Mit 80.000 glitzernden LED-Lichtern erfreuen Heinz und Ingrid Janzik die Kinder der Lüner Höhe. Der Clou des Kamener Weihnachtshauses sind eine Gartenbahn und Videosequenzen auf der Garagenwand.

von Stefan Milk

Kamen

, 11.12.2019, 16:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der spätere Nachmittag ist derzeit die schönste Tageszeit für Heinz Janzik. Wenn es dämmert, beginnt vor und hinter seinem Haus an der Lüner Höhe in Kamen das ganz große Weihnachtsleuchten.

„Als wir vor rund zehn Jahren das Haus gekauft hatten, stellten wir fest, dass es hier abends ganz schön dunkel ist. Das wollten wir ändern und wir wollten den Kindern in der Nachbarschaft eine Freude machen“, erzählt der 66-jährige schmunzelnd. Damals war er Hausmeister am Gymnasium und schon immer technikbegeistert. Die Schüler liebten die Videoinstallationen in seinem Pausenkiosk. Janzik fuhr schon mit einem Elektroroller über die langen Schulflure, als Verkehrsminister Andreas Scheuer vermutlich mit dem Begriff E-Mobilität noch nicht viel anfangen konnte.

Passanten bleiben staunend stehen

In seinem Haus an der Josef-Rissel-Straße begann Janzik damals gemeinsam mit seiner Frau Ingrid Lichterketten, beleuchtete Figuren und aufwändige Lichteffekte zu installieren. „Die Menschen blieben staunend vor dem Haus stehen, Kinder waren begeistert“, erinnert er sich an die Anfänge seines ungewöhnlichen Hobbys. Inzwischen ist er Rentner und auf dem Grundstück leuchten, blinken und funkeln rund 80.000 LED-Lämpchen.

Für die Installation braucht er vier Wochen, seine Frau nimmt sich in dieser Zeit eine Woche Urlaub, um ihn zu unterstützen. Während er hunderte von Kabelmetern verlegt und einige Dutzend spezieller Steckdosenleisten montiert, kümmert sie sich um die Dekoration im Haus. Doch damit ist es nicht getan. Im Badezimmer hat Janzik auf der Fensterbank einen Hochleistungsbeamer mit Notebook platziert. Damit projiziert er weihnachtliche Motive und Videosequenzen auf die Garagenwand des Nachbarn.

Leuchtfiguren aller Art und eine Gartenbahn

„Die Elektrik muss stimmen“, sagt der versierte Techniker. Und das gilt auch und insbesondere für den Garten. Den schmücken derzeit Dutzende von leuchtenden Figuren aller Art, darunter ein Rentier, auf dem allein 500 LEDs blinken. Zwischen diesen Lichtobjekten sind die Schienen einer elektrischen Garteneisenbahn verlegt. Die Züge, die dort fahren, sind selbstverständlich beleuchtet. Schließt der Besucher dort die Augen, könnte er denken, eine richtige Dampflokomotive führe vorbei, die eingebauten Geräuscheffekte sind täuschend echt.

Allein das Säubern der Schienen, das Schmieren der Achsen und das Warten der Anlage braucht täglich seine Zeit. Doch die investiert Janzik gerne. „Wenn die Kinder mit leuchtenden Augen am Gartenzaun stehen, freut mich das sehr“, sagt er. Und die Begeisterung der Kinder motiviert ihn nicht nur zur Adventszeit. Bereits im Oktober werden Ingrid und Heinz Janzik aktiv. Sie installieren Licht- und Gruseleffekte für den Halloweenabend. Dann ist das Haus Anziehungspunkt für die kleinen und großen Gruselfans an der Lüner Höhe.

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Heinz Janziks Lichterhaus

Mit 80.000 glitzernden LED-Lichtern erfreuen Heinz und Ingrid Janzik die Kinder der Lüner Höhe in Kamen. Der Clou des Kamener Weihnachtshauses sind eine Gartenbahn und Videosequenzen auf der Garagenwand des Nachbarn.
11.12.2019
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Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert, außerdem fährt eine große Eisenbahn durch den Garten.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert, außerdem fährt eine große Eisenbahn durch den Garten.© Stefan Milk
Ingrid Janzik kümmert sich vorwiegend um die Dekoration im Haus wie hier im Wohnzimmer© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert, außerdem fährt eine große Eisenbahn durch den Garten.© Stefan Milk
Am Badezimmerfenster hat Heinz Janzik einen LED-Beamer und ein Notebook installiert, mit denen er weihnachtliche Motive auf die gegenüberliegende Garagenwand projeziert© Stefan Milk
Hier steht Heinz Janzik vor der Garagenwand, auf die er weihnachtliche Motive und Filmsequenzen projeziert.© Stefan Milk
Im Garten fährt nicht nur ein Zug mit einer Dampflok, sondern auch dieser ICE.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert, außerdem fährt eine große Eisenbahn durch den Garten.© Stefan Milk
Ingrid und Heinz Janzik haben in, an und außerhalb ihres Hauses Weihnachtsdekoration mit rund 80.000 LEDs installiert, außerdem fährt eine große Eisenbahn durch den Garten.© Stefan Milk

120 Tütchen mit Süßigkeiten für die Kinder

„In diesem Jahr haben meine Frau und ich 120 Tütchen mit Süßigkeiten für die Kinder der Nachbarn gepackt. Als der Abend zu Ende ging, war keine Tüte mehr übrig“, erzählt er. Wenn Halloween vorbei ist, geht es bald schon an die Planung und den Aufbau des adventlichen Lichtermeers. Das Spektakel endet dann mit einer besonderen Lichtprojektion in der Silvesternacht.

Übrigens sind die Janziks keine Großkunden ihres Energieversorgers. Dank der sparsamen LED-Technik ist der Mehrverbrauch an Strom in der Adventszeit überschaubar. Etwa zehn Kilowattstunden täglich, hat Janzik ermittelt, beträgt der Mehrverbrauch.

Im Januar muss dann alles abgebaut und verstaut werden. Mehrere Räume im Keller und auf dem Dachboden füllt die gigantische Ausrüstung. Und die wächst ständig. „Es macht uns großen Spaß in Baumärkten, Kaufhäusern und im Internet nach neuen, interessanten Lichtobjekten zu suchen“, gibt Janzik zu. Da können die Nachbarn und deren Kindern schon jetzt auf die nächste Saison gespannt sein. Ingrid und Heinz Janzik freuen sich jedenfalls schon jetzt auf die kommenden Aufgaben in ihrem Lichterhaus an der Lüner Höhe in Kamen.

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