Zoff um Dorfverschönerung in Methler: Jetzt spricht der Nachbar

dzEigentumsverhältnisse „nicht respektiert“

Wertverlust und ein kleineres Grundstück: Das sind die Sorgen, die Ralf J. Weber mit Blick auf die geplante Fassadensanierung des Nachbarhauses hat. Er wohnt seit 30 Jahren direkt nebenan.

Kamen

, 04.08.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ralf J. Weber wohnt seit 30 Jahren in dem malerischen Fachwerkhaus am Lutherplatz, das 1944 wieder ausgebaut wurde und jetzt unter Denkmalschutz steht.

Dass er nun als Buhmann gilt, weil der RV Wanderlust seine Fassadensanierung mit Eichenfachwerk nicht ums Eck seines Vereinsheims herum abschließen kann, ist für ihn nicht nachzuvollziehen. „Man geht mit der neuen Fassade 20 Zentimeter auf mein Grundstück. Das muss man doch klären und schriftlich fixieren. Denn dadurch wird mein Grundstück verkleinert“, sagt der Unternehmer, der von Methler aus seine kleine Firma „decodec“ steuert. Mit ihr hat sich der Raumausstatter auf Raumdecken aus Aluminium-Paneelen und zudem auf Kellertrennwandsysteme spezialisiert.

Gesprächsklima ist offenbar empfindlich gestört

Jetzt trennen ihn und den RV Wanderlust, der eine Fachwerkfassade vor die ehemalige Bäckerei setzten möchte, mehr als nur ein Trennwandsystem. Weber fühlt sich von seinen neuen Nachbarn nur unzureichend über die Pläne, das Vereinsheim besser in das Dorf-Idyll einzupassen, informiert.

Manfred Chytralla, Vorsitzender des RV Wanderlust, kann den Vorwurf nicht verstehen. Er hatte Weber einige Termine vorgeschlagen und auch angeboten, Terminvorschläge anzunehmen. „Sie beklagen sich zu Recht, dass kein ausführliches Gespräch über unser Vorhaben mit Ihnen als direkten Nachbarn geführt wurde. Dies möchten wir gern nachholen und Sie ausführlich informieren“, hieß es in dem Schreiben an Weber. Doch da war das Gesprächsklima offenbar schon nachhaltig gestört.

Die Seitenwand des alten Bäckerei-Gebäudes, in dem der RV Wanderlust sein neues Vereinsheim hat. Der Verein würde die Fassade gern mit Eichenfachwerk verkleiden. Doch der Nachbar verweist darauf, dass dadurch sein Grundstück verkleinert würde.

Die Seitenwand des alten Bäckerei-Gebäudes, in dem der RV Wanderlust sein neues Vereinsheim hat. Der Verein würde die Fassade gern mit Eichenfachwerk verkleiden. Doch der Nachbar verweist darauf, dass dadurch sein Grundstück verkleinert würde. © Privat

Nachbar hat keine Vorbehalte gegen das Projekt an sich

Weber versichert gegenüber unserer Redaktion, dass er keine Vorbehalte gegenüber dem Projekt an sich hat. „Es ist nur so, dass alles seine Richtigkeit haben muss.“ Ein Verkauf des Streifens sei möglich, was über eine Vermessung, Neuberechnung der Gemarkung und notarielle Feststellung gelingen könnte. Ansonsten: „Wenn ich einmal mein Haus verkaufen möchte und da kommt ein pingeliger Interessent: Der stellt ja fest, dass die Grundstücksgrenzen nicht stimmen.“ Er sehe zudem nicht ein, „irgendjemandem Teile meines Grundstückes zu verschenken“. Außerdem lägen ihm seitens des RV keine Informationen vor, wie man an seine denkmalgeschützte Fassade anschließen würde.

RV Wanderlust wird nun lediglich die Front verkleiden

Der RV Wanderlust plant jetzt erst einmal ohne Fassade auf dem Nachbargrundstück, wie Chytralla am Dienstag bestätigte. „Wir machen jetzt nur die Front und werden das Grundstück nicht tangieren.“

Es sei möglich, noch etwas übers Eck zu gehen, zumindest soweit, wie der Bürgersteig reiche.

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Die Stadtverwaltung habe bereits ihr Einverständnis signalisiert, dass die Gebäudefront 15 Zentimeter über den Bürgersteig ragen dürfe. „Der ist an der Stelle mit 2,30 Metern breit genug“, so Chytralla, der am Dienstag mit dem Eigentümer des alten Bäckerei-Gebäudes weitere Einzelheiten festzurren wollte. „Wir brauchen es natürlich schriftlich, dass wir die Fassade nicht zurückbauen müssen, falls es mal einen Eigentümerwechsel gibt“.

Effektvolle Beleuchtung über die Festtage am Lutherplatz

Der RV Wanderlust plant im Übrigen schon die nächste Aktion. Dann soll über Weihnachten und den Jahreswechsel der Lutherplatz effektvoll illuminiert werden. Anschreiben hat Chytralla bereits an die Anwohner verschickt.

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Von zehn Anwohnern habe es acht positive Rückmeldungen gegeben. Auf eine positive Rückmeldung zum Thema Fassadensanierung würde er sich wohl auch noch freuen.

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