Zauberhaftes Engagement macht Magic Mania zum Erfolg

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Die magische Schule begeistert jedes Jahr aufs Neue zahlreiche Zauberschüler. Das bunte Lehrangebot gestalten freiwillige Helfer, die der Langeweile in den Herbstferien den Kampf angesagt haben.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 20.10.2018, 22:50 Uhr / Lesedauer: 3 min

Der Zauberersportunterricht ist vielseitig: An den ersten beiden Tagen haben die Kinder noch verborgene Schätze freigelegt. Nun geht es zum Zauberball, das sei bei den Kindern besonders beliebt, berichtet Darvin Statovci. Der 19-Jährige ist einer von 13 freiwilligen Helfern, die die Unterrichtsstunden der Zauberschule Magic Mania Freizeitzentrum Lüner Höhe (FZ) gemeinsam gestalten.

Kinder wollen Bewegung

Zauberball ist ein Spiel, bei dem die jungen Hexen und Zauberer ihre magischen Fähigkeiten voll einsetzen können. Die Kinder bewegen sich dabei frei in einem Raum, der Zauberer hat den Ball. Wer von dem Ball getroffen wird, wird von dem Zauberer verwandelt, zum Beispiel in ein Tier oder einfach einen Baum. Erst wenn eines der anderen Kinder dreimal um den Verzauberten herum geht oder eine andere Aufgabe erledigt, ist der Spuk beendet. Wer den Ball fängt, ist der neue Zauberer. „Das macht natürlich viel Spaß“, berichtet Statovci. „Hier können die Kinder sehr kreativ mit den Zaubersprüchen werden.“

Ohne die Helfer müssten die Türen der Zauberschule für die rund 80 jungen Teilnehmer geschlossen bleiben, die in der ersten Ferienwoche stattfindet. Das weiß auch Janke Krauße, Sozialarbeiterin im FZ. „Zum Glück sind unsere Helfer sehr zuverlässig. Wir haben eigentlich immer genug Leute, die bei unseren Aktionen mitmachen.“ Die Motivationen sind für die Helfer durchaus unterschiedlich. Statovci absolviert ein Jahrespraktikum, das ihm später den Einstieg in ein entsprechendes Studium erleichtern soll. Welches das genau sein wird, weiß er noch nicht. „Auf jeden Fall etwas im sozialen Bereich und mit Kindern. Ich möchte gerne da helfen, wo Kinder Probleme in ihren Familien haben.“

„Man muss gut improvisieren können.“
Laura Rosenhöfer

Auch Michelle Harcz legt hier den Grundstein für ihre Zukunftspläne. Die 17-Jährige bewirtschaftet die „Magische Tränke“, und vermischt Einhorn- und Heuschreckenblut zu einem erstaunlich wohlschmeckenden Liebes- und Freundschaftstrank. Da stört es auch nicht, wenn das ein oder andere Auge im Getränk schwimmt. Für Harcz ist die Tätigkeit im Freizeitzentrum ein Schritt in Richtung Au-pair-Stelle. „Ich möchte im nächsten Jahr als Au-pair nach San Francisco“, so Harcz. „Dort kann ich dann noch besser Englisch lernen und auch das Land interessiert mich sehr.“ Politisch sei sie von den USA zwar gerade weniger begeistert, verrät sie, „aber da muss ich durch.“ Doch um als Au-pair arbeiten zu dürfen, muss Harcz, die im kommenden Frühjahr ihr Abitur macht, 200 Stunden Arbeit mit Kindern vorweisen können. Deswegen war sie auch schon bei der Aktion „Mini-Kamen“ im Freizeitzentrum mit dabei. Schon mit 15 Jahren habe sie ihre Mutter als Begleitung für ihre jüngere Schwester zu einer Aktion ins FZ geschickt, erinnert sich Harcz. „Danach habe ich hier als Hilfsbetreuerin angefangen und mache das jetzt schon im dritten Jahr.“

Ein Helfer-Urgestein

Ein echtes Urgestein ist auch Sigrid Hinterseer. Sie macht die Arbeit aus reiner Kinderliebe, die eigenen Kinder sind mittlerweile erwachsen. Als Kräuterhexe im Dienst dreht sich bei ihr alles um die heilenden Gewächse. Bei der Wirkungsbeschreibung achtet Hinterseer darauf, dass es kindgerecht bleibt. „Die heilende Wirkung gegen Krebs verschweige ich zum Beispiel“, erklärt sie. „Über solche Dinge müssen sich die Kinder noch keine Gedanken machen.“ Mit der Kinderarbeit habe sie schon beim Deutschen Roten Kreuz angefangen, erinnert sie sich. Die Arbeit mit Kindern mache ihr einfach Spaß und man bekomme auch viel positive Bestätigung zurück. Ein Teil der Kräuter, die hier in Seifen und Lippenbalsamen verschwinden, stammen aus ihrem eigenen Garten.

Improvisieren ist wichtig

Laura Rosenhöfer und Celine Schöttler vermitteln den Kindern ebenfalls praktisches Wissen. Gerade stellen die Kinder Wackelpudding her, der später mit Vanillesoße veredelt wird. Der Vanillepudding vom Morgen ist leider nicht fest geworden. Rosendörfer arbeitet hier für ihr Anerkennungsjahr als Familienpflegerin, alle praktischen Teile hat sie im Freizeitzentrum absolviert. Besonders eines würde die Arbeit hier ausmachen, verrät Rosenhöfer: „Man muss gut improvisieren können.“ Kein Puderzucker für die Hexenhäuser? Auch kein Problem, dann gibt es eben Überraschungsmuffins. Celine Schöttler hilft tatkräftig mit, für die Berufsschülerin ist die Tätigkeit als Hilfsbetreuer reines Vergnügen. „Ich helfe hier bei ganz vielen Aktionen mit, die Arbeit mit den Kindern gefällt mir einfach.“

Die freiwilligen Helfer haben die unterschiedlichsten Motivationen für ihr Engagement. Eines ist ihnen aber allen gemein: Die Begeisterung für die Arbeit mit Kindern, die man hier an jeder Ecke spüren kann.

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