Zeugin rückt Polizisten mit Falschaussage vor Gericht in schlechtes Licht

dzGeldstrafe

Nach einem Polizeieinsatz behauptete eine 49-Jährige als Zeugin vor Gericht, ein Mann habe keinen Widerstand geleistet. Das brachte sie nun wegen Falschaussage auf die Anklagebank.

von Sylvia Mönnig

Kamen

, 05.12.2018 / Lesedauer: 2 min

Rückblende: Ein heftiger Streit zwischen ihrem Vermieter und dessen Tochter sorgte im März 2016 dafür, dass die Freundin des Mannes die Polizei rief. Beamte rückten aus und verwiesen ihn der Wohnung. Widerwillig ging er mit und erblickte im Hausflur seine Mieter. Auf die Polizei erweckte er den Eindruck, als wolle er auf die Frau zustürmen, weil er dachte, dass sie den Notruf getätigt habe. Ein Beamter zog ihn zurück. Er klammerte sich an das Geländer und versuchte, eine Polizistin zu schlagen. Die schlug nun selbst zu, um den Widerstand zu brechen. Er fiel und wurde dabei nicht unerheblich verletzt.

Ende 2016 musste er sich wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und versuchter Körperverletzung vor dem Amtsgericht Kamen verantworten. Doch er wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen, präsentierte sich als Opfer polizeilicher Gewalt. Er habe sich nicht gewehrt oder gesperrt und schon gar nicht versucht, zu schlagen. „Ich kann mich doch nicht von Polizisten fast umbringen lassen.“ Das bestätigten seine beiden Mieter im Zeugenstand – allerdings nicht, ohne sich gegenseitig zu widersprechen. Für den damaligen Angeklagten endete der Fall mit 600 Euro Geldstrafe und die Zeugin wurde per Strafbefehl zu 100 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe verurteilt. Sie legte Einspruch ein.

Deshalb befasste sich das Amtsgericht nun erneut mit dem Vorfall und der Verteidiger der 49-Jährigen erklärte, dass sie jetzt nicht mehr aufrechterhalten wolle, dass sich der Mann zu keinem Zeitpunkt gewehrt habe. Das, was die Polizisten getan hätten, sei auf jeden Fall nicht rechtswidrig gewesen. Vielmehr ging es ihm darum, eine Geldstrafe zu erzielen, die nicht im Führungszeugnis auftauchen würde. Dem kam das Gericht nach und verurteilte die bis dato völlig unbescholtene Frau nunmehr zu 90 Tagessätzen à zehn Euro Geldstrafe.

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