Vom Kindergarten in die Schule. Ein großer Schritt für die Kinder, aber auch für die Eltern. Sorgen über Schuleingangsuntersuchung und Sprachstand sollen bei Info-Terminen genommen werden.

Kamen

, 06.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Vom Kindergarten in die Schule – viele Kinder freuen sich darauf, wenn sie bald Schulkind sind. Aber es gibt auch Ängste. Um diesen vorzubeugen, gibt es nun vier Veranstaltungen für jene Eltern, deren Kinder vier sind und in der Regel in zwei Jahren eingeschult werden. Jugendhilfeplanerin Nicole Börner weiß, dass Eltern viele Fragen haben, wenn der Wechsel bevor steht. „Es ist nicht zu früh, sich schon jetzt über alle Details zu informieren“, weiß sie aus Erfahrung. „Am Ende ist es nur ein Jahr, bis es mit Anmeldephase und Schuleingangsuntersuchung losgeht.“

Vertreter einer 15-köpfigen Projektgruppe stellten die neue Schul-Broschüre jüngst im Kindergarten Monopoli vor (v.l.): Nicole Börner, Elke Kappen, Christina Pusch, Sigurd Sander und Antje Schnepper. Die Broschüre „Übergang Kita - Schule“ hat viele Tipps für Eltern parat.

Vertreter einer 15-köpfigen Projektgruppe stellten die neue Schul-Broschüre jüngst im Kindergarten Monopoli vor (v.l.): Nicole Börner, Elke Kappen, Christina Pusch, Sigurd Sander und Antje Schnepper. Die Broschüre „Übergang Kita - Schule“ hat viele Tipps für Eltern parat. © Marcel Drawe

Wie läuft die Schuleingangsuntersuchung ab?

Was muss das Kind können, damit es eingeschult wird? Wie läuft die Schuleingangsuntersuchung ab? Was gibt es für Betreuungsangebote? Diese und andere Fragen sollen bei den nun angekündigten vier Terminen beantwortet werden, wenn sich Vertreter von Schulen und Kindergärten gemeinsam vorstellen. Die Termine sind für Südkamen am Mittwoch, 11. März (15 Uhr/Südschule), für Methler am Montag, 23. März (19 Uhr/Bürgerhaus Methler), für Heeren-Werve am Dienstag, 21. April (Astrid-Lindgren-Schule, 19.30 Uhr) und für Kamen-Mitte ebenso am Dienstag, 21. April (18 Uhr/Diesterwegschule).

Räume zum Spielen schaffen

Die Veranstaltungen finden eigentlich jedes Jahr statt, werden aber erstmals stärker beworben, um noch mehr Eltern zu erreichen. Anfang Februar haben die Eltern schon per Brief eine Einladung erhalten, jetzt werden sie über Plakate und Flyer zusätzlich von der Stadtverwaltung ermuntert, die Info-Veranstaltung keineswegs zu versäumen. „Viele denken noch: Jetzt beginnt der Ernst des Lebens. Aber das ist nicht so. Die Schule soll auch Spaß machen“, so Börner. Es sei gar nicht wichtig, die Kinder über das Maß hinaus isoliert in besonderen Bereichen zu fördern. „Es gilt auch, Räume zum Spielen zu schaffen.“

Diese Broschüre ist in einer Auflage von 450 erschienen und wird an alle Eltern herausgegeben, deren Kinder bald die Schule wechseln. Jährlich soll es eine neue Auflage mit Aktualisierungen geben.

Diese Broschüre ist in einer Auflage von 450 erschienen und wird an alle Eltern herausgegeben, deren Kinder bald die Schule wechseln. Jährlich soll es eine neue Auflage mit Aktualisierungen geben. © Marcel Drawe

Betreuung ist auch in der Schule ein großes Thema

Großes Thema für die Eltern, so weiß Börner, seien auch die Betreuungszeiten. „Die Kinder kommen aus einem System, das gut ausgebaut ist, in ein System, das noch nicht so gut ausgebaut ist“, sagt sie mit Blick auf die Betreuung in der „Verlässlichen Schule“, die in der Regel mit der sechsten Unterrichtsstunde endet, und die Offenen Ganztagsschulen, die meistens bis 16 Uhr Betreuung anbieten. „Kindergärten sind da oft flexibler.“ Dennoch, so sagt sie, habe sich die Situation an den Schulen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und würde immer besser werden. Zurzeit wird bekanntlich die OGS an der Friedrich-Ebert-Schule ausgebaut.

