Winterwelt auf Eis gelegt? Großveranstaltungen sind über die Verbotsfrist hinaus in Gefahr

dzFreizeit in Kamen

Die Winterwelt, Kamens große Veranstaltung auf dem Eis, steht auf der Kippe. Die Corona-Krise nimmt auch Einfluss auf Pläne im Winter. Nur ein schlüssiges Konzept kann die Rettung bedeuten.

Kamen

, 09.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jetzt droht Kamen auch noch der Verlust der Winterwelt in diesem Jahr. Nachdem die Verbotsfrist für Großveranstaltungen am Mittwoch auf den 31. Oktober verlängert wurde, geht der Blick der städtischen Veranstaltungsplaner schon in den Winter und auch ins neue Jahr. „Wenn man bedenkt, dass große Kulturveranstaltungen mit einem Vorlauf von einem bis anderthalb Jahren geplant werden, dann gibt es noch viele Fragezeichen“, sagt Stadtsprecher Rüdiger Büscher mit Blick auf die unbefriedigende Situation für die Kulturplaner.

Die Pflaumenkirmes in Methler wird in diesem Jahr ausfallen, genauso wie der Severinsmarkt, Kamens große Innenstadtkirmes.

Das Aus ist besiegelt: Die Pflaumenkirmes in Methler wird in diesem Jahr nicht stattfinden. © Stefan Milk

Tragfähiges Hygienekonzept notwendig

„Zurzeit ist es völlig offen, ob wir die Winterwelt veranstalten können“, sagt Büscher. Die Prüfung läuft. Dazu zählt die Frage, ob es möglich ist, ein tragfähiges Hygiene- und Sicherheitskonzept zu erstellen. Kernprogramm der Winterwelt ist bekanntlich die Kamener Stadtmeisterschaft im Eisstockschießen mit zuletzt 180 Mannschaften.

Vorteil in Corona-Zeiten: Die Winterwelt findet, abgesehen von dem Betrieb in der Almhütte, unter freiem Himmel statt. Nachteil: Der Zeitpunkt, weil erwartet wird, dass sich das Virus im Winter wieder stärker vermehren kann.

Abstimmung erfolgt mit dem Eisbahn-Betreiber

Die Winterwelt startet in der Regel bereits in der letzten Novemberwoche. In diesem Jahr wäre das der 30. November. Dann folgen üblicherweise sechs Wochen Spaß, Wettbewerb und Aktion auf dem Eis, in Kombination mit der Almhütte von Hüttenwirt Michael Glöckner. Ein kleiner Adventsmarkt, beschränkt auf wenige Tage, feierte voriges Jahr auf dem Willy-Brandt-Platz Premiere und sollte eigentlich wiederholt werden. Auch dieser ist fraglich.

Jetzt schließt sich die Stadtverwaltung auch mit dem Eisbahnbetreiber „inter event“ kurz, um die Situation besser einschätzen zu können. „Dieser stellt ja Eisbahnen europaweit auf und bereitet sich entsprechend auf die Wintersaison vor“, so Büscher. Wird die Winterwelt stattfinden? „Wir wollen es versuchen“, so Büscher.

Auch der Severinsmarkt, Kamens große Innenstadtkirmes, wurde abgesagt.

Auch der Severinsmarkt, Kamens große Innenstadtkirmes, wurde abgesagt. © Marcel Drawe

Das Aus für Pflaumenkirmes und Severinsmarkt ist besiegelt

Während die Winterwelt womöglich noch stattfinden kann, ist das Aus für zwei traditionsreiche Kirmessen seit Mittwoch besiegelt.

Sowohl die Pflaumenkirmes in Methler, geplant vom 18. bis 21. September, als auch der vom 16. bis 19. Oktober in der Innenstadt geplante Severinsmarkt sind nun abgesagt worden.

„Sie reihen sich somit in die große Zahl der abgesagten Veranstaltungen ein, die den Corona-Auflagen zum Opfer gefallen sind“, so Büscher. In der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vom 6. Juli wurde das Verbot großer Festveranstaltungen, wie Schützenfeste, Weinfeste, Straßenfeste und auch Kirmessen bis einschließlich 31. Oktober verlängert. Büscher: „Insofern konnte die Stadt Kamen nun nicht anders, als auch diese beiden Kirmessen abzusagen.“

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