Waldorfkita für Kamen: Diese Planänderung wird manche Eltern enttäuschen

dzKinderbetreuung in Kamen

Kamen soll eine Waldorfkita bekommen. An diesem Plan hat sich auch nichts geändert. Allerdings hat die Initiative eine traurige Nachricht für Eltern, die schnell einen Platz brauchen.

Kamen

, 15.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Katharina Biernat keinen Platz in einer Waldorfkita in der Umgebung ergattern konnte, nahm sie die Sache einfach selbst in die Hand. Die Kamenerin gründete einen Verein, tauschte sich mit Experten, der Stadt und möglichen Investoren aus und tat alles dafür, dass ihre Tochter in einem neuen Waldorfkindergarten in Kamen unterkommen kann.

Und obwohl sie ihrem Ziel schon sehr nah war und der Verein lange hoffte, dass die neue Kita im kommenden Jahr steht, gibt es nun schlechte Neuigkeiten. „Eine Eröffnung im nächsten Jahr ist nicht mehr realistisch“, gab Biernat jetzt die Planänderung bekannt. Für die Eltern, die sich gemeldet hätten und auf der Warteliste stehen, sei das natürlich enttäuschend.

Rückblick: Vor fast zwei Jahren entschied sich Katharina Biernat, für ihre Tochter Julia einen Waldorfkindergarten nach Kamen zu bringen. Da der aber erst im Jahr 2022 eröffnet, wird die kleine Julia dann schon zu alt sein.

Rückblick: Vor fast zwei Jahren entschied sich Katharina Biernat, für ihre Tochter Julia einen Waldorfkindergarten nach Kamen zu bringen. Da der aber erst im Jahr 2022 eröffnet, wird die kleine Julia dann schon zu alt sein. © Archiv

„Es ist auch für mich selbst blöd. Ich stehe ja auch auf der Warteliste“, sagt sie. Ihre Tochter wird nun nicht in der Kita ein- und ausgehen, die ihre eigene Mutter ins Leben gerufen hat.

Der Grund überrascht nicht: Das Coronavirus hat die Vorbereitungen ausgebremst. Treffen mussten verschoben werden oder fanden digital statt, außerdem sei Fachpersonal nur schwer zu bekommen. Eigentlich hätten die genauen Baupläne bis Ende dieses Jahres stehen sollen, dann wäre eine Eröffnung im nächsten Jahr möglich gewesen. Im Austausch mit dem Architekten sei nun aber klar geworden, dass es doch auf 2022 hinauslaufen wird.

Neuer Investor für Waldorfkita heißt Kemna

Und doch ist die Waldorf-Initiative rund um Biernat guter Dinge. Die Vorsitzende will ihr Herzensprojekt weiterführen, wenn auch nicht mehr für ihre eigene Tochter, denn die wird dann schon zu alt für die Kita sein. „Ich bleibe am Ball.“

Nach ein paar Verzögerungen gehe es nun weiter und das sei schön zu sehen. „Besser es verzögert sich und läuft gut, als es zu überstürzen und etwas läuft schief.“ Und gut läuft es allemal. Nachdem der Verein sich von einem ersten Investor getrennt hatte, gibt es nun einen neuen: Kemna Immobilien.

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„Die Chemie passt“, sagt die Vorsitzende des Waldorfkita-Vereins glücklich. Ein Grundstück gebe es auch schon und die Planungen laufen mittlerweile wieder auf Hochtouren.

Dass Biernat so frühzeitig bekannt gibt, dass die Kita nächstes Jahr im August nicht eröffnen wird, hängt übrigens auch damit zusammen, dass Eltern sich bis Dezember für einen Kitaplatz anmelden müssten.

Danach beginne dann das Jonglieren, damit jedes Kind einen Platz in einer Kita bekommt. „An diesem Prozess nehmen wir dieses Jahr nicht teil. Aber ich freue mich auf das Jonglieren im nächsten Jahr“, sagt Biernat.

Informationen rund um den Waldorfkindergarten für Kamen gibt es unter www.waldorfkindergarten-kamen.de und auf der Facebookseite der Waldorf-Initiative Kamen.
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