Eine Broschüre soll Eltern als Nachschlagewerk dienen

Eine 15-köpfige Arbeitsgruppe aus Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen und städtischen Mitarbeitern hat jüngst eine 24-seitige Broschüre im DIN-A4-Format veröffentlicht, die bei den Info-Veranstaltungen erhältlich ist. Die Broschüre soll Eltern als Nachschlagewerk zum Thema dienen, gibt Tipps für die herausfordernde Übergangszeit und hält Kontaktadressen vor, über die man sich vernetzen kann. Darin gibt es auch Hinweise auf Fähigkeiten, die den Kindern in der Schule helfen.

Der Übergang vom Kindergarten zur Schule

Einen Kusselkopf machen, eine Schleife binden und den Zahlenraum bis fünf beherrschen. Das sind Fähigkeiten, die Kindern im neuen Schulalltag helfen. Hier sind die Tipps in einer Übersicht.

Die folgenden Punkte geben Eltern eine Orientierung, was ihr Kind zur Einschulung schon alles gelernt haben wird oder bald lernen wird:

Soziale und emotionale Kompetenzen: Das Kind geht offen und neugierig auf unbekannte Dinge zu, spielt ausdauernd und einfallsreich, kann sich streiten und vertragen. Es findet in einer Gruppe seine eigene Position, hält Regeln ein, kann geduldig sein und erkennt Gefühle und kann angemessen reagieren.

Sprache: Das Kind spricht fließend seine Muttersprache, die nicht Deutsch sein muss. Und in deutscher Sprache spricht es Wörter und Sätze deutlich aus, verwendet Haupt- und Nebensätze, kennt Namen für Dinge in der Umwelt. Es kann Körperteile benennen und in der Vergangenheit und in der Zukunft erzählen. Es zeigt Interesse an Büchern. Tipp: In der Stadtbücherei können Kinder Bücher kostenlos ausleihen!

Grobmotorik/Bewegung: Das Kind kann sicher Treppen laufen, auf einem Bein hüpfen und zieht sich selbstständig an und aus. Es kann balancieren, Roller fahren, Fahrrad fahren und schaukeln. Außerdem kann es einen „Kusselkopf“ oder „Purzelbaum“ machen, wie es umgangssprachlich heißt, sprich: eine Rolle vorwärts.

Feinmotorik: Das Kind schneidet mit der Schere einfache Formen aus, benutzt den Stift in „Schreibhaltung“, kann Linien nachfahren und eine Schleife binden.

Wahrnehmung: Das Kind findet Räume in seiner vertrauten Umgebung wieder. Es nimmt Anweisungen auf und setzt sie um. Es kann Reime bilden wie beispielsweise „Haus - Maus“. Es unterscheidet bei Stimmen laut, leise, hell und dunkel. Und es singt Lieder und klatscht Rhythmen. Es kann seine Kraft im Spiel mit anderen einschätzen und ertastet Formen und Materialien.

Umgang mit Aufgaben: Das Kind kann eine Arbeit zügig beginnen, durchführen und beenden. Es ist sorgfältig im Umgang mit Materialien und lässt sich nicht entmutigen. Es kann sich für einen längeren Zeitraum auf eine Sache konzentrieren.

Mathematik: Das Kind kann Zahlenmengen bis 5 erfassen - zum Beispiel Punkte auf dem Würfel auf einen Blick. Es kann vergleichen im Sinne von größer und kleiner. Es erkennt und ordnet Gegenstände nach Merkmalen - zum Beispiel Formen, Farben und Größen. Zudem kann es Raumlagen unterscheiden - wie links, rechts, oben, unten, vorne und hinten.

Dabei gilt der Tipp der Erzieherinnen und Pädagogen: „Lassen Sie ihr Kind spielen und eigene Spiele erfinden!“

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