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„Winziges Hinweisschild“ soll tödlichen Fahrrad-Unfall begünstigt haben

dzRatsherr kritisiert

Der Unfalltod eines Fahrradfahrers hat eine politische Initiative für mehr Verkehrssicherheit an der Lünener Straße ausgelöst. Ratsherr Gunther Heuchel (GAL/Linke) macht konkrete Vorschläge.

Kamen, Bergkamen

, 22.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein 83-jähriger Kamener starb am 26. Februar, als er beim Linksabbiegen von der Lünener Straße auf die Hilsingstraße von einem Auto erfasst wurde. Während die Polizei noch auf ein Sachverständigengutachten wartet, um die Unfallakte 400 UJs 631/19 schließen zu können, wird auf politischer Ebene die Frage diskutiert, ob es in dem Bereich verkehrstechnische Mängel gibt, die den Unfall zumindest begünstigt haben. Der Kamener Ratsherr Gunther Heuchel (parteilos, Mitglied Fraktion Linke/GAL) hat eine Liste mutmaßlicher Mängel erstellt, die der Redaktion vorliegt.

  • Stadtauswärts hinter einer Querungshilfe, auf Bergkamener Stadtgebiet, sei ein Streifen neben der Fahrbahn durch eine Sperrlinie abgetrennt. Dieser Streifen sei allerdings schmaler als auf Kamener Stadtgebiet und nicht mit einem Piktogramm versehen. „Er kann wohl von Radfahrern und Fußgängern bis zum Logistikpark, wo er endet, in beiden Richtungen benutzt werden. Auf diesem Streifen stellen also möglicherweise entgegenkommende Radfahrer eine zusätzliche Gefahr dar“, so Heuchel.
  • Radfahrer mit dem Ziel Weddinghofen, Oberaden oder Lünen, die diesem Weg folgen, sind seiner Einschätzung nach ab dem Logistikpark gezwungen, für ihre Weiterfahrt die Lünener Straße zu benutzen. Wenn der Radweg in Höhe der Querungshilfe enden soll, fehle hier das Gebotszeichen „Radweg Ende“.
  • In Höhe der Querungshilfe gibt es laut Heuchel ein „winziges Hinweisschild“, damit Radfahrer nach links fahren und an der Insel die Straße überqueren. „Wohin dieser Radweg dann führt, ist allerdings nicht erkennbar“, meint Heuchel. „Hier fehlen Schilder mit Nahzielen, wie sie überall im Stadtgebiet zu finden sind. Wichtig wäre es, dass darauf Weddinghofen, Oberaden und Lünen genannt werden, sonst landet man am Logistikpark.“
  • Es fehlen „jegliche Hinweise“ für Autofahrer, dass Radler kreuzen – anders als an anderen Radwegkreuzungen. Als vorbildlich nennt Heuchel die Kreuzung Sesekeradweg/Derner Straße, wo es zudem Tempo 30 gibt.

„Winziges Hinweisschild“ soll tödlichen Fahrrad-Unfall begünstigt haben

Lünener Straße mit Querungshilfe für Radler zum Linksabbiegen auf die Hilsingstraße (hinten links). © Gunther Heuchel

Das Fazit des Ratsherrn: „In der gegenwärtigen Form, also ohne die erforderliche Beschilderung, bildet der Übergang eher eine zusätzliche Gefahr für die Radfahrer.“ Ausdrücklich widerspricht Heuchel dem Fahrradbeauftragten der Stadt Bergkamen, Hans Irmisch. Dieser hatte keine Anzeichen dafür gesehen, dass bauliche Gegebenheiten den Unfall begünstigt haben.

Ratsherr Heuchel war 2018 selbst in Verdacht geraten, ein Verkehrssicherheitsrisiko zu sein. Nachdem er zweimal als Autofahrer vor einer Kita geblitzt worden war, hatte er die Kontrolle öffentlich in einer Ratssitzung beklagt. „Für mich ist da eher keine Gefahrenstelle“, sagte er. Der Erste Beigeordnete Dr. Uwe Liedtke riet ihm: „Fahren sie etwas langsamer.“

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