Corona-Schnelltests für Selbstzahler können zurzeit in vielen Apotheken durchgeführt werden. Margarete Tautges testet regelmäßig auch ihre Mitarbeiter, wie hier Apotheker Sven Röhl. © Marcel Drawe
Tests für Schulen und Kindergärten

Verwirrung bei Schnelltests: Apothekerin fühlt sich ausgebremst

Präventive Schnelltests für Kindergärten und Grundschulen direkt in der Apotheke vor Ort: Apothekerin Margarete Tautges hat ein Detail entdeckt, das die geplante Virus-Bekämpfung erschwert.

Die Apotheken sollen laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einen Beitrag zur Pandemie-Bekämpfung leisten, indem sie präventive und kostenlose Corona-Testungen beispielsweise für Kindergärten und Grundschulen direkt vor Ort durchführen.

Doch offenbar gibt es noch widersprüchliche Details, die das zurzeit infrage stellen. Auf solch einen Widerspruch ist Apothekerin Margarete Tautges gestoßen, die in Methler die traditionsreiche Kaiserau-Apotheke und im Kamen-Quadrat die vergleichsweise junge Apotheke im Quadrat führt. „Es gibt offenbar noch ein Durcheinander“, sagt sie.

Die Corona-Schnelltests, hier am Freitag in der Kaiserau-Apotheke, werden ähnlich wie Schwangerschafts-Tests ausgewertet. Rutscht die Anzeige auf das „T“ bedeutet das:
Die Corona-Schnelltests, hier am Freitag in der Kaiserau-Apotheke, werden ähnlich wie Schwangerschafts-Tests ausgewertet. Rutscht die Anzeige auf das „T“ bedeutet das: „Test positiv“. © Marcel Drawe © Marcel Drawe

Präventive Tests beispielsweise für Kindergärten

Mit viel Einsatzkraft und Engagement zusätzlich zum normalen Betrieb bereiten sich Apotheken momentan darauf vor, ein präventives Schnelltest-Angebot zur Eindämmung des gefährlichen Virus aufzubauen. „Wir haben bei uns in der Apotheke ein Forum, das dazu genutzt werden könnte“, berichtet Tautges.

Für den Raum, der außerhalb der Corona-Krise für betriebliche Besprechungen oder Vorträge benutzt wird, gibt es zurzeit keine Verwendung. „Anfragen von Kindergärten und anderen Einrichtungen, ob wir diese Tests für sie durchführen können, liegen uns schon vor“, so Tautges.

Unklar, wer die Massentests bezahlt

Momentan kann sie darauf keine Antwort geben. Zwar ist laut der aktuellen Coronavirus-Testverordnung vom 27. Januar unter Paragraf 6 geregelt, dass neben Gesundheitsdiensten, Testzentren, Arztpraxen, zahnärztlichen Praxen und medizinischen Laboren auch Apotheken zu den sogenannten Leistungserbringern zählen, die die Kosten mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) abrechnen können.

Eine Anfrage beim Gesundheitsamt Unna, so Tautges, habe indes ergeben, dass die präventiven Tests über die KVWL nicht abgerechnet werden können. Tautges fordert nun, dass in dieser Frage schnell Klarheit geschaffen wird. „Sonst werden Erwartungen an uns gestellt, die wir nicht erfüllen können.“

Frei verkäufliche Schnelltests wohl ab Mitte März

Die Apothekerin will sich der zusätzlichen Aufgabe stellen, obwohl das personelle und räumliche Ressourcen fordert. „Wir müssen nur wissen, wie wir agieren können“, fordert sie.

Unterdessen bereitet sich die Apotheke auf den Verkauf von Antigen-Schnelltests vor, die vermutlich ab Mitte März vorliegen werden. „Wir haben ausreichend bestellt“, berichtet die Apothekerin. Diese frei verkäuflichen Schnelltests funktionieren über den Abstrich über die Nasenmuschel – der angenehmer sein soll als die tiefer in der Nase anzuwendenden Stäbchentests.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke
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