Was das zweite beitragsfreie Kita-Jahr für Eltern brächte

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Die schwarz-gelbe Landesregierung will ein zweites beitragsfreies Kindergartenjahr einführen. Was bedeuten die Pläne für Kamener Eltern? Sie zahlen bislang bis zu 6372 Euro jährlich.

Kamen

, 22.01.2019, 14:19 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Platz in der Schule ist kostenlos, aber für einen Platz im Kindergarten müssen Eltern bezahlen – mit Ausnahme des letzten Jahrs vor der Einschulung. Die schwarz-gelbe Landesregierung will ab 2020/21 ein zweites beitragsfreies Kindergartenjahr einführen. Was bedeutet das für Kamener Eltern?

In der Sesekestadt sind die Beiträge nach dem Einkommen der Eltern, nach den Betreuungszeiten und nach den Altersgruppen der Kinder gestaffelt. Wer weniger als 17.500 Euro im Jahr verdient, kann sein Kind kostenlos in die Kita schicken – egal ob es 25, 35 oder 45 Stunden in der Woche betreut wird. Diese Befreiung von der Beitragspflicht gilt sowohl für Kinder unter zwei Jahren als auch für ältere Kinder.

Top-Stufe ab 70.000 Euro

Für beitragspflichtige Eltern sind die Gebühren in der Beitragstabelle in insgesamt 20 Stufen gestaffelt. Diese Gebühren sind seit mehr als zehn Jahren stabil.

In der unteren Stufe bis 20.000 Euro Jahreseinkommen beträgt der Monatsbeitrag zwischen 27 und 42 Euro, bezogen auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab zwei Jahren. Je länger die wöchentliche Betreuungszeit, desto höher der Beitrag.

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In der mittleren Einkommensgruppe zwischen 40.000 und 42.500 Euro beträgt der Beitrag zwischen 87 und 133 Euro monatlich. Wer in der höchsten Stufe mit über 70.000 Euro Einkommen eingruppiert ist, zahlt zwischen 233 und 354 Euro für den 25-, 35- oder 45-Stunden-Betreuungsplatz. Der Elternbeitrag wird nach dem sogenannten positiven Jahresbruttoeinkommen bemessen.

Die von der Landesregierung beabsichtigte Beitragsfreiheit für das zweite Kindergartenjahr bedeutet für Kamener Eltern, dass sie je nach Einkommensgruppe unterschiedliche hohe Beträge sparen können. Die Einsparung in der niedrigsten beitragspflichtigen Einkommensgruppe liegt zwischen 324 und 504 Euro – abhängig davon, ob das Kind 25, 35 oder 45 Stunden in der Woche betreut wird. In der mittleren Einkommensgruppe liegt der Einspareffekt zwischen 1044 und 1596 Euro und in der höchsten Stufe zwischen 2796 und 4248 Euro.

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Noch höher liegen die Einsparungen bei den Kindergartenplätzen für Unter-Zweijährige, für die höhere als die vorgenannten Elternbeiträge fällig werden. In der niedrigsten beitragspflichtigen Einkommensstufe sparen Eltern künftig zwischen 492 und 756 Euro jährlich, in der mittleren 1572 bis 2400 Euro und in der höchsten Stufe 4200 bis 6372 Euro im Jahr.

Familienminister Joachim Stamp (FDP) hat die Pläne für das zweite beitragsfreie Kindergartenjahr Anfang Januar angekündigt. Das Land will die Kosten in Höhe von rund 210 Millionen Euro tragen. Eine generelle Beitragsfreiheit für Eltern von Kindergartenkindern in NRW ist nicht geplant. Das würde nach Berechnungen der Landesregierung 750 bis 800 Millionen Euro kosten.

Fachleute fordern Qualität

Die Stadt Kamen sieht sich noch nicht in der Lage, die Auswirkungen einer Beitragsfreiheit auch für das vorletzte Kindergartenjahr abzuschätzen. „Wir benötigen zunächst belastbare Informationen insgesamt“, erklärte Bürgermeisterin und Jugenddezernentin Elke Kappen (SPD). Während sich Eltern über die Beitragsfreiheit freuen, sind Fachleute geteilter Meinung. „Die einen sagen toll, die anderen: Steckt das in den Kita-Ausbau“, sagt Martina Hacheney, Leiterin der Awo-Kita Villa Lach und Krach. „Ich verstehe die Not der Eltern, weiß aber nicht, ob das zweite beitragsfreie Jahr die Qualität in den Kitas fördert“, meint Heike Radtke, Leiterin der Kita Heilige Familie.

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