Verwirrung um Behindertenparkplätze

dzAm Rande der Kirmes

Autofahrer und Schausteller kommen sich in die Quere, weil Hinweise auf die Sperrung mit Verspätung aufgestellt werden. Zum Ärger eines Bergkameners, der seine Frau zum Arzt bringen will.

Kamen

, 17.10.2018, 14:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Verwirrung um die Behindertenparkplätze in Höhe des Einkaufszentrums „Kamen Quadrat“ an der Kampstraße. Als der Bergkamener Klaus-Peter Jagielki, der seine Ehefrau zu einem Arzttermin begleitete, dort parken will, blockierte ein schwarzer Mercedes-Sprinter in aufreizender Querparkweise gleich zwei Parkbuchten für Behinderte. Ein Ausweis mit Schwerbehindertenvermerk Fehlanzeige. Es handelte sich um Handwerker, die beim Aufbau des Severinsmarkts anpackten. „Auf die Bitte, den Parkplatz freizumachen, reagierten sie nicht“, so Jagielki verdrossen. Er schoss ein Bild mit seinem Smartphone und wandte sich an die Stadtverwaltung. Kurze Zeit später klärte der Marktmeister die Situation. Der Parkplatz war wieder frei.

Verwirrung um Behindertenparkplätze

Während der Kirmes gilt absolutes Halteverbot auf den Parkplätzen an der Kampstraße. © Marcel Drawe

Doch nur für kurze Zeit. Denn die Behindertenparkplätze sollten am Mittwochmorgen schon gar nicht mehr zur Verfügung stehen, wie nun an Schildern, die kurze Zeit später offenbar verspätet aufgestellt wurden, abzulesen ist. Dort ist ein absolutes Halteverbot ausgewiesen bereits ab Dienstag, 16. Oktober, 6 Uhr. Für die Schausteller, die mit großem Gerät anrücken und Platz für den Aufbau benötigen. Am Mittwoch wurde unter anderem der Autoscooter aufgebaut – die kleinen metallicfarbenen Flitzer, die im Laderaum eines Lasters übereinandergestapelt waren, wurden nach und nach ausgeladen. Über das Schild mit dem Verweis auf die Schwerbehindertenparkplätze war zu diesem Zeitpunkt, ebenso verspätet, eine graue Tüte gestülpt worden, die am unteren Ende mit Klebeband fixiert wurde.

Jagielki weiß aus leidlicher Erfahrung, dass es immer wieder vorkommt, dass es andere Verkehrsteilnehmer nicht so genau nehmen, wenn es um das Parken auf Schwerbehindertenparkplätzen geht.

Verwirrung um Behindertenparkplätze

Die Kampstraße am Morgen: Ein Sprinter blockiert Behindertenparkplätze, entsprechende Hinweise sind noch nicht aufgestellt. © Privat

Polizei, Abschleppdienst

Deswegen wendet er sich in der Regel an die Stadtverwaltungen, um Hilfe zu erhalten. Gute Erfahrungen hat er in Lünen gemacht, wo die Behörde Mitarbeiter schickte, die binnen einer halben Stunde da waren. „Da hing die Knolle am Auto“, sagt er. In Dortmund kontrolliere sogar die Polizei, wie er festgestellt hat. „Die fragten mich nicht nur nach dem Ausweis, sondern auch, ob die berechtigte Person dabei war“, berichtet er. Sie war. In Münster, so seine Erfahrungen, würde die Stadtverwaltung auch Abschleppdienste rufen, wenn gegen die Vorschrift verstoßen werde. Jagielki: „Denn was nützt ein Behindertenparkplatz, wenn er für die diejenigen, die ihn benötigen, nicht zur Verfügung steht?“

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