Weihnachtsgeld bei Vahle fließt trotz der Corona-Krise

dzWirtschaft

Vielen Unternehmen geht es in der Corona-Krise schlecht. Das Kamener Unternehmen Vahle hat zwar Stellen abgebaut, kommt aber glimpflich davon. Streichungen auf dem Gehaltszettel sind kein Thema.

Kamen

, 19.11.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Beim größten Kamener Industriebetrieb Vahle gibt es trotz Stellenabbau einen Lichtblick. Die Kurzarbeit ist nun drei Monate überwunden, und obwohl das Unternehmen unter dem Eindruck der Corona-Krise eine Umstrukturierung beschleunigen musste, gibt es keine finanziellen Einbußen für die verbleibenden Mitarbeiter.

Ungeachtet der Corona-Krise ist in diesen Tagen das Weihnachtsgeld auf dem Konto der Vahle-Mitarbeiter eingegangen. Sowohl ein Firmensprecher als auch der Betriebsrat bestätigen, dass die Jahresleistung geflossen ist. Betriebsratsvorsitzender Dietmar Hupe betont, dass Vahle tarifgebunden ist und entsprechende tarifliche Zulagen zahlt, dazu gehören das sogenannte Weihnachtsgeld und das Urlaubsgeld. Diese hätten nicht zur Disposition gestanden.

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Der sozialverträgliche Abbau von 84 Stellen bei der Paul Vahle GmbH & Co. KG wurde Anfang September in einem Interessenausgleich zwischen Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern vertraglich besiegelt.

Zum 1. Oktober trennte sich Vahle in diesem Rahmen von rund 25 Mitarbeitern, die in eine Transfergesellschaft wechselten. Weitere rund 20 Mitarbeiter, die vor dem Rentenalter stehen, scheiden bis spätestens Ende nächsten Jahres aus. Rund 20 Mitarbeiter nutzen in den nächsten Monaten ein sogenanntes Freiwilligenprogramm. Die restlichen Beschäftigten sind von auslaufenden Zeitverträgen betroffen.

Vahle hatte im Mai verkündet, 100 Stellen abbauen zu wollen und dies unter anderem mit den Auswirkungen der Corona-Krise begründet. Im Juni wurde an der Westicker Straße Kurzarbeit angemeldet. Der Zeitraum, in dem Vahle rückwirkend Kurzarbeitergeld beantragen kann, ist jetzt ausgelaufen.

Außer den vom Sozialplan erfassten 84 Stellen wurden im Zuge der Neustrukturierung bereits rund 16 Stellen abgebaut, so dass es unter dem Strich bei 100 Stellen weniger geblieben ist. Die Einschnitte betreffen die Standorte Kamen und Dortmund, letzterer soll zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt geschlossen werden.

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Von den mehr als 750 Mitarbeitern weltweit sind noch etwa 600 an den deutschen Standorten in Kamen und Dortmund sowie in zwölf nationalen Vertriebsbüros tätig. Dazu gehören 45 Auszubildende, von denen 14 im August angefangen haben.

Vahle ist Systemanbieter für mobile Strom- und Datenübertragungen zum Beispiel für Hafenkrane, Maschinen, Aufzüge, Bahnen und Vergnügungsparks.

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