Was Aldi und Edeka zu möglichen neuen Standorten sagen

dzKamener Einzelhandelskonzept

Aldi und Edeka gelten als mögliche Interessenten für die Ansiedlung neuer Lebensmittelmärkte in Kamen. Handelsexperten sehen noch Potenzial für neue Flächen. Was sagen die Ketten dazu?

Kamen

, 21.01.2020, 15:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Menschen sind in Kauflaune. Das zeigt sich daran, dass die Konsumausgaben in Deutschland tendenziell steigen. In Kamen klingeln pro Jahr rund 341 Millionen Euro in den Kassen des örtlichen Handels, wie aus dem Entwurf für das neue Einzelhandelskonzept hervorgeht. Dabei hat jeder Kamener durchschnittlich 20.451 Euro für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung, wie Statistiker des Landes ausgerechnet haben.

Große Handelsketten können sich anhand solcher und weiterer Eckdaten ausrechnen, dass noch Potenzial für die Ausweitung von Verkaufsflächen oder gar die Ansiedlung neuer Märkte ist. Spielraum für Supermärkte und Discounter besteht aus Sicht der Verfasser des Einzelhandelskonzepts insbesondere in Methler und in Heeren-Werve, wo sie noch weiße Flecken auf der Landkarte der Nahversorger sehen. Doch wie schätzen die Händler selbst die Lage ein?

Aldi hat Standort Hemsack modernisiert

Aldi Nord mit Sitz in Essen bezeichnet Kamen als „interessanten und attraktiver Standort“, der „mit Blick auf die Bevölkerungszahl Potenzial für die beiden Standorte“ bietet. Die Handelskette ist mit zwei Märkten an der Lünener Straße 225 und Hemsack 6 in der Sesekestadt vertreten. Grundsätzlich entwickle Aldi Nord das Filialnetz fortlaufend weiter, heißt es in einer Stellungnahme. Beispielhaft wird die erfolgte Modernisierung des Standorts im Hemsack genannt. Gefragt danach, ob Aldi Nord derzeit nach neuen Flächen Ausschau hält oder schon in konkreten Grundstücksverhandlungen ist, antwortet der Discounter ausweichend. Zu konkreten Plänen könne man zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Informationen geben.

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Edeka liegt gegenüber Rewe zurück

Edeka Rhein-Ruhr mit Sitz in Moers wird schon lange nachgesagt, ein Auge auf Kamen geworfen haben. Daran soll sich auch nach dem verlorenen Rechtsstreit um eine Ansiedlung auf dem ehemaligen Praktiker-Gelände an der Henry-Everling-Straße nichts geändert haben. Offiziell bestätigt wird das bei Edeka aber nicht. „Leider können wir auf Ihre Fragen zum jetzigen Zeitpunkt nicht konkret eingehen“, heißt es in einer Stellungnahme zu möglichen Kamener Ansiedlungsplänen. Edeka ist seit dem Rückzug seines Partners Nüsken aus Kamen nur noch mit einem Markt vor Ort vertreten: an der Westfälischen Straße in Heeren-Werve. Dagegen kann der Konkurrent Rewe zwei Märkte in Kamen-Mitte und einen in Methler vorweisen. Daneben gibt es u.a. noch Netto (drei Märkte), Lidl (zwei Märkte) und Norma (zwei Märkte) als größere Lebensmittelanbieter.

Elf Millionen Euro Kaufkraft fließen ab

Das Einzelhandelsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass bei Nahrungs- und Genussmitteln noch Potenzial in Kamen ist. Die Regale für Lebensmittel nehmen derzeit 22.045 Quadratmeter ein, das ist rund ein Fünftel der Gesamtverkaufsfläche des Handels von 110.187 Quadratmetern. Die Gutachter haben ausgerechnet, dass die Anbieter von Nahrungs- und Genussmitteln in der Stadt einen Umsatz von 97,9 Millionen Euro machen, die Kaufkraft der Kamener in diesem Segment aber um elf Millionen Euro höher liegt. Sprich: Sie füllen ihre Kühlschränke auch durch Einkäufe in anderen Städten auf.

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