Volksbank-Neubau mit viel Potenzial: „Es könnte eine Eventgastronomie werden“

dzVolksbank Kamen-Werne

An der Bahnhofstraße in Kamen entsteht gerade in rasender Geschwindigkeit ein dreistöckiger Holzbau. Der Architekt findet, dass es viel Potenzial hat. Der Innenraum erinnert an eine Kathedrale.

Kamen

, 10.08.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Unten hat man einen enormen Raumeindruck, wegen der tollen Höhe. Das ist wie in einer Kathedrale“, schwärmt Peter Tillmann. Der Architekt hat ein für diese Region außergewöhnliches Gebäude entworfen: An der Bahnhofstraße entsteht derzeit ein Haus in Massivholzbauweise. Das Besondere ist, dass der Bau – wie bereits berichtet – sehr zügig vorangeht.

Und dass das stimmt, sieht man. Wer nach ein oder zwei Wochen aus dem Urlaub zurückgekommen ist, war sicherlich überrascht über den Fortschritt des Baus. Denn dort, wo vor zweieinhalb Wochen erste Holzwände aufgestellt wurden, steht schon ein fast fertiges Gebäude – könnte man zumindest meinen. Lediglich ein paar Feinheiten müssen an dem Holzbau noch erledigt werden, bevor am kommenden Montag, 17. August, Türen und Fenster geliefert und eingebaut werden, erklärt Tillmann. Im Dezember, spätestens im Januar soll es bezugsfertig sein.

Wenn der Neubau fertig ist, wird von dem Holz nicht mehr viel zu sehen sein, denn es wird in dem Stil der Volksbank nebenan verklinkert.

Wenn der Neubau fertig ist, wird von dem Holz nicht mehr viel zu sehen sein, denn es wird in dem Stil der Volksbank nebenan verklinkert. © Architekturbüro Tillmann

Bevor die Fenster kommen, werden in dieser Woche zum Beispiel noch die letzten Dachflächen montiert, außerdem wird der Bau luft- und wasserdicht gemacht und statische Verbindungen eingebaut. Laut Tillman ist es nur noch das „Fine-Tuning“, man liege gut im Zeitplan. Die Hitze macht dem Holz übrigens nicht zu schaffen, wie der Architekt erklärt. Im Gegenteil. Das Wetter spielt mit, Regen wäre ungünstig, da das Holz trocken bleiben soll.

Holzbau an der Bahnhofstraße in Kamen soll gut angenommen werden

Tillmann gerät leicht ins Schwärmen, wenn er über sein Projekt spricht. Das liegt einerseits daran, dass die Bauweise in dieser Region eher selten ist, aber sicherlich auch an den Rückmeldungen, die er erhält. Die Resonanz sei bisher ausschließlich positiv ausgefallen, berichtet Tillmann. Die Menschen blieben vor dem Gebäude stehen, staunten über die Geschwindigkeit und lobten, dass es aus nachwachsenden Ressourcen gebaut wird.

Von der Bahnhofstraße in Kamen aus kann man gut erkennen, dass die Deckenhöhe im Erdgeschoss so hoch ist wie in einem Altbau. Es gibt keine Zwischenwände, dafür aber Holzsäulen, die auch nicht verkleidet werden sollen. Sie sind noch mit schwarzer Folie ummantelt und werden erst am Ende ausgepackt.

Von der Bahnhofstraße aus kann man gut erkennen, dass die Deckenhöhe im Erdgeschoss so hoch ist wie in einem Altbau. Es gibt keine Zwischenwände, dafür aber Holzsäulen, die auch nicht verkleidet werden sollen. Sie sind noch mit schwarzer Folie ummantelt und werden erst am Ende ausgepackt.

Tillmann ist überzeugt, dass der Holzbau gut ankommen wird, wenn er einmal fertig ist. Denn er ist eben etwas Besonderes. „Mit der Attraktivität des Gebäudes wächst die Akzeptanz und die Wahrscheinlichkeit, dass es gut angenommen wird“, sagt der Kamener Architekt.

So etwas habe er schon bei anderen Gebäuden beobachtet. Als Beispiel nennt er jenen Bau im Technopark, in dem der Fahrradhandel „Rad und Tat“ untergebracht ist. Tillmann habe es vor zwölf Jahren entworfen. „Es ist ein einfaches Gebäude, aber es ist schick und man geht gerne hin.“ Es werde gut angenommen und das wünscht er sich für den Neubau an der Bahnhofstraße auch.

Die alte Villa war nicht zu retten, der Volksbank-Neubau bringt Potenzial mit

Wie manch ein Kamener findet auch Tillmann es schade, dass an dieser Stelle die alte Villa weichen musste und die Innenstadt damit eine weitere alte Fassade verloren hat. Er versteht die Diskussion, die es um das alte Gebäude gegeben hat, zu gut. Doch die Villa sei nicht mehr zu retten gewesen und mit dem Holzbau sorgt Tillmann zumindest dafür, dass dort kein 08/15-Haus entsteht.

Jetzt lesen

Besonders ist neben der Bauweise auch der 165 Quadratmeter große Raum im Erdgeschoss. Er kommt mit hohen Decken daher, die an einen Altbau erinnern und es gibt darin keine Zwischenwände, sondern nur Holzsäulen, die man zwar schon sehen kann, die aber zum Schutz bis zum Ende des Baus verpackt bleiben.

Während oben Wohnungen entstehen, steht zumindest offiziell noch nicht fest, wer unten einzieht. Möglichkeiten gibt es laut Tillmann aber viele. „Der Raum hat viel Potenzial für verschiedene Nutzungen. Es könnte eine Eventgastronomie werden oder ein schickes Ladenlokal.“

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Stadtrat
Nach Verlust der absoluten Mehrheit: So stellt sich die SPD im Stadtrat von Kamen auf
Hellweger Anzeiger Covid-19-Pandemie
Wieder dreistellige Zahl neuer Corona-Fälle und ein Todesfall im Kreis Unna
Hellweger Anzeiger Neue Corona-Maßnahmen
Kamener Wirt über Teil-Lockdown: „Geht es Hardcore, wird total gebremst?“
Meistgelesen