällt gerade besonders viel Müll an.

Kamen, Unna, Holzwickede

, 06.04.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Müllwagen-Fahrer der GWA Kommunal sind derzeit nicht zu beneiden. Auch sie bekommen zumindest indirekt eine Folge des Coronavirus zu spüren: Weil seit einigen Wochen deutlich mehr Menschen zuhause sind als sonst, stehen auch mehr Autos in den Wohngebieten. In Siedlungen, wo ohnehin viele Mehrfamilienhäuser stehen oder auch in eng bebauten Neubaugebieten, ist das Durchkommen für die großen Müllfahrzeuge deshalb schwieriger geworden. Und teilweise gar nicht mehr möglich.

Zehn Mal an zwei Tagen kam die Müllabfuhr nicht durch

Am Samstag und am Montag blieben deshalb viele Mülltonnen stehen, wie GWA-Sprecher Andreas Hellmich unserer Redaktion sagte. Zehn Mal sei diese Situation an diesen beiden Tagen aufgetreten, so Hellmich, bezogen auf die Städte Kamen und Unna sowie die Gemeinden Holzwickede und Bönen. In diesen vier Kommunen ist die GWA Kommunal für die Müllabfuhr zuständig.

Müllwagen hat sich festgefahren – Kollege musste zu Hilfe kommen

In Kamen habe sich am Montagmorgen ein Müllwagen in einer zugeparkten Straße dermaßen festgefahren, dass er allein nicht wieder heraus kam. „Ein Kollege musste kommen, um beim Rangieren zu helfen“, so Hellmich weiter.

Für die Müllwagenfahrer ist das natürlich ärgerlich, und mindestens genauso für die Bürger, deren Tonnen nicht geleert werden können. Eine nachträgliche Leerung sei leider nicht möglich. GWA-Sprecher Hellmich appelliert aber auch aus Sicherheitsgründen daran, die Straßen nicht zuzuparken: „Wenn die Feuerwehr nicht mehr durchkommt, wird es gefährlich.“

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Und noch etwas fällt den Mitarbeitern der Müllabfuhr in diesen Tagen auf: Obwohl seit Jahren vor Ostern die Müllabfuhr vorgezogen wird und dies auch im Abfallkalender nachzulesen ist, haben offenbar viele Bürger die Tonnen gar nicht erst zur Leerung bereitgestellt.

Wegen Karfreitag ist die Abfuhr um einen Tag vorgezogen

Die GWA erinnert deshalb daran, dass die Abfuhrtage in dieser Woche wegen des Karfreitags um einen Tag vorgezogen sind. Neben dem Abfallkalender, den jeder Haushalt einmal im Jahr auf Papier erhält, sind alle Termine auch im Internet nachzulesen auf www.gwa-online.de.

Dort steht auch, dass die Wertstoffhöfe und Entsorgungsanlagen für die Bürger wieder geöffnet sind, nachdem sie wegen Corona zwischenzeitlich geschlossen hatten. Was nicht gut war in einer Zeit, in der in vielen Haushalten besonders viel Müll anfällt. Denn für den Frühjahrsputz in Haus, Garage und Garten haben die Menschen gerade besonders viel Zeit.

Andreas Hellmich sagt, dass an den Wertstoffhöfen zwar grundsätzlich wieder alles angenommen werde. Bei zu großem Andrang müssten die Mitarbeiter aber Prioritäten setzen, Grünschnitt werde im Zweifelsfall bevorzugt. „Die Bürger sollten vorher bitte gut überlegen, ob sie jetzt dort hin müssen. Und sich auf Wartezeiten einstellen.“

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