Wer eine leere Wasserflasche hat, soll in Kamen kostenloses Trinkwasser bekommen

Umweltschutz

Fast exakt zwei Jahre, nachdem das Refill-Projekt in Hamburg gestartet ist, soll auch Kamen Teil davon werden. Das fordert die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einem politischen Antrag.

Kamen

, 27.03.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer eine leere Wasserflasche hat, soll in Kamen kostenloses Trinkwasser bekommen

Kostenloses Wasser in die mitgebrachte Flasche gibt es bei Refill-Standorten. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen möchte, dass kamen zur Refill-Stadt wird und so auch ein Zeichen für den Umweltschutz setzt. © Stefan Milk

Das Prinzip ist denkbar einfach: Wer eine leere Flasche dabei hat, kann sie an Orten, die als Refill-Station gekennzeichnet sind, kostenlos mit Leitungswasser auffüllen lassen. In Kamen ist das zumindest über das Projekt Refill Deutschland noch nicht möglich. Die Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen will das ändern.

Fraktionssprecherin Anke Dörlemann hat einen entsprechenden Antrag an Kamens Bürgermeisterin Elke Kappen gerichtet. Wunsch der Grünen ist es, dass Kamen zur anerkannten Refill-Stadt wird. In die Hand nehmen soll diese Aufgabe der Klimaschutzmanager.

Grundsätzlich kann schon jetzt jedes interessierte Geschäft, jede Gastronomie oder öffentliche Einrichtung Refill-Station werden. Erforderlich ist nur ein Aufkleber an der Tür und eine entsprechende Registrierung bei Refill Deutschland. Die Grünen wollen aber eine Bündelung bei einer Person, die dann Verteilerorte sucht. Außerdem wäre diese dafür verantwortlich, Stationen einzutragen und Anfragen zu beantworten.

Wer eine leere Wasserflasche hat, soll in Kamen kostenloses Trinkwasser bekommen

Mit solchen Aufklebern können Geschäfte, Gastronomiebetriebe oder öffentliche Einrichtungen deutlich machen, dass sie als Refill-Station mitgebrachte Flaschen kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. © Refill Deutschland

Die Partei Bündnis 90/Die Grünen steckt in einem Dilemma: Sie kann selbst nicht die Rolle des Organisators unternehmen, da Refill Deutschland großen Wert auf seine Unabhängigkeit legt. Unternehmen, Vereine, Gruppen oder Parteien können wegen ihrer Eigeninteressen nicht zu Organisatoren werden. Und so sind es in der Regel Privatpersonen oder Klimaschutzmanager von Städten, die diese Aufgabe übernehmen.

Das Projekt hat nicht nur die Müllvermeidung und den damit verbunden Umweltschutz zum Ziel. Auch die Bedeutung von Leitungswasser als Trinkwasser soll gestärkt werden. „Kein anderes Lebensmittel wird derart gut überwacht – auch nicht die Wasserbrunnen der Mineralwasserindustrie“, erklärt Anke Dörlemann in ihrem Antrag, der am 11. April im Umwelt- und Klimaschutzausschuss behandelt werden soll.

Vorbilder im Kreis Unna

Refill-Stadt wäre Kamen, wenn es gelingen würde, 20 Refill-Stationen zu installieren. Im Kreis Unna ist Schwerte bereits als Refill-Stadt anerkannt. In Unna und Lünen gibt es zumindest einzelne Refill-Stationen.

Je mehr Projektpartner sich finden, desto geringer wird der Aufwand für jede einzelne Refill-Station, weil Interessierte mehr Auswahl haben. Ein engmaschiges Netz würde die Verlässlichkeit zudem erhöhen.

Interessierte finden die jeweils nächsten Refill-Stationen über die Internetseite refill-deutschland.de. Eine App gibt es aus Kostengründen nicht.

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