Wie ein Posaunenchor ohne Instrumente eine Erfolgsgeschichte startet

dzFestkonzert Margaretenkirche

Ein Posaunenchor ohne Instrumente: Bevor das erste Mal geblasen wird, geht es an das Notenlernen. Erst dann treffen die langersehnten Instrumente ein. Keine neuen, sondern reparierte.

Kamen

, 04.10.2019, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Keine Instrumente und auch keine vertieften Kenntnisse des Notensystems. Unter denkbar schwierigen Verhältnissen vollzieht sich die Gründung des Posaunenchors Methler. Die Initiative von Pfarrer Echternkamp ist 90 Jahre her. Am Samstag, 12. Oktober, wird an die Gründungstage erinnert. Dann feiert der Chor sein 90-jähriges Bestehen mit einem Festkonzert in der Margaretenkirche, das um 16 Uhr beginnt. Der Eintritt ist frei.

Stark beschädigte Instrumente repariert

Ein Posaunenchor ohne Instrumente: Bevor das erste Mal geblasen wird, geht es im Jahr 1929 an das Notenlernen. Zunächst treffen sich die Musiker zweimal wöchentlich in der Pastorenwohnung zum Erlernen des Notensystems, bis dann Anfang Januar 1930 die langersehnten reparierten Instrumente zur Verfügung stehen. Die Instrumente sind, wenn auch stark beschädigt, noch von einem früheren Posaunenchor vorhanden, der 1913 von Pastor Richter gegründet wurde.

Wie ein Posaunenchor ohne Instrumente eine Erfolgsgeschichte startet

Der Posaunenchor Methler hat eine wechselvolle Geschichte. Er wurde vor 90 Jahren gegründet und startete mit reparierten Instrumenten. © Kirchenkreis Unna

Ostern 1930 hat der Chor dann den ersten Auftritt

Gründungsmitglieder des neuen Chors sind Ernst von Bodelschwingh, Hans Kepper, August Althoff, Fritz Koch, Heinrich Meinks und Otto Jerneitzig. Ostern 1930 hat der Chor dann den ersten Auftritt in der Kirche. „Bis 1934 war es ein sehr aktiver Posaunenchor. Man nahm unter dem Dirigenten Hans Kepper an vielen Veranstaltungen teil“, berichtet Chormitglied Britta Locke. So wurde Heiligabend 1930 das Kurrendeblasen eingeführt, Kreisproben fanden mit vielen anderen Chören statt, Gottesdienste wurden musikalisch umrahmt.

Während der Nazi-Zeit und des Zweiten Weltkrieges wurde der Betrieb eingestellt. Erst am Heiligen Abend 1945 lebte der Chor wieder auf. Hans Kepper leitete den Chor noch bis 1956, dann folgte von 1956 bis 1971 Willi Borchardt, von 1972 von 1983 Willi Buschmann. Seit 1983 leitet Heinz-Herbert Holtmann den Posaunenchor ehrenamtlich - das sind mehr als 35 Jahre.

Proben jetzt im Bodelschwinghhaus

Jetzt proben die Musiker im Bodelschwinghhaus. Sie haben über das Jahr verteilt viele Einsätze. Dazu gehören unter anderem Gottesdienste, Gemeindefeste, Martinsumzüge, Kirmeseröffnung, Geburtstagsständchen und vieles mehr.

Zurzeit setzt sich der Posaunenchor aus 14 aktiven Bläsern zwischen 19 und fast 75 Jahren zusammen. „Und so sind wir auch mit 90 Jahren ein junger Posaunenchor mit einer großen Altersspanne, der zum Lob und zur Ehre Gottes spielt“, so Locke. Im Festkonzert, bei dem das Bläserensemble SELK mitwirkt, erklingen unter anderem Werke von Johann Christian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy und Ludovico Vidiana.

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