Wie man richtig vorliest

dzAuf der Spur der der Edelsteine

Der Gedanke an die Kindheit ist für viele Menschen untrennbar mit den Geschichten verbunden, die einem Eltern oder Großeltern erzählt haben. Doch auch das richtige Vorlesen ist wichtig.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 12.11.2018, 12:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Gedanke an die Kindheit ist für viele Menschen untrennbar mit den spannenden Geschichten verbunden, die einem Eltern oder Großeltern erzählt haben – egal ob „Hänsel und Gretel“, die kleine Maus „Frederick“ oder „Der Grüffelo“.

Es waren nicht allein die Geschichten, die fesselten, sondern auch die Art und Weise, wie sie erzählt wurden. Was man tun kann, um die Erzählungen für die Zuhörer noch spannender zu gestalten, verriet am Samstag Literaturpädagogin Sabine Schulz in der Stadtbücherei bei ihrem Seminar „Vorlesen heißt verzaubern“.

Zugegeben, die Geschichte, die die Teilnehmer des Seminars zusammenspinnen, ist noch etwas holprig. Eine Schulklasse ist in einem Wald unterwegs, in dem eine Hexe lebt. Die Lehrer freuen sich schon auf das Wochenende, als König Drosselbart vorbeigeritten kommt. Eine Spur aus Edelsteinen führt zu seinem Schloss, und Feen sind auch mit dabei. Es ist so unzusammenhängend, wie es klingt, doch die Übung hat einen Sinn. Sabine Schulz hat Pappteller verteilt, auf denen ganz unterschiedliche Worte geschrieben stehen. Diese müssen die rund 15 Teilnehmer verwenden, als sie versuchen, daraus gemeinsam eine zusammenhängende Geschichte zu formen.

In ihrem Seminar vermittelt Schulz Techniken, wie die Teilnehmer das Vorlesen aus einem Bilderbuch noch spannender gestalten können. Die „Geschichtenteller“ seien eine gute Übung, die Kinder auf eine Geschichte vorzubereiten und die Aufmerksamkeit zu steigern. Und auch das freie Erzählen wird hier trainiert.

Denn nicht alle Bilderbücher haben viel Text. So gibt es einige Bücher, die ganz bewusst auf Beschreibung verzichten. „Die Bilder sind hier sehr reichhaltig gestaltet“, erklärt Schulz. „So können sie gemeinsam mit den Kindern ganz eigene Geschichten entdecken und erzählen.“

Viele der Teilnehmer am Samstag spielen mit dem Gedanken, Lesepaten zu werden, so auch Ulrike Heinicke. „Das Seminar ist da äußerst hilfreich“, sagt sie. „Die Informationsfülle ist so groß, dass man fast einen zweiten Termin bräuchte.“ Petra Zeugner arbeitet in der Seniorenbetreuung, viele der Infos seien aber auch für ihre Arbeit wichtig. „Dinge, wie das richtige Sprechen und wie man die Geschichte nonverbal kommuniziert, sind auch bei der Seniorenarbeit sehr relevant.“

Zum Abschluss gibt es noch eine pantomimische Übung, bei der die Teilnehmer einen Begriff darstellen. Denn auch die Körpersprache kann viel Emotionen transportieren. Schulz rät: „Hier ist es oft besser, wenn die Kinder auf Stühlen anstatt dem Boden sitzen. Wenn ich mich zum Beispiel groß mache für den großen, bösen Wolf, ist das für die Kinder sonst schnell zu viel.“

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