Vorsicht Senioren! Der gefährliche Überweg steht unter Beobachtung

dzRiskante Abkürzung vor Supermarkt

Der gefährliche Überweg an der Westfälischen Straße steht unter Beobachtung. Nach einem Ortstermin mit Vertretern der Stadt und des Bauvereins zu Lünen ist aber noch keine Lösung in Sicht.

Kamen

, 06.08.2019, 16:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der gefährliche Überweg in Höhe des neuen Gesundheitshauses an der Westfälischen Straße 44a steht unter Beobachtung der Behörden. Dort, wo oftmals Senioren der Residenz Heeren und der altersgerechten Wohnungen die Straße passieren, obwohl es dort weder Fußgängerampel noch Zebrastreifen gibt, kommt es immer wieder zu heiklen Situationen, wenn sich Autofahrer nähern. Anwohner hatten auf die gefährliche Stelle, an der sich auf dem Grünstreifen schon ein Trampelpfad gebildet hat, aufmerksam gemacht. Einige der älteren Bewohner der Seniorenanlage des Bauvereins zu Lünen suchen auf der Strecke in der Regel den kürzesten Weg zum Lebensmittler „Edeka“.

Vorsicht Senioren! Der gefährliche Überweg steht unter Beobachtung

Auf dem Pflanzbeet ist schon ein Trampelpfad entstanden. Statt der Querungshilfe etwa 30 Meter entfernt nutzen die Passanten die Abkürzung. © Janecke

Bei Ortstermin Möglichkeiten ausgelotet

„Wir haben bei einem Ortstermin den Bereich unter die Lupe genommen und verschiedene Möglichkeiten, wie man das Problem lösen könnte, besprochen“, sagt Stadtsprecher Peter Büttner auf Anfrage der Redaktion. Vertreter der Stadt und des Bauvereins zu Lünen haben dabei den Straßenabschnitt in Augenschein genommen. Eine einfache und schnelle Lösung sei dabei aber nicht in Sicht. Geprüft werde zudem, ob man den Betreiber des Lebensmittelmarkts ins Boot holen könne. „Es gibt mehrere Optionen“, so Büttner. Große Investitionen beispielsweise in eine Fußgängerampel seien nicht geplant. Einerseits, weil es in der Nähe schon eine Querungshilfe gebe, andererseits, weil die verkehrsrechtlichen Auflagen recht hoch sind. Das gelte schon für die Aufbringung eines Zebrastreifens. „Es müssen einige Voraussetzungen dafür erfüllt sein“, sagte er bereits auf Anfrage der Redaktion, als die Diskussion im Mai aufkam. Voriges Jahr gab es bereits eine Diskussion um einen Zebrastreifen an der Straße „Im Telgei“ in Methler. Der wurde bisher nicht realisiert, weil dafür an der Stelle 50 bis 100 Fußgängerquerungen pro Stunde erforderlich wären und zusätzlich 200 bis 300 Fahrzeuge, ebenso stündlich.

Der neue Weg endet in Höhe des Supermarkts

Die Wohnungsbaugenossenschaft aus Lünen hat auf dem ehemaligen Festplatz ein vielbeachtetes Seniorenwohnprojekt mit einer Pflegestation des Pflegedienstleisters „Laureos“ und 60 altersgerechten Wohnungen verwirklicht. Zudem eröffnete dort vor einigen Wochen das Gesundheitshaus mit Ärztinnen, Gesundheitsdienstleistern und der Barbara-Apotheke. Der neue Weg, der das Gelände zur Westfälischen Straße erschließt, endet direkt gegenüber dem Supermarkt. Die nächste Querungshilfe liegt etwa 30 Meter entfernt, wenn man den Bürgersteig rechts hinunter läuft. Danach erreicht man den Edeka-Parkplatz, der für ältere Menschen auch nicht unbedingt als sicheres Terrain erscheint.

Der kurze und kraftsparende Weg über die Straße

Deswegen wählen zahlreiche Senioren den kürzeren und kraftsparenden Weg direkt über die Straße. Doch der ist gefährlich, weil er für Autofahrer nicht als Überweg gekennzeichnet ist. Wer dort für kurze Zeit verweilt, sieht immer wieder Senioren, die mit ihren Rollatoren die Straße kreuzen, dann aber feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, die Gehhilfe über die Bordsteinkante auf der anderen Straßenseite zu heben. Dann laufen die Senioren mit dem Verkehr so lange auf der Fahrbahn, bis sie die Auffahrt für die Autos erreicht haben. Vielleicht hilft doch ein Schild nach dem britischen Vorbild „Elderly People“ - ein Schild, wie es in Großbritannien an Standorten mit Senioreneinrichtungen gebräuchlich ist.

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