Video-Gebete und Kerzen im Fenster: Wie die Kirchengemeinden dem Coronavirus trotzen

dzGottesdienste fallen aus

Es sind bedrückende Zeiten. Die Angst vor dem Coronavirus macht sich allmählich breit. Die Kamener Gemeinden halten mit Gebeten und besonderen Ideen dagegen. Denn Beten klappt auch ohne Gottesdienst.

17.03.2020, 14:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Unsere Gottesdienste sowie Passionsandachten werden bis einschließlich 19.04.20 nicht stattfinden können.“ Das verkündet die Ev. Luth. Kirchengemeinde Methler auf ihrer Homepage. Auch Trauungen und Taufen fallen aus. Die Kirchengemeinde reagiert so auf das grassierende Coronavirus.

Auch alle gemeindlichen Gruppen und Kreise werden zunächst bis zum 19. April abgesagt.

Zutritt zur Kirche gibt es nur noch eingeschränkt: Die Margaretenkirche wird künftig nur noch sonntags von 9.30 Uhr bis 11.30 Uhr sowie mittwochs und sonntags jeweils von 15 bis 17 Uhr für ein stilles Gebet geöffnet haben. Nur Gläubige, die symptomfrei sind, sind dann in der Kirche willkommen.

Wöchentliche Videosequenzen als Gottesdienst-Ersatz

Die Gemeinde weist zudem darauf hin, den empfohlenen Mindestabstand einzuhalten und hat dafür die Plätze in der Kirche entsprechend markiert. Auch Desinfektionsmittel, zur Nutzung vor Eintritt in die Kirche, sind vorhanden.

Doch trotz dieser Umstände – oder gerade deshalb – setzt sich die Gemeinde für ein gemeinsames Gebet ein – auf ganz modernem Wege.

Die Sonne scheint, das perfekte Wetter, um sich nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz zu treffen und zu plaudern. Bis das aber wieder möglich ist, könnte es noch eine Weile dauern.

Die Sonne scheint, das perfekte Wetter, um sich nach dem Gottesdienst auf dem Kirchplatz zu treffen und zu plaudern. Bis das aber wieder möglich ist, könnte es noch eine Weile dauern. © Marcel Drawe

Wöchentlich werden die Pfarrer der Gemeinde eine Videosequenz in der Margaretenkirche aufnehmen, die wöchentlich auf der Homepage www.methler.ekvw.de erscheinen wird. „Bitte nutzen Sie zudem die Fernseh- und Radiogottesdienste der Fernseh- und Rundfunkanstalten. Im Gebet sind wir ferner miteinander verbunden“, so die Gemeinde.

Eine Kerze für alle, die in diesen Zeiten Unterstützung brauchen

Die Kirchengemeinde in Methler ist aber freilich nicht die einzige, die sich mit dem Coronavirus befassen muss. Auch die anderen Kamener Gemeinden sind betroffen, müssen ihre Treffen und Gottesdienste absagen. Der Pastoralverbund hat ebenfalls Informationen auf seiner Internetseite www.kirche-am-kreuz.de veröffentlicht. Die Erstkommunionfeiern fallen aus, Absprachen und Kondolenzgespräche werden nur noch telefonisch geführt. Beerdigungen finden noch statt, allerdings in möglichst kleinem Rahmen.

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Auch der Pastoralverbund appelliert an die Gemeindemitglieder, weiterhin (gemeinsam) zu beten – zum Beispiel wenn die Glocken läuten oder zu den üblichen Gottesdienstzeiten.

Zur Vernetzung schlägt der Pastoralverbund vor, dass jeder täglich um 19.55 Uhr eine Kerze ins Fenster stellt und in diesen Augenblicken an alle denkt, „die angesichts der aktuellen Lage konkret helfen, die Entscheidungen treffen müssen, die unsere Unterstützung brauchen.“

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