VHS-Haus: Der Buchwert ist wohl auch der Kaufpreis

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Die Ortsheimatpfleger streben an, zusammen mit der Stadt Kamen eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie die Zukunft des vor dem Verkauf stehenden VHS-Hauses gestaltet werden kann.

Kamen

, 26.11.2018, 17:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die sieben Ortsheimatpfleger streben an, zusammen mit der Stadt Kamen eine einvernehmliche Lösung zu finden, wie die Zukunft des vor dem Verkauf stehenden VHS-Hauses am besten gestaltet werden kann. „Wir wollen das zusammen mit Politik und Verwaltung versuchen“, kündigt Ortsheimatpfleger Karl-Heinz Stoltefuß auf Anfrage der Redaktion an. Wie berichtet soll das denkmalgeschützte Haus veräußert werden. Für einen Betrag von 243.000 Euro, wie jetzt bekannt wurde. Dabei soll es sich um den Buchwert und nicht den Marktwert des Hauses handeln. Der Verkaufsbeschluss wurde einstimmig im nichtöffentlichen Teil des vorletzten Wirtschaftsausschusses gefällt, wie die Stadt Kamen in einer Pressemitteilung berichtet hatte.

„Wir haben noch einmal alle zusammen über das Objekt gesprochen“, berichtet Stoltefuß über ein Treffen im Kath. Pfarrheim. Die Ortsheimatpfleger bezeichnen das markant in den Farben Weiß und Rot gestreifte Haus auch als „Alte Apotheke“ – eine denkmalgeschützte Apotheken-Einrichtung zählt zum wertvollen Inventar des Hauses. Die Ortsheimatpfleger arbeiten zurzeit an einem konkreten Vorschlag, der der Stadtverwaltung unterbreitet werden soll. Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Zuletzt hatten sich die Ortsheimatpfleger dafür eingesetzt, dass das Haus in städtischer Hand bleiben soll. Möglicherweise stehen sie nun auch einem privaten Investor aufgeschlossener gegenüber, falls sie mehr Einzelheiten über den angestrebten Verkaufsdeal erhalten. „Wir stehen bei dem Thema zusammen“, betont Stoltefuß, nachdem der Eindruck entstanden war, die Stadtverwaltung habe versucht, einen Keil in die Reihe der Ehrenamtler zu treiben. Ortsheimatpflegerin Edith Sujatta war in einer Pressemitteilung der Stadt dabei pro VHS-Verkauf zitiert worden. Gegenüber unserer Redaktion hatte sie gesagt, dass das falsch sei.

In der Zusammenkunft der Heimatpfleger wurde auch über die neuen Fördermöglichkeiten des Landesheimatministeriums gesprochen, das unter Leitung der Kamener CDU-Politikerin Ina Scharrenbach steht. „Dieses Förderprogramm bietet vielfältige Möglichkeiten, große und kleinere Vorhaben in der Denkmalpflege zu fördern“, so Stoltefuß. Die Richtlinien gibt es auf der Internetseite des Ministeriums unter „Heimat.Zukunft.Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was Menschen verbindet.“ Denkmaleigentümer, die mehr darüber wissen wollen, könnten sich an die Ortsheimatpfleger, aber auch an die Untere Denkmalbehörde im Rathaus wenden, so Stoltefuß.

Unterdes erhalten die Ortsheimatpfleger Unterstützung von Klaus Holzer vom Kulturkreis Kamen (KKK). Den jetzt bekannt gewordenen Verkaufspreis des Hauses stuft er als relativ niedrig ein. „Wenn verkaufen, warum dann nicht zum Marktwert, der wohl höher ist“, fragt er. Ein Verkauf wäre für ihn aus stadthistorischer Sicht aber nicht ideal. „Dass man damit argumentiert, man könnte es wegen der Treppe für städtische Zwecke nicht nutzen, ist nicht treffend. Auch das Museum hat keinen barrierefreien Zugang. Dort muss man auch über Stufen gehen.“ Das VHS-Haus, so sein Vorschlag, könnte als dezentraler Museums-Standort genutzt werden. „Wir haben so viele wundervolle Exponate, die im Museum nicht alle gezeigt werden können.“ Zusammen mit der Apotheken-Einrichtung könnte das eine sinnvolle Ergänzung sein.

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