Langsam aber sicher wird‘s konkret. Der Verein „Waldorfkindergarten Kamen“ sucht derzeit intensiv nach einer Immobilie oder einem Grundstück. Der Eröffnung steht nur noch wenig im Weg.

Kamen

, 16.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor über einem Jahr war es bloß eine Idee, ein Wunsch. Das dürfte Katharina Biernat aber mittlerweile wie eine halbe Ewigkeit vorkommen. Denn ihr Projekt, einen Waldorfkindergarten in Kamen zu eröffnen, hat seitdem mehr und mehr Form angenommen. In diesen Wochen fährt Katharina Biernat durch Kamen und besichtigt mögliche Grundstücke und Immobilien, kämpft sich durch Anträge und präsentierte mit ihren Mitstreiterinnen ihr Vorhaben jüngst der Kamener Politik.

Im Jugendhilfeausschuss hat der Verein „Waldorfkindergarten Kamen“ seine Pläne vorgestellt. Im November werde bei der nächsten Sitzung entschieden, ob der Verein als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt wird, sagt Biernat. „Das ist die Voraussetzung für eine Betriebserlaubnis“, erklärt die Vorsitzende des Vereins. Da Anforderungen wie Gemeinnützigkeit und Jugendhilfe erfüllt werden, rechnet Biernat mit einem positiven Ergebnis.

Elterninitiative findet einen Investor

Mit großen Schritten nähert sich der Verein seinem Ziel. Einen großen Meilenstein brachte er im Juni hinter sich. In Cronos Immobilien haben die Kamener einen Investor gefunden. Das Beratungsunternehmen habe bereits Erfahrungen mit Bauanträgen und sei ein „absoluter Jackpot“, sagt Biernat. Gemeinsam mit Investor und der Stadt Kamen sieht sich der Verein derzeit in Kamen um. Sowohl Grundstücke als auch Immobilien werden begutachtet.

Der Investor, der die Räume dann an den Verein vermieten wird, will laut Biernat am liebsten neu bauen. Das würde in Zukunft weniger Wartungsaufwand mit sich bringen und schon bei der Architektur könnten die Bedürfnisse für eine Waldorfkita berücksichtigt werden.

Ein paar Objekte haben Biernat bereits zugesagt, eine Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen. Das liegt auch an den hohen Anforderungen. „Wenn man persönlich ein Haus kauft, ist es nicht so kompliziert.“ Zum Beispiel müsse der Boden auf Belastungen überprüft werden.

Bald steht der Eröffnungstermin: Diese Hürden muss die Waldorf-Initiative noch nehmen

Wiebke Kruppok und Katharina Biernat vom Verein „Waldorfkindergarten für Kamen“ besichtigen gemeinsam mit der Stadt und ihrem Investor mögliche Grundstücke und Immobilien für ihren Kindergarten. Auch die alte Schule in Heeren-Werve nahmen sie unter die Lupe. © privat

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Eröffnung im August 2020 ist sportlich aber nicht unmöglich

Ursprünglich haben die Initiatoren geplant, ihren Waldorfkindergarten im August 2020 zu eröffnen. „Das wäre sportlich“, sagt Biernat mittlerweile. Sportlich bedeutet aber freilich nicht, dass es unmöglich ist. Je nachdem wann eine Fläche gefunden und ein Bauantrag genehmigt ist, kann es auch schneller gehen. „Wir sind da noch komplett offen“, sagt Biernat. Es sei auch möglich, dass der Kindergarten unterjährig im Januar oder Februar 2021 eröffnet. Doch dann gestalte es sich schwieriger, die Plätze zu füllen – und wenn die nicht besetzt werden, gibt es keine Fördergelder.

Waldorfkindergarten Kamen

Infos und Kontakt

  • Weitere Informationen zum Verein „Waldorfkindergarten Kamen“ gibt es unter www.waldorfkindergarten-kamen.de.
  • Die Elterninitiative ist zudem auf Facebook sehr aktiv.
  • Einen Informationsabend, an dem wohl auch das Eröffnungsdatum bekanntgeben wird, findet am Montag, 25. November im Pfarrheim der Kirchengemeinde Heilige Familie statt. Beginn ist um 19 Uhr, um eine Anmeldung wird gebeten.

Wann der Kindergarten eröffnet, hofft Biernat am Montag, 25. November, preiszugeben. Bei einem öffentlichen Infoabend im Pfarrheim der Heiligen Familie ab 19 Uhr wird die Elterninitiative über aktuelle Fortschritte berichten. Teilnehmen kann an der Veranstaltung jeder, es wird jedoch um eine Anmeldung unter Waldorfkindergarten.kamen@gmail.com oder Tel. (01515) 4824969 gebeten.

Der Verein plant zwei Gruppen mit je 20 Plätzen für Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Biernats eigene Tochter wird im August zweieinhalb Jahre alt sein und sollte dann eigentlich schon in den Waldorfkindergarten aufgenommen werden. „2021 ist sie dreieinhalb. Das geht auch noch“, sagt Biernat, die das ganze Rad zum Laufen gebracht hat, damit ihre Julia in einen Waldorfkindergarten gehen kann.

Biernat hatte nirgends einen Platz gefunden und kurzerhand eine Elterninitiative gegründet. Sie merkte, dass sie nicht die einzige Mutter ist, die sich für ihr Kind einen Kindergarten wünscht, in dem die Kinder nach Waldorfprinzipien erzogen werden. Bei Biernat melden sich fortlaufend interessierte Mütter – und auch potenzielle Kindergärtnerinnen. Die Nähe zum Seminar für Waldorfpädagogik in Dortmund kommt der Kamener Initiative gelegen. Doch eins nach dem anderen: „Um das Personal kümmern wir uns, wenn wir wissen, wann wir an den Start gehen“, sagt Biernat. „Aber es ist gut zu wissen, dass es Perspektiven gibt.“

Bald steht der Eröffnungstermin: Diese Hürden muss die Waldorf-Initiative noch nehmen

Vor über einem Jahr kam Katharina Biernat mit der Geburt ihrer Tochter die Idee, einen eigenen Waldorfkindergarten in Kamen zu gründen. Ihrem Ziel rückt sie immer näher. © Borys Sarad

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