Currywurst-Notstand auf dem Wochenmarkt ist beendet

dzWochenmarkt in Kamen

Der Rückzug der Fleischerei Radtke vom Kamener Wochenmarkt löste eine Art Bratwurst-Krise aus. Jetzt ist jemand gefunden, der wieder den Grill anheizt und und fragt: „Nachwürzen?“

Kamen

, 30.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Currywurst kehrt zum Kamener Wochenmarkt zurück. Der Ruhrgebietsklassiker stillt ab diesem Freitag wieder den Heißhunger von Marktbesuchern. Karsten Hinze fährt dazu mit seinem Extrawurst-Mobil vor, einem motorisierten Dreirad mit eingebautem Grill.

Marktkunden vermissen schon seit geraumer Zeit eine Bezugsquelle für den Snack, der gerne auf speziellen Wunsch nachgewürzt wird. Denn die Fleischerei Radtke hat den einzigen Verkaufsstand dieser Art infolge der Corona-Krise vom Wochenmarkt abgezogen. Es herrschte Currywurst-Notstand. Als Retter taucht nun Karsten Hinze auf.

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Der 57 Jahre alte Kamener steht schon jetzt oft außerhalb von Markttagen in der Fußgängerzone, um die knusprige Wurst am Stück oder in mundtauglichen Häppchen zu verkaufen. Dabei fragt er: „Nachwürzen?“

Seinen Namen kennen viele Menschen wahrscheinlich nicht, aber sein grünes Extrawurst-Mobil ist bekannt, weil es sehr auffällig ist. Bei dem Neidobjekt für Grill-Enthusiasten handelt es sich um eine thüringische Spezialanfertigung auf Basis des Kleintransporters Ape der italienischen Motorroller-Marke Piaggio.

Bratwurst-Grill mit 15 PS

Die Reichweite des immerhin mit 15 PS ausgestatteten Roll-Grills bestimmt das Einsatzgebiet des Extrawurst-Mobils. „Aus eigener Kraft fahre ich maximal 20 Kilometer“, sagt Hinze. „Wichtig ist, dass keine Steigungen drin sind.“

So bringt er auch Kunden außerhalb Kamens auf den Geschmack von Wurst aus der Produktion der Kamener Fleischerei Flechsig. Der Imbissverkäufer ist seit sechs Jahren im Geschäft. Außer in der Fußgängerzone ist die rollende Küche oft am Rande von Kamener Kulturveranstaltungen zu sehen. Nur eines fehlte Hinze noch. „Ich werde ab Freitag auf dem Wochenmarkt in Kamen sein“, kündigt er an.

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Standplatz am Rand vorgezogen

Die Stadt Kamen hat ihm jetzt einen Standplatz zugeteilt. Hinze zieht eine Fläche am Rand vor, also nahe an der Grenze, an der die coronabedingte Wochenmarkt-Maskenpflicht endet. Dann brauchen seine Kunden nur ein paar Schritte zu gehen und können in der maskenfreien Zone zubeißen, ohne mit der auf dem Marktgelände geltenden Maskenpflicht in Konflikt zu geraten.

Ein Verzehr am Stand ist mit Verweis auf die Coronaschutz-Regeln untersagt. Den bürokratischen Aufwand, Kontaktlisten zu führen, um den Verzehr am Stand zu erlauben, spart Hinze sich lieber, ähnlich wie auch Suppenkoch Mario Schwiderowski.

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