Weniger Gefahr durch Lkw der Autobahnmeisterei: Neue Technik bringt Fortschritt für Radfahrer

dzRadfahren und Lastverkehr

Neue Technik, mehr Sicherheit: Fünf Lastwagen der Autobahnmeisterei sind nun mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet. Radler, die sich im toten Winkel befinden, sind dadurch sichtbar.

Kamen

, 12.07.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr Sicherheit für Radfahrer durch zusätzliche Technik an den schweren Lastwagen der Autobahnmeisterei Kamen. Alle fünf Lkw sind jetzt mit einem sogenannten Abbiegeassistenten ausgestattet worden.

„Dieses Warnsystem weist den Straßenwärter am Steuer auf Radfahrer und Fußgänger hin, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs befinden“, so Markus Miglietti, Sprecher des Landesbetriebs „Straßen NRW“, der die Autobahnmeisterei im Gewerbegebiet Zollpost, direkt hinter dem Baumarkt „Hornbach“, betreibt. Das Ziel: weniger Abbiegeunfälle, mehr Verkehrssicherheit.

Fünf Lastwagen der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Kamen haben jetzt den Abbiegeassistenten. Dieses Warnsystem weist den Straßenwärter am Steuer auf Radfahrer und Fußgänger hin, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs befinden. Das Ziel: weniger Abbiegeunfälle, mehr Verkehrssicherheit.

Fünf Lastwagen der Straßen.NRW-Autobahnmeisterei Kamen haben jetzt den Abbiegeassistenten. Dieses Warnsystem weist den Straßenwärter am Steuer auf Radfahrer und Fußgänger hin, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs befinden. Das Ziel: weniger Abbiegeunfälle, mehr Verkehrssicherheit. © Straßen NRW

Beim Abbiegen zwei bis drei Mal umgeschaut

„Das ist ein Riesenschritt für Radfahrer und Fußgänger, aber auch für uns Fahrer. Ein deutlicher Punkt für mehr Sicherheit.“ Das sagte Michael Hölscher, der seit über 30 Jahren für die Straßen.NRW-Straßenmeisterei Marl mit dem Lastwagen unterwegs ist. Auch dort hat man die Straßen.NRW-Laster umgerüstet. Hölscher kennt die Situationen beim Abbiegen, bei denen er zwei- oder gar dreimal schaut, ob er auch niemanden übersehen hat. Insgesamt erhalten etwa 300 Lkw im Straßenunterhaltungsdienst von Straßen.NRW den elektronischen Helfer.

Die Firma Kissling in Mülheim bringim Auftrag von Straßen.NRW Abbiegeassistenten an ca. 300 Fahrzeugen an. Vorne rechts am Lkw ist die Kamera angebracht. Sie beobachtet sowohl den „toten Winkel“ als auch den gesamten Bereich neben dem Lkw, sobald der Blinker gesetzt oder das Lenkrad eingeschlagen wird.

Die Firma Kissling in Mülheim bringt im Auftrag von Straßen.NRW Abbiegeassistenten an ca. 300 Fahrzeugen an. Vorne rechts am Lkw ist die Kamera angebracht. Sie beobachtet sowohl den „toten Winkel“ als auch den gesamten Bereich neben dem Lkw, sobald der Blinker gesetzt oder das Lenkrad eingeschlagen wird. © Straßen NRW

Sobald der Fahrer den Blinker rechts setzt

Das System besteht aus vier Ultraschallsensoren, die Bewegungen neben dem Fahrzeug registrieren, sowie aus einer Kamera, die vorne rechts in der Fahrerkabine verbaut ist. Es wird aktiviert, sobald der Fahrer den Blinker rechts setzt oder das Lenkrad um mehr als zehn Grad nach rechts einschlägt. „Dies geschieht allerdings nur dann, wenn der Lkw steht oder langsamer als 30 Stundenkilometer fährt“, erläutert Miglietti. Ein in der Fahrerkabine installierter Monitor zeigt den „Toten Winkel“ sowie den gesamten Bereich neben dem Fahrzeug.

Werden Fußgänger oder Radfahrer von den Sensoren erfasst, warnt den Fahrer zusätzlich ein akustisches Signal. Ein Abbiegeassistent kostet inklusive Einbau knapp 2.300 Euro. Die Nachrüstung der Lkw wurde aus Bundesmitteln finanziert.

Durchschnittlich sterben jeden Monat drei Radfahrer

Der Umbau hat freilich einen ernsten Hintergrund: Durchschnittlich sterben in Deutschland jeden Monat drei Radfahrer bei Unfällen mit rechts abbiegenden Lastwagen, weil die Fahrer Radler aus dem Cockpit heraus nur schwer erkennen können. Der Schutz gilt im Übrigen auch den Lkw-Fahrern. „Wir sehen uns auch in der Pflicht, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor den traumatischen Folgen eines solchen Unfalls zu schützen“, so Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek.

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