Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Videospiele und Kinder: Rüstzeug für die Eltern

dzErstaunliche Infos zum Thema Videospiele

Videospiele sind fast in jedem Kinderzimmer gegenwärtig. Nicht immer ist es einfach, sich in der digitalen Welt zurecht zu finden. Hilfe kommt von Medienpädagoge Philipp Dubberke.

von Niklas Mallitzky

Kamen

, 11.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Zwei Balken und ein Punkt - viel mehr brauchte es in den 70er-Jahren nicht, um Videospiel-Begeisterte an den heimischen Fernseher zu fesseln. Die Zeiten der Tennissimulation „Pong“ sind lange vorüber, Videospiele haben in den vergangenen 40 Jahren einen regelrechten Quantensprung erlebt.

Für viele Eltern ist das Hobby ihrer Sprösslinge mehr denn je ein verworrener Dschungel voller kryptischer Abkürzungen und teilweise undurchsichtiger Geschäftspraktiken der Anbieter. Philipp Dubberke will Licht ins Dunkel der Unterhaltungssoftware bringen, bei seinem Vortrag zum Thema „Videospiele“ in der Konzertaula gibt der Medienpädagoge einen tiefen Einblick in die Welt der Gamer. Der Förderverein der „Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern der Städte Bergkamen und Kamen“ hat den Experten eingeladen und trifft damit anscheinend den Nerv der Eltern. Auch Bernd Lefarth, Vorsitzender des Fördervereins, ist überrascht: Mit so vielen Besuchern hat er nicht gerechnet. Rund 50 Eltern sind gekommen und warten gespannt auf die Ausführungen des Experten.

Nicht nur optischer Wandel, auch gesellschaftlicher

Videospiele haben sich seit Mitte der 70er-Jahre optisch stark gewandelt. Wichtiger als der visuelle Wandel sei aber noch der Wandel, den die Videospiele gesellschaftlich vollzogen hätten, so Dubberke: „Die Spiele sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen, werden mittlerweile sogar als Kulturgut wahrgenommen.“ Schon lange seien Videospiele keine reine Kinderbespaßung mehr, das Alter des durchschnittlichen Spielers liege heute irgendwo bei Mitte 30. Die Games-Industrie macht in Deutschland mittlerweile deutlich mehr Umsatz als die Film- und Musikindustrie, allein im Jahr 2018 waren es rund dreieinhalb Milliarden Euro.

Videospiele und Kinder: Rüstzeug für die Eltern

Videospiele sind fast in jedem Haushalt zu finden. Nicht nur Kinder beschäftigen sich mit dieser Form digitaler Unterhaltung. © picture alliance / Sebastian Gol

Bis zu 100 Spieler gegeneinander

Momentan eines der beliebtesten Spiele weltweit ist „Fortnite Battle Royale“, ein Videospiel bei dem bis zu 100 Spieler gegeneinander antreten und sich solange bekriegen, bis nur noch einer übrig bleibt. Das Spiel selbst ist kostenlos, trotzdem bescherte es laut Dubberke dem Entwicklerstudio im vergangenen Jahr einen Profit von drei Milliarden Dollar. Wie ein kostenloses Spiel derart viel Geld machen kann? Ganz einfach, erklärt Dubberke: „Das Geld verdient das Entwicklerstudio mit ‚Microtransactions‘, in der App-Branche auch ‚In-App-Käufe‘ genannt.“ Diese Microtransactions verändern in diesem Fall nur das Aussehen der Spielfigur, für viele Jugendliche trotzdem ein wichtiger Faktor. „Es ist wie mit Markenklamotten“, so Dubberke. „Da geht es oft um Prestige.“

Die Kinder an Regeln beteiligen

Während Fortnite ein Spiel für Konsolen und den PC ist, gibt es auch das Genre der Mobile Games, die auf Smartphones und Tablets gespielt werden. Auch dort spielen Microtransaktionen eine große Rolle, können zum Beispiel die Wartezeit verkürzen, um weiter spielen zu können. Ob das System der Microtransaktionen nicht das Suchtpotenzial fördere. Nicht unbedingt, findet Dubberke, denn wenn man 50 Cent zahle, um dann zum Beispiel während einer Zugfahrt zwei Stunden lang unterhalten zu werden, dann finde er das durchaus fair.

Natürlich haben Videospiele auch negative Seiten und können zum Suchtfaktor werden. Generell rät er, sich mit den Spielen der Kinder zu beschäftigen und selbst zu entscheiden, ob ein Spiel für den eigenen Nachwuchs geeignet sei. So könne man durchaus Grenzen setzen, ohne gleich in ein Schwarz-Weiß-Denken zu verfallen. Am Aufstellen der familiären Regeln zum Videospielkonsum könne man die Kinder auch selbst beteiligen, findet er: „Wenn die Kinder involviert werden, halten sie sich oft stärker daran, weil sie sie ja mit gestaltet haben.“

Lesen Sie jetzt

Hellweger Anzeiger 5000 Euro für Hinweise

Nach Wasserschaden an Realschule in Kamen: Trotz Belohnung keine Hinweise

Hellweger Anzeiger Jugendamt unter neuer Leitung

Nur nichts übersehen: Gegen Verwahrlosung und für das Kindeswohl

Hellweger Anzeiger Multikulturelles Jugendtreffen

Graffiti-Aktion im JKC: Jugendliche lassen Schweine auf dem Regenbogen spazieren

Meistgelesen