Wild rangierende Elterntaxis: Auch die Polizei zeigt jetzt vor Schulen mehr Präsenz

dzPolizei

Mehr Sicherheit vor den Schulen durch weniger wild rangierende Fahrzeuge, aus denen Schüler heraus springen. Nicht nur die Stadtverwaltung wird mehr Präsenz zeigen, sondern auch die Polizei.

Kamen

, 17.01.2020, 11:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nicht nur die Mitarbeiter der Stadtverwaltung, auch die Polizei widmet sich verstärkt dem Phänomen „Elterntaxi“. Wenn die fünf Kräfte der Stadt Kamen ab Februar die Verkehrssituation vor den örtlichen Schulen verstärkt in den Blick nehmen, dann kann sie auch auf die Hilfe der Kreispolizei setzen.

„Wir werden an den Schulen unser Engagement in diesem Jahr verstärken“, kündigte am Donnerstag Thomas Stoltefuß, Leiter des Verkehrsdienstes, an. In Kamen sei dazu jetzt eine Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Schule geschlossen worden.

Wild rangierende Elterntaxis: Auch die Polizei zeigt jetzt vor Schulen mehr Präsenz

Falsch parken auf Behindertenparkplätzen, vor Rettungswegen oder in zweiter Reihe. All das kommt vor beim Hol- und Bringverkehr der sogenannten „Elterntaxis“ an den Kamener Schulen. Ab Februar werden die fünf Mitarbeiter der Stadt einen genaueren Blick auf dortige Verstöße im ruhenden Verkehr werfen. Auch die Polizei verstärkt ihre Präsenz. © Stefan Milk

Unübersichtliche Verkehrsituation zu den Hol- und Bringzeiten

Der Verkehrsexperte sieht die Aufgabe der Polizei darin, die örtlichen Schulen und die Stadt Kamen in ihren Bemühungen zu unterstützen, die teils unübersichtliche Verkehrsituation zu den Hol- und Bringzeiten zu verbessern.

Das frühmorgendliche Bild vor den Schulen ist oft chaotisch: Nicht nur, weil viel Verkehr ist. Sondern weil sich einige Eltern nicht an die Verkehrsregeln halten. Es wird auf Bürgersteigen gehalten, Rettungswege werden versperrt, zudem in zweiter Reihe geparkt oder im absoluten Halteverbot angebremst. „Wir wollen aber nicht gleich sanktionieren und Verwarnungsgelder verhängen“, so Stoltefuß. Die Beamten wollen vielmehr die Eltern dafür sensibilisieren, welche Alternativen es gibt. „Es geht nicht nur um Kontrolle und Repressionen.“

Wild rangierende Elterntaxis: Auch die Polizei zeigt jetzt vor Schulen mehr Präsenz

An der Straße Ostfeld hinter der Astrid-Lindgren-Schule gilt jetzt ein absolutes Halteverbot am Morgen und am Mittag. Anwohner hatten sich über die Situation beschwert. © Stefan Milk

Gespräche, Aufklärung, aber auch Bußgelder

Auch die Stadt Kamen hat angekündigt, auf Gespräche und Aufklärung zu setzen - aber nicht nur: „Wer falsch parkt, der kriegt eine entsprechende Verwarnung, wie in anderen Fällen von Falschparken auch“, so Markus Höper, Leiter des Fachbereichs Schule und Sport.

Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, entsprechende Bußgelder ab 15 Euro auszustellen. Ab Februar sollen die Kontrollen beginnen, um für mehr Ordnung vor den Schulen zu sorgen, in der Hoffnung auch Einsicht bei den chauffierenden Eltern zu erzeugen. „Es geht nicht darum abzukassieren, sondern darum, Einsicht für mehr Verkehrssicherheit zu erreichen“, so formulierte Stadtsprecher Peter Büttner.

Wild rangierende Elterntaxis: Auch die Polizei zeigt jetzt vor Schulen mehr Präsenz

Thomas Stoltefuß, Leiter des Verkehrdiensts der Kreispolizei (r., hier mit Michael Jahrn), will verstärkt die Situation vor den Schulen des Kreises Unna in den Blick nehmen. © Sebastian Pähler

„Geknubbel“ auf den Straßen direkt vor Schulbeginn

Stoltefuß weiß, dass es vor allem morgens zu Schulbeginn oft ein „Geknubbel“ gibt, wie er sagt. „Es wird schlecht geparkt, oft auf den Gehwegen.“ Auch wenn das vordergründig nicht als gefährlich wirke, sei es das doch. „Es entstehen Staus vor den Kurven, die schlecht zu erkennen sind, da werden Ampelphasen nicht geschafft.“

Je enger es werde, desto problematischer sei es. Zwar sei es direkt vor den Schulen vordergründig sicherer, wenn nur Schrittgeschwindigkeit möglich ist. „Aber das gilt auch für den Stau auf der Autobahn; aber nicht für das Stauende, wo es sehr gefährlich werden kann - und so ist es auch vor den Schulen.“

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Polizei will Eltern nicht belehren

Stoltefuß will die Eltern nicht belehren, wie sie mit dem Transport ihrer Kinder umgehen. „Dass die Sicherheit ihrer Kinder Vorrang hat, ist verständlich.“ Dennoch sei es nicht möglich, die Kinder direkt bis auf den Schulhof zu fahren, wie das zuweilen vorkomme. „Das wird einfach zu eng.“

Deswegen ginge es immer darum, auch Alternativen zu zeigen - wie an der Astrid-Lindgren-Schule, wo auf der von Eltern viel genutzten Stichstraße „Ostfeld“ zu den Stoßzeiten ein absolutes Halteverbot verhängt wurde - mit Verweis auf die Pröbstingstraße, wo ein sicheres Halten möglich sei.

Ein Patentrezept gebe es nicht. Stoltefuß: „Da muss man für jede Schule einzeln gucken - und das wird vor Ort auch getan. Der Einsatz der Schulen, um die Situation zu verbessern, ist toll.“

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