Weil einem Holzwickeder sein Kaminbesteck nicht geliefert wurde, beleidigte er die Verkäuferin des Fachgeschäfts übel. © picture alliance/dpa
Kaminkauf

Vulgär beleidigt: Kundengespräch in Kamen eskaliert

Weil sein Kaminbesteck nach langer Wartezeit nicht geliefert wurde, rastete der Kunde eines Kamener Kamingeschäfts aus. Der Holzwickeder beleidigte die Verkäuferin unterhalb der Gürtellinie.

Groß war die Freude eines Mannes aus Holzwickede, als sein in Kamen bestellter Kamin im Herbst vergangenen Jahres geliefert wurde. Nur das von ihm ausgesuchte Kaminbesteck fehlte noch. Da ihm versprochen worden war, dieses würde nachgeliefert, bezahlte er die komplette Rechnung, also Kamin und Besteck.

Doch zwei Wochen später war der Platz neben dem Kamin immer noch leer. Und so rief der 37-Jähige im Kamener Kamingeschäft an. Die Mitarbeiterin vertröstete ihn. Sie würden selbst auf die Lieferung warten, diese sollte täglich ankommen.

Sobald das Kaminbesteck da sei, würde der Mann einen Anruf erhalten. Es vergingen weitere zwei Wochen. Noch immer wartete der Holzwickede auf sein Kaminzubehör. Er rief erneut an, und wieder erklärte ihm dieselbe Mitarbeiterin, dass die Lieferung noch nicht angekommen sei.

Während das erste Telefonat noch freundlich abgelaufen war, wurde der Ton im zweiten Gespräch schärfer. „Es hat sich hochgeschaukelt“, beschrieb der 37-Jährige den Verlauf. Irgendwann habe er damit gedroht, einen Anwalt einzuschalten.

Verkäuferin schildert vulgäre Beleidigung des Holzwickeders

Die Mitarbeiterin habe darüber gelacht und gefragt, „welche Sau das interessieren sollte“. Er habe daraufhin aufgelegt. Kurz darauf habe der Vater der Mitarbeiterin, der Inhaber des Kamingeschäfts ist, bei ihm angerufen und ihn damit konfrontiert, frauenfeindliche Äußerungen getätigt zu haben. Die genaue Formulierung konnte der Chef nicht wiedergeben.

Die Mitarbeiterin schon. Die 39-Jährige sprach aus, mit welcher vulgären Beleidigung sich der Fachkrankenpfleger verabschiedet und dann aufgelegt haben soll. Das habe er nie gesagt, hielt der Holzwickeder dagegen. Und so stand es im Amtsgericht Kamen, wo sich der Mann wegen Beleidigung verantworten musste, letztlich Aussage gegen Aussage.

Holzwickeder hat kein Einsehen im Kamener Gericht

Der 37-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl von 600 Euro Einspruch eingelegt. Nach Anhörung der Mitarbeiterin als Zeugin, gab der Richter dem Mann die Chance, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzunehmen. Denn in Anbetracht des nun bekannten Einkommens des Mannes, würde ein Urteil deutlich höher ausfallen.

Doch der Holzwickeder blieb dabei, niemanden beleidigt zu haben. Und so verließ der nicht vorbestrafte Mann am Ende den Gerichtssaal mit einer Geldstrafe von 1200 Euro. Der Richter zeigte sich nämlich davon überzeugt, dass die Mitarbeiterin die Wahrheit gesagt hatte. Es würde sonst keinen Sinn machen, extra bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Außerdem habe die Zeugin eine sehr detaillierte Aussage machen können.

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