Warum die marodeste Straße in der Kamener City (noch nicht) saniert wird

dzKämertorstraße

Die Kämertorstraße verbindet den Verkehrsring mit der nördlichen Innenstadt. Die wohl härteste Schlaglochpiste der Kamener Innenstadt fehlt im aktuellen Sanierungsprogramm. Aber eine Lösung ist in Sicht.

Kamen

, 02.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Kämertorstraße gilt mit ihrer arg beschädigten Asphaltdecke als größte Holperstrecke im Zentrum von Kamen. Anlieger Dieter Dösserek fasst das Schadensbild kurz und knapp zusammen: „Bei Regen Seenlandschaft und ansonsten Schlaglochpiste.“

Enttäuschend ist für Dösserek, dass sich die Kämertorstraße nicht auf der Liste der Straßen befindet, die noch in diesem Jahr saniert werden sollen. Deshalb hat er eine E-Mail an die Redaktion geschrieben mit der Frage: „Wann wird die Straße repariert?“

Im Rathaus ist der schlechte Zustand der Kämertorstraße hinlänglich bekannt, und Dössereks Beschwerde ist nicht die einzige. „Die Fahrbahn befindet sich tatsächlich in einem schlechten Zustand. Dies wurde uns in der Vergangenheit auch von Bürgern mitgeteilt“, erklärt Stadtsprecher Peter Büttner. Die Verwaltungsmitarbeiter bereiten eine Lösung des Problems vor, die aber eine längere Vorlaufzeit hat.

Warum die Straße nicht in aktuelle Sanierungs- oder Reparaturprogramme hineingelegt wurde, liegt daran, dass es es sich um ein aufwändiges Projekt handelt. „Wir haben in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass in der Straße absehbar ein neuer Kanal verlegt werden muss. In der Folge wird dann natürlich auch die Fahrbahndecke repariert. Daher macht es aktuell auch keinen Sinn, die Fahrbahn jetzt zu sanieren. Hier hoffen wir auf die Einsicht und das Verständnis der Bürger“, erklärt Büttner.

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Anlieger Dösserek wird frühestens im nächsten Jahr die Bagger anrücken sehen. „Aus heutiger Sicht wird der Kanal in 2021 oder 2022 erneuert“, sagt Stadtsprecher Peter Büttner. Die Stadtentwässerung Kamen (SEK) hat dazu 270.000 Euro im kommenden Jahr und 427.000 Euro im übernächsten Jahr eingeplant, wie im Wirtschaftsplan nachzulesen ist. Damit könnte die Kämertorstraße zu einem Nachfolgeprojekt des Nordrings werden, der derzeit saniert wird.

Das alles steht unter dem Vorbehalt eines Haushaltsbeschlusses des Stadtrats für 2021 sowie des SEK-Wirtschaftsplans 2021. Die Vorbereitungen für die Beschlüsse in den letzten Sitzungen des Jahres laufen. „Dazu gehört auch, hinsichtlich der Instandsetzung diverser Straßen Prioritäten zu entwickeln und zu begründen“, erklärt Peter Büttner. „Dies geschieht mit Blick auf anstehende Kanalbaumaßnahmen im Zusammenspiel mit der Stadtentwässerung Kamen.“

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Die Kämertorstraße führt vom Westring zum Reckhof und soll auf kompletter Länge von 320 Metern einschließlich Kanal saniert werden. Dieter Dösserek muss sich noch gedulden, aber immerhin gibt es anders als für andere Holperstrecken schon eine zeitliche Perspektive. Die Folgen des bröckelnden Asphalts beschreibt Dösserek so: „Laut für Anlieger und für die Pkw und Stoßdämpfer stark belastend.“ Und auch für die Fahrer sei die Fahrt über die Kämertorstraße „unangenehm“.

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