Viel mehr Arbeitsplätze durch Arvato und Woolworth, aber auch viel mehr Lastwagen

dzNächtliches Lkw-Fahrverbot

Mehr Konsum durch Online-Handel, zu wenig Güter auf der Schiene. Die GAL/Linke analysiert die Verkehrslage der Stadt und stützt die SPD bei dem Vorstoß, Lkw-Durchfahrtsverbote zu verhängen.

Kamen

, 30.11.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fraktion Linke/GAL stützt die SPD in ihrem Anliegen, Luftmessungen für die Werver Mark durchzusetzen und zusätzlich ein Lkw-Nachtfahrverbot anzubahnen, das auch an der Lünener Straße gelten soll.

„Für die Stadt Kamen ist es wichtig, die Bürger vor den Auswirkungen der steigenden Verkehre zu schützen“, so Fraktionsvorsitzender Klaus Dieter Grosch in einer Mitteilung.

Für ihn sind SPD und CDU vor allem aber auf „den gleichen Zug aufgesprungen, nachdem ein Anwohner die Fraktionen in Rat und Ausschüssen ständig mit Anfragen konfrontiert hat“.

Damit ist der Heerener Peter Streich gemeint, der sich engagiert für mehr Lebensqualität an den vielbefahrenen Straßen einsetzt.

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Verändertes Konsumverhalten bringt mehr Verkehr

Die Ursachen des steigenden Lkw-Aufkommens sind nach Ansicht der Fraktion hausgemacht. Beispielweise, so Grosch, durch die Veränderung des Konsumverhaltens.

„Der Einkauf erfolgt nicht mehr vorwiegend in den Läden der Innenstädte, sondern am heimischen Rechner. Schnell müssen Waren von A nach B transportiert werden und viele werden dann – weil sie nicht gefallen oder nicht passen – wieder zurück transportiert.“ Das „Just in Time“-Geschäft, so Grosch, mache es möglich.

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Für die wachsende Verkehrsbelastung auch verantwortlich, so setzt Grosch die Betrachtung fort, sei das Entstehen großer Logistik-Betriebe rund um die Autobahnen.

Die Stadt Kamen am Verkehrskreuz der beiden vielleicht wichtigsten Autobahnen sei hier prädestiniert. „Arvato und Woolworth haben in Kamen sicher viele Arbeitsplätze geschaffen, doch damit ist – neben der Vernichtung von Freiflächen – eben auch eine Steigerung des Lkw-Verkehrs verbunden.“

Dazu würden zusätzlich die Ansiedlungen in Unna-Königsborn und Bönen kommen.

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Wachsender Straßenverkehr durch Vernachlässigung der Schiene

Als weiteren Grund für zunehmende Belastung durch den Straßenverkehr nennt Grosch die Vernachlässigung der Schiene.

„Die Politik der Bundes- und Landesregierungen haben den Güterverkehr der Bahn vernachlässigt und auf die Straßen verlegt.“ Dazu würden Umfahrungen vorbei am „staugeplagten Kamener Kreuzes“ kommen.

Grosch: „Die Autobahngebühren lassen für die Lkw zudem Wege über Land-, Kreis- und Stadtstraßen lukrativ erscheinen.“ Die Verkehre auf allen Straßen – und hier vor allem die Lkw-Verkehre – seien in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. „Betroffen davon sind vor allem die Anwohner, die zusätzlichen Lärm und Abgase ertragen müssen.“

Deswegen sei es ein richtiger Schritt, Lkw-Nachtfahrverbote zu verhängen. Keine Option allerdings sei der Bau von Umgehungsstraßen wie die Westtangente oder die diskutierte Umgehung für die Werver Mark östlich von Werve.

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