Waldorfkindergarten Kamen trennt sich von Investor: Was das für die Pläne bedeutet

dzErziehung

Eigentlich lief alles super für die Waldorfinitiative in Kamen. Doch jetzt gibt es die erste schlechte Nachricht: Man hat sich vom Investor getrennt. Der Verein ist trotzdem guter Dinge.

Kamen

, 07.03.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für den Verein Waldorfkindergarten Kamen lief es bisher wie geschmiert. Er wurde als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt, arbeitet gut und eng mit der Stadt zusammen und verkündete Ende vergangenen Jahres, dass er endlich einen Investor gefunden hat. Gemeinsam mit ihm wollte der Verein einen Waldorfkindergarten für Kamen bauen.

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Doch daraus wird nun doch nichts. „Wir haben uns im Guten getrennt“, sagt die Vorsitzende Katharina Biernat. Anfang des Jahres habe sich herausgestellt, dass der Verein und der Investor in verschiedene Richtungen gehen. Der Investor habe geplant, den Kindergarten nur im Untergeschoss des Gebäudes unterzubringen und darüber Gewerbe.

Waldorfkindergarten Kamen will trotzdem 2021 öffnen

Doch der Kindergarten soll sich nicht einschränken und nur der Teil eines Ganzen sein, sondern viel Platz für die Kinder bieten. „Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Aber wir wussten, das ist nicht das, wofür wir stehen. Nicht das, wofür Waldkindergärten stehen“, sagt Biernat. Und so habe man sich getrennt, bevor man finanzielle Verpflichtungen eingegangen ist.

Mittlerweile hat Biernat ihren Optimismus wiedergefunden. Denn statt Enttäuschung überwiegt längst die Vorfreude auf neue Gespräche. Die Stadt habe schon einen Interessenten, mit dem der Verein sich nun treffen wird. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell gehen kann“, sagt Biernat.

Der Verein Waldorfkindergarten Kamen ist auf der Suche nach einem Investor oder nach einem passenden Objekt für den Kindergarten.

Der Verein Waldorfkindergarten Kamen ist auf der Suche nach einem Investor oder nach einem passenden Objekt für den Kindergarten. © privat

An ihrem Plan, den Kindergarten im Jahr 2021 zu eröffnen, hält Biernat weiter fest. Schließlich stehe der Grundstein und wenn der Verein nun einen Investor finde, der schon Expertise hat, seien eineinhalb Jahre sehr realistisch. Für andere Interessenten oder Grundstückseigentümer sei der Verein aber weiter offen.

Noch sei nichts in Stein gemeißelt, sagt die Kamenerin. „Die vergangenen Wochen haben uns gezeigt, dass wir offen sein müssen in unserem Denken und der Herangehensweise.“

Der Verein plant eine Vortragsreihe zum Thema Waldorfpädagogik

Und noch eine andere gute Nachricht macht es Biernat und ihren Mitstreiterinnen einfacher, über die Trennung vom Investor hinwegzukommen. Der Verein plant eine Vortragsreihe zum Thema Waldorfpädagogik. Dazu hat er sich mit der Gründerin der Waldorfkindergärten in Schwerte und Unna zusammengetan. „Sie ist ein Urgestein, was Waldorfkindergärten in der Region angeht“, sagt Biernat. Auch sie selbst könne von der Expertin noch einiges lernen.

Die Vorträge werden wahrscheinlich immer am letzten Wochenende im Monat im Waldorfkindergarten in Unna angeboten. Nähere Informationen will Biernat noch bekanntgegeben.

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