Die Motorradfreunde um Axel Bohde und Uta Schulte übernachteten auf dem Weg nach Italien im Allgäu bei Füssen. Danach ging es weiter an den Comer See.
100 Jahre Moto Guzzi

Zu Moto Guzzi nach Italien: Auf dem Motorrad fühlt Axel Bohde sich frei

Axel Bohde hat schon als Kind von Motorrädern geträumt. Mit Freunden ist der Einzelhändler jetzt für ein Wochenende nach Italien gefahren. Für italienische Lebensfreude und ein besonderes Jubiläum.

Mit 14 Jahren habe ich an der Bahnhofstraße im Erker gesessen und immer auf die Straße geguckt. Da fuhr eine Guzzi vorbei. Wenn ich an den Moment denke, kriege ich heute noch Gänsehaut.“ Wenn der Einzelhändler Axel Bohde von Motorrädern spricht, glänzen seine Augen und er kann nicht aufhören zu grinsen.

Die Leidenschaft für den Motorsport, die er damals beim Beobachten der Straße hatte, ist kein bisschen weniger geworden. Mit 17 Jahren hatte der Kamener seine erste Maschine, mittlerweile besitzt er mehr als eine. Dafür kein Auto – das wäre ihm zu langweilig.

Volker Sekunde, Uta Schulte und ihr Lebensgefährte Axel Bohde (v.l.) bei einer Rast nach der Auffahrt über die Passstrasse oben auf dem Stilfser Joch. © privat © privat

„Das ist wie ein kleines Abendteuer. Das Besondere ist wie beim Fahrradfahren, dass du der Witterung ausgesetzt bist. Man hat keine Kiste um sich herum mit Klimaanlage. Wenn es auf 3000 Metern schattig wird, dann kriegt man das mit. Das ist toll“, schwärmt er.

Mit Freunden fährt er zweimal im Jahr längere Touren – zuletzt ging es für einen besonderen Anlass in die italienische Stadt Mandello del Lario. Dort steht das einzige Werk des Herstellers Moto Guzzi, jener Marke, die Bohde schon als Kind vor seinem Haus vorbeifahren sehen hat.

„Irgendwann ist die Zeit reif für eine Guzzi“

Im Jahr 2019 erfüllte er sich den Traum durch einen Freund. Sein Auto gab er in Zahlung und bekam dafür seine Motor Guzzi. „Ich hatte mich in der Zwischenzeit auf andere Räder eingeschossen, aber ich wusste immer: Irgendwann ist die Zeit reif für eine Guzzi. Der Guzzi-Sound ist Weltklasse.“

Axel Bohde wartet mit seiner V85 TT in Bellagio auf die Fähre, die ihn über den Comer See bringen wird. © privat © privat

Den Klang konnte er jüngst bei dem Trip ins italienische Mandello del Lario genießen. Dort versammelten sich laut Bohde Tausende Guzzi-Fans – zum 100. Jubiläum des Werks. Und das ließen sich Bohde und seine Kamener Motorradfreunde nicht entgehen. Das Werk ist ein ganz Besonderes, denn im Gegensatz zu manch anderem Hersteller habe Guzzi ununterbrochen Motorräder gebaut, erklärt Bohde. „Es gibt nur ganz wenige Firmen, die so lange bauen.“

Und so fuhr Bohde mit seiner Lebensgefährtin Uta Schulte und Freunden nach Italien. Obwohl das 100. Jubiläum wegen der Pandemie aufs nächste Jahr verschoben worden war, war es am Jubiläumswochenende voll an dem Ort beim Comer See. Doch der Ausflug war mehr als der Besuch des Guzzi-Mekka.

Mit dem Motorrad über das Stilfser Joch

Alleine die Fahrt dorthin war dank der Wahl des Verkehrsmittels schon ein Abenteuer. Nach Füssen sei die Gruppe über Land gefahren, berichtet Bohde. „Das macht mehr Spaß.“ Für ihn und seine Lebensgefährtin plus Koffer und Tankrucksack sei es besonders spannend gewesen, im ersten Gang das Stilfser Joch, der höchste Gebirgspass in Italien, zu überqueren. Immerhin wog das Gespann über 400 Kilo.

Ziel erreicht: Das Moto Guzzi-Werk in Mandello del Lario.

Am Comer See, wo die Gruppe unterkam, genoss sie die italienische Lebensfreude, das gute Essen und den Ausblick auf den Comer See, der eingebettet in die Berge vor sich hin glänzte. Es war ein besonderer Ausflug, der schon beim Aufsitzen auf das Gefährt begonnen hat. „Das Besondere am Motorradfahren ist das Gefühl von Freiheit. Die Elemente sagen einem, was Sache ist.“ Woher seine Leidenschaft kommt, weiß er übrigens nicht. „Mein Vater war Taubenzüchter.“

Über die Autorin
Jahrgang 1991. Vom Land in den Ruhrpott, an der TU Dortmund studiert, wohnt jetzt in Bochum. Hat zwei Katzen, liest lieber auf Papier als am Bildschirm. Zu 85 Prozent Vegetarierin, zu 100 Prozent schuhsüchtig.
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Claudia Pott

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