Ein verkaufsoffener Sonntag in Corona-Zeiten ist am 29. November in Kamen geplant. Dann ist erster Advent. © Udo Hennes
Meinung

Verkaufsoffener Sonntag: Ja zum Einkaufen in Kamen, aber bitte an anderen Tagen

Am 29. November ist verkaufsoffener Sonntag in Kamen, während das Leben in anderen Veranstaltungsbereichen nahezu still steht. