Versaute Bürgersteige, verschmutzter Wald: Dieser Brief geht an den Landrat

dzLogistik

Ihre ekelerregenden Fotos von den Hinterlassenschaften zeigen sie dem Landrat zwar nicht. Dennoch bleiben die Naturfreunde hartnäckig und konfrontieren Michael Makiolla mit dem Notdurft-Ärger.

Kamen

, 21.10.2019, 11:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Naturfreunde Kamen bleiben hartnäckig in Sachen Notdurft-Ärger am Pröbstingholz, wo die Lkw-Fahrer vor den großen Logistik-Lagern auf Unnaer Gebiet keine Möglichkeit haben, ihre Notdurft zu verrichten. Sie veröffentlichten jetzt ihren Brief, den sie an Landrat Michael Makiolla schickten, um zusätzlich Druck in der Angelegenheit aufzubauen. Unterdes postierten sie sich selbst vor Ort, um die Lastwagen zu zählen.

Geradezu detektivische Arbeit geleistet

50 Lastwagen zählten sie in der Nähe des Pröbstingholzes, dort, wo die unhaltbaren Zustände im Bereich des Regenauffangbeckens beobachtet werden. Am Sonntag, 29. September, Donnerstag, 3. Oktober, und Sonntag, 13. Oktober, leisteten die Naturfreunde bei ihren Stichproben geradezu detektivische Arbeit, zählten Lastwagen und notierten Kennzeichen. Dabei zahlreiche Laster aus Deutschland, aber überwiegend aus dem europäischen Ausland. Rumänien, Luxemburg, Litauen, Italien, Türkei, Polen und viele weitere. „50 Lastwagen, die an zwei Wochenenden auf ihre Abfertigung Montagfrüh warten“, hat Heribert Jurasik, Vorsitzender der Naturfreunde, beobachtet. „Und wie immer keine Toilette vorhanden, nicht einmal duschen können sie.“

Versaute Bürgersteige, verschmutzter Wald: Dieser Brief geht an den Landrat

Dan Tolbaru (gelbe Jacke) und Tica Rem stammen aus Rumänien, arbeiten für eine Spedition und sind in ganz Europa mit ihrem Sattelzug unterwegs. Nachdem sie ihre Lieferung bei DHL abgeladen haben, bereiten sie auf der leeren Ladefläche ihr Abendessen zu, bevor sie am nächsten Tag neue Ladung nach Österreich bringen. © Stefan Milk

Stichhaltiges Material bei Befragung sammeln

Wie berichtet hat die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kreis Unna (WFG) nunmehr damit begonnen, die Lkw-Fahrer zu befragen, um genauere Erkenntnisse zu erhalten, woher die Fahrer kommen und wohin sie wollen. Damit soll stichhaltiges Material gesammelt werden, um etwas in der Hand zu haben, wenn mit den Unternehmen darüber verhandelt wird, Verbesserungen für die LKW-Fahrer zu erzielen. Der Fragebogen, der jetzt vorliegt, ist in sechs unterschiedlichen Sprachen verfasst worden. Die Teilnahme ist anonym und freiwillig.

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Naturfreunde sorgen sich über Ansteckungsgefahr

In ihrem Brief an den Landrat schildern die Naturfreunde die Risiken, die durch die Verunreinigungen entstehen können. Die Übertragung von Krankheitserregern durch Ratten, einschließlich von in Fäkalien vorkommenden Erregern, sei ein Ernst zu nehmendes Thema. Weil der Weg von vielen Spaziergängern mit Haustieren, Radfahrern und Wanderern genutzt werde, sei eine Ansteckungsgefahr vorhanden, argumentiert Jurasik. Dass es kurzfristig keine nachhaltige Lösung geben könne, sei auch ihm klar. Warum aber könne kurzfristig, so seine Frage an den Landrat, kein Sanitärcontainer aufgestellt werden? „Damit hätte sich auch DHL ein großes Problem vom Hals geschafft.“ Für Jurasik ist klar, dass schnell etwas geschehen muss, so heißt es in dem Schreiben an Makiolla. „Die Situation vor Ort ist nicht mehr zu beschreiben.“

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