Vier Szenarien für die Zukunft des Technoparks

dzEntscheidung im kommenden Jahr

Das Gutachten der Wirtschaftskanzlei „Audalis“ über den Kamener Technopark ist nun in politischer Beratung. Es bestehen vier Möglichkeiten, wie es mit dem Innovationszentrum weitergeht.

Kamen

, 05.10.2018, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In dem Gutachten zur Zukunft der Technopark GmbH entwickeln die Prüfer der Wirtschaftskanzlei „Audalis“ vier Szenarien, wie die Zukunft der Gesellschaft, die Kamens Strukturwandel managt, aussehen könnte. Seit voriger Woche liegt das umfangreiche Werk den Fraktionen des Stadtrats zur Beratung vor. Bis zur Ratssitzung im Dezember hat die örtliche Politik nun Zeit, sich eine Meinung zu bilden, mit welchen Mitteln die Arbeit auf dem Gelände unter dem Fördergerüst der ehemaligen Zeche „Monopol“ weiter betrieben werden soll. Wie berichtet ist Geschäftsführer Hubertus Ebbers Ende September in den Ruhestand gegangen, übergangsweise soll Wirtschaftsförderin Ingelore Peppmeier die Geschäfte leiten – in enger Zusammenarbeit mit Bürgermeisterin Elke Kappen.

Szenario 1: Die Technopark Kamen GmbH, zurzeit besetzt mit fünf Mitarbeitern, wird aufgelöst. Die Arbeit wird fortan im Rathaus bei der Wirtschaftsförderung angesiedelt.

Szenario 2: Die Wirtschaftsförderung im Kreis Unna (WFG), die als Gesellschafterin zurzeit mit 24 Prozent an der Technopark GmbH beteiligt ist, übernimmt die Gesellschaft vollständig. Der Einfluss der Stadt Kamen würde sich verringern.

Szenario 3: Die Technopark Kamen GmbH bleibt bestehen, wird aber aus dem Rathaus geführt, wie es zurzeit befristet bis Ende 2019 vorgesehen ist.

Szenario 4: Es wird ein Geschäftsführer bestellt, der wie Hubertus Ebbers die Geschäfte eigenständig führen kann. Eine Ausschreibung der Führungsstelle würde dann im Laufe des kommenden Jahres veröffentlicht.

Vier Szenarien, von denen bisher keines favorisiert wird, wie Bürgermeisterin Elke Kappen und Wirtschaftsförderin Peppmeier in einem Gespräch mit der Redaktion betonen. „Wir setzen auf einen offenen Beratungsprozess“, so Kappen.

Bis zu einer Entscheidung im Laufe des kommenden Jahres soll die Technopark-Gesellschaft ohne Reibungsverluste weitergeführt werden. „Es wird sowohl in der Betreuung der Firmen vor Ort als auch in der Vermarktung keinen Qualitätsverlust geben“, ist Peppmeier überzeugt. Montags und mittwochs seien Technopark-Termine eingetaktet, mit Prokuristin Gisela Dahmann sei eine erfahrene Fachkraft vor Ort.

In Kontakt stehe Peppmeier auch mit vier Firmen, die sich auf den letzten freien Flächen des Technologieparks ansiedeln wollen. Die Planungskonzepte der Unternehmen aus den Bereichen Dienstleistung, Informationstechnik (IT) und Produzierendes Gewerbe befänden sich zurzeit in der Prüfung. Ansonsten herrscht nahezu Vollauslastung in den drei Technopark-Bereichen, zu denen neben dem Technologiepark das Gründerzentrum an der Herbert-Wehner-Straße und das Technologiezentrum im alten Monopol-Verwaltungsgebäude an der Lünener Straße zählten. In allen drei Bereichen sind 882 Mitarbeiter in 83 Unternehmen beschäftigt. „Pass auf mein Baby auf“, habe Hubertus Ebbers zu ihr bei der Übergabe gesagt, so Peppmeier, die die Pionierarbeit ihres Vorgängers sehr wertschätzt. Und sie habe geantwortet. „Keine Sorge, dein Baby ist jetzt erwachsen!“

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Parteikasse missbraucht
Ex-Vizebürgermeisterin parkte mutmaßliches Schwarzgeld auf Konto der Grünen
Hellweger Anzeiger Handwerk in Kamen
Meisterpflicht für Fliesenleger kommt: Die Qualität könnte steigen und der Preis auch