Volksbank investiert vor Ort erstmals in Kindergarten: Wiederholung nicht ausgeschlossen

dzVolksbank Kamen-Werne

Die Volksbank tritt in Kamen erstmals als Investor für einen Kindergarten auf. Einerseits als lokaler Partner, um sich im Geschäftsgebiet zu engagieren. Andererseits, um selbst Geld anzulegen.

Kamen

, 04.02.2020, 12:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn ab Mitte Februar mit einem Abriss das Neubau-Projekt für den Kindergarten „Unter dem Regenbogen“ in Südkamen startet, dann tritt erstmals die Volksbank Kamen-Werne direkt als Investor auf – und nicht mehr nur als Geldgeber.

Volksbank investiert vor Ort erstmals in Kindergarten: Wiederholung nicht ausgeschlossen

Der neue Kindergarten mit Blick von der Fliednerstraße. Das lichtdurchflutete Gebäude wird künftig vier Gruppen der Ev. Gemeinde Kamen beherbergen, © Privat

„Die Kirchengemeinde ist auf uns zugekommen, ob wir uns das vorstellen können“, berichtet Vorstandsmitglied Jürgen Eilert. Die Evangelische Kirchengemeinde Kamen hatte zuvor im Presbyterium die Möglichkeit eines Anbaus an das bisherige Gebäude als halbherzige Lösung ausgeschlossen, wie Pastor Karl-Ulrich Poth im Gespräch mit der Redaktion erläutert hatte.

Mit dem Neubau wird sowohl der zusätzliche Raumbedarf gedeckt als auch die grundlegende Modernisierung ermöglicht. „Für uns“, so führt Eilert aus, „ist es in Kamen das erste Projekt dieser Güte.“

Volksbank investiert vor Ort erstmals in Kindergarten: Wiederholung nicht ausgeschlossen

Jürgen Eilert (l.) und Ralf Schotte bilden den Vorstand der Volksbank Kamen-Werne. Das Institut tritt als Investor für den neuen Kindergarten in Südkamen auf. © Archiv

Auch Banken auf der Suche nach alternativen Geldanlagen

In Zeiten des Negativzinses, in denen sich mit Geldanlagen kaum noch Erträge erwirtschaften lassen, treten auch Geldinstitute verstärkt als Investoren auf. Das sei aber nicht der einzige Grund, warum sich die Volksbank jetzt in Kamen engagiere, wie Eilert betont. „Südkamen liegt in unserem Geschäftsgebiet. Und es liegt damit in unserem Interesse, dass mit einem schönen Kindergarten die Infrastruktur vor Ort verbessert wird.“

Ansonsten seien auch Kreditinstitute im Angesicht des historisch tiefen Zinsniveaus auf der Suche nach alternativen Geldanlagen. „Wir schließen nicht aus, dass wir so etwas noch einmal machen, wenn man uns fragt.“ Angaben über eine Investitionssumme veröffentlicht die Volksbank nicht.

Volksbank investiert vor Ort erstmals in Kindergarten: Wiederholung nicht ausgeschlossen

Der neue Kindergarten mit Blick von der Fliednerstraße. Das lichtdurchflutete Gebäude wird künftig vier Gruppen der Ev. Gemeinde Kamen beherbergen, © Privat

Eröffnung im Mai kommenden Jahres geplant

Die Volksbank hat sich das Grundstück an der Hegelstraße für 33 Jahre im Erbbaurecht gesichert. Nach dem Abriss im Februar soll ab März der Rohbau erstellt werden. Wenn das Gebäude bis zum Winter geschlossen ist, kann über den Winter die Innenausstattung erfolgen.

Die Eröffnung ist, falls alles planmäßig verläuft, am 1. Mai kommenden Jahres geplant. Dann werden statt drei Gruppen mit 65 Kindern vier Gruppen mit 75 Kindern betreut. Leiterin ist Ingelore Schraad.

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Ernst Stricker von der Männerforum-Gruppe "Rat und Tat" half tatkräftig beim Umzug in den Übergangs-Kindergarten. Start der Betreuung in den neuen Räumen war am Montag. © Janecke


Ein Modell auch für andere Kindergärten

Auch für andere Kamener Kindergärten, die jünst neu gebaut worden sind, wurden sogenannte Investorenmodelle gewählt. Sprich: Ein Unternehmen baut für den Träger, der dann nicht mit den Investitionskosten belastet ist. Die Mieten übernimmt in der Regel die Stadt, die über Träger wie Awo, DRK, Familienbande oder den Kirchengemeinden den gesetzlich verankerten Betreuungsauftrag erfüllen kann.

So geschehen ist es auch bei den Awo-Kindertagesstätten „Spurensucher“ auf der Lüner Höhe und „Brausepulver“ in Methler, wo der Bauverein zu Lünen, ebenso als lokales Unternehmen, als Investor aufgetreten ist. Dort wurden jeweils 2,2 Millionen Euro investiert.

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Etwa 80 Beschäftigte in Kamen und Werne

Die Volksbank Kamen-Werne ist als Genossenschaft vor über 130 Jahren gegründet worden, genauer: am 10. Juli 1888. Das Kreditinstitut beschäftigt in den sechs Geschäftsstellen 78 Mitarbeiter und sieben Auszubildende – die Hauptgeschäftsstelle in Kamen liegt an der Bahnhofstraße.

Die Kundenzahl beträgt nach eigenen Angaben 26.300, Mitglieder der Genossenschaft gibt es 16.131. Die Bilanzsumme der Volksbank Kamen-Werne beträgt 369 Millionen Euro (Stand 31. Dezember 2018). Die Kunden haben dort 295 Millionen Euro angelegt, die Kundenkredite liegen bei 198 Millionen Euro.

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