Vocalgruppe singt russisch-orthodoxe Weihnachtslieder, die auch im Januar noch passen

dzKonzert in der Magarethenkirche

Die Vocalgruppe „Valerina“ bot in der Magaretenkriche mehrstimmige Gesänge und berührende Musik aus der russisch-orthodoxen Kirche. Die Zuhörer lernten auch etwas über den kulturellen Hintergrund.

von Annika Schulte

Kamen

, 12.01.2020, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ruhe, Klarheit und einzigartige Harmonie: Damit beeindruckten die vier Sänger der Vocalgruppe "Valerina" am Samstag ihr Publikum. Russisch-orthodoxe Lieder und Melodien hallen durch die Margaretenkirche und doch kann man jede der einzelnen Stimmen genau hören.

Die Sänger der A-capella Gruppe Valeria Shishkova (Sopran), Alena Schneider (Alt), Dmitry Arnst (Tenor) Ivan Piltschen (Bass) kommen aus Russland, Weißrussland und Deutschland und entführen ihre Zuhörer nach Osteuropa, mit kirchlichen und Volksliedern. Dabei erfahren die Zuhörer auch spannende Fakten über die russisch-orthodoxe Kirche und Traditionen, die immer noch eine sehr große Rolle spielen. „Bis zum 18. Jahrhundert gab es in den Kirchen nur einstimmige Chöre und diese waren nur für Männer", erklärt Valeria Shishkova.

Doch im Cherubinen-Lied zeigen die Sänger, wie aus einer Stimme viele werden, klar, einzigartig und doch perfekt aufeinander abgestimmt. Ein russisches Weihnachtslied ist ebenfalls Teil des Programms, in Russland wird Weihnachten nach dem julianischen Kalender auch erst am 7. Januar gefeiert.

Die orthodoxen Kirchenmusik kommt ohne Instrumente aus

Obwohl es in der russisch-orthodoxen Kirche keine Musikinstrumente gab und nur der Chor als „Stimmen der Engel" zu hören ist, schaffen es die vier Sänger die ganze Kirche mit ihren Stimmen auszufüllen.

Ungefähr 25 Konzerte gibt die Gruppe jedes Jahr, denn alle Mitglieder sind auch in anderen Ensembles tätig und unterrichten.

Das Programm "Mein Stiller Horizont" verbindet kirchliche und weltliche Gesänge, welche im zweiten Teil zu hören sind und unter anderem aus Gedichten stammen. So singt die Gruppe von einem russischen Dorf im Sommer und wie sich die Bewohner unterhalten, und obwohl man die russischen Texte nicht versteht, klingt das Lied schon fast wie ein Gespräch.

Pfarrerin Verena Mann mag die Harmonie der Lieder

Pfarrerin Verena Mann begeistern vor allem die Harmonie und die Dynamik der Lieder: „Von ganz laut bis sehr leise war alles dabei." Trotz der nun unbeschwerten und heiteren Klänge strahlen die Lieder und Melodien doch eine unerschütterliche Ruhe aus.

„Die Verbindung der hellen und der dunklen Stimmen hat eine beruhigende Wirkung auf mich", sagt Zuhörerin Ingrid Stemmermann. Russische Lieder begeistern sie schon seit vielen Jahren. „Für mich ist das eine Art der Erholung.“

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