VHS-Haus steht unmittelbar vor dem Verkauf

dzTrennung vom denkmalgeschützten Haus

Der Abschluss der Verkaufsverhandlungen soll in den nächsten zwei Wochen erfolgen. Umzug der VHS nach Heeren ist aber erst fürs kommende Jahr vorgesehen. Nicht alle finden den Verkauf gut.

Kamen

, 12.10.2018, 18:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt Kamen veräußert ihr Tafelsilber. Das VHS-Haus, das in städtischer Hand saniert und schrittweise denkmalschutzgerecht hergerichtet worden ist, soll voraussichtlich schon in den nächsten zwei Wochen den Besitzer wechseln. „Wir gehen jetzt in die finalen Verhandlungen“, berichtet Ingelore Peppmeier, Wirtschaftsförderin der Stadt Kamen, auf Anfrage der Redaktion.

Der markante Backsteinbau an der Straße Am Geist, Hausnummer 1, beherbergt die Zentrale der Volkshochschule Kamen-Bönen – mit Sitz der Verwaltung, einigen Kursräumen und einem Garten, der für Veranstaltungen genutzt wird. Bekanntlich wird die Schule für Erwachsenenbildung im kommenden Jahr das Gebäude verlassen und nach Heeren-Werve ziehen. Dort wird an der Bergstraße zurzeit die ehemalige Käthe-Kollwitz-Schule umgebaut. Im Laufe der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres ist der Umzug geplant.

Investor noch unbekannt

Wer das Haus erwerben will, ist noch nicht öffentlich. Bisher gab es lediglich eine Information der Stadtverwaltung im nicht-öffentlichen Teil des Wirtschaftsausschusses am 10. September. Dort gab Peppmeier die Eckdaten des Deals bekannt, unter anderem den vorgesehenen Verkaufspreis. Der private Investor, der sich für das Haus interessiert, hat signalisiert, das ihn die strikten Vorgaben des Denkmalschutzrechts nicht schrecken. „Wegen dieser Auflagen haben wir nicht so schnell mit Interessenten gerechnet. Es war nicht zu erwarten, dass wir so schnell zu einem Verkauf kommen werden“, so Peppmeier. Der Investor habe nachgewiesen, dass er im Umgang mit Denkmalschutzrecht Erfahrung habe.

Als die Verkaufspläne vor zwei Jahren bekannt wurden, hatte sich Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß dafür ausgesprochen, das Haus in städtischer Hand zu belassen. Für ihn zählt das Gebäude zu den bedeutendsten Denkmalen der Stadt. Eine Nutzung des Erdgeschosses, so argumentierte er, sei für private Nutzer nur eingeschränkt möglich. Er verwies auf die der früheren Apotheke zugehörende, denkmalgeschützte Werkstatt, in der hochwertige Waren produziert wurden. Dieser Raum enthält die komplette Einrichtung aus dem 19. Jahrhundert.

Diamantschnittquader

Das Haus, so erläuterte der Heimatpfleger, wurde 1886 im Stil der französischen Neo-Renaissance errichtet. „Die Fassade ist durch rote Ziegelflächen und Putzgesimse gegliedert – auf der linken Seite ein vorspringender Turm mit einer Aussichtsplattform mit Gitter; rechts ein breiter Vorsprung mit Fenstern.“ Dazwischen gebe es einen dreiachsigen Fassadenteil mit mittiger Haustür. Die Ecken der Risalite – das sind vorspringende Gebäudeteile – seien in Diamantenschnittquader ausgeführt.

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