Vize-Landrat beschwert sich bei Firmenchef über Staubwolke

dzVorfall in Sandwerk

Der Zwischenfall im neuen Sandwerk auf dem Gelände der kreiseigenen Entsorgungsfirma GWA in Heeren-Werve hat auch politisch Staub aufgewirbelt.

Kamen, Kreis Unna

, 17.10.2018, 16:33 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vize-Landrat und Kreistagsabgeordneter Martin Wiggermann (SPD) aus Heeren-Werve griff am Mittwoch zum Telefonhörer und erkundigte sich bei GWA-Chef Andreas Gérard nach der Ursache für die Staubentwicklung über dem Recyclingbetrieb am Vortag.

Die Staubwolke, die laut Augenzeugenbericht noch in Hunderten Metern Entfernung zu riechen und zu schmecken war, weckt bei Wiggermann Erinnerungen an frühere Jahre, als der Deponie- und Recycling-Standort wegen seiner Umwelt- und Verkehrsauswirkungen auf massive Kritik einer Bürgerinitiative stieß. Inzwischen ist es ruhiger geworden, auch weil die GWA auf die Kritiker zugegangen war.

„Wir haben so etwas wie ein Agreement, es lief ganz gut die letzten Jahre“, sagte Wiggermann nach dem Telefonat mit dem GWA-Chef. „Die Balance zwischen wirtschaftlichem Betrieb und der Umwelt war in den vergangenen Jahren gewährleistet. Jetzt müssen wir aufpassen, dass das so bleibt. Es ist ja bekannt, welche Sensibilität hier besteht.“

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Die Erklärung, dass es sich bei der Staubentwicklung um einen einzelnen Zwischenfall in der Testphase des neuen Sandwerks handelte (wir berichteten) und eine Lösung gefunden ist, hält Wiggermann für überzeugend. „Das ist jetzt passiert, und wir sind uns einig, dass der Betrieb auf einer erträglichen Grundlage für die Anwohner erfolgen muss.“

Die kreiseigene GWA hat durch die Sandaufbereitungsanlage, die unter dem Dach einer gemeinsam mit Gelsenwasser gegründeten Tochter namens GWM läuft, ein zusätzliches wirtschaftliches Standbein bekommen. „Wenn man neue Geschäftsfelder entdeckt, ist das schön für uns als Kreis Unna, aber dann müssen wir auch Umwelt- und Anwohnerverträglichkeit beibehalten“, sagte Wiggermann.

Warum er sich in Absprache mit SPD-Kreistagsfraktionschefin Brigitte Cziehso beim GWA-Chef meldete, erklärte Wiggermann so. Er sei zwar kein GWA-Aufsichtsratsmitglied mehr, müsse aber als Heerener Kreistagsabgeordneter für die Entwicklung auf dem Gelände gerade stehen. Für drei Dinge setze er sich ein: „Nicht mehr Lärm, nicht mehr Staub, nicht mehr Geruch.“

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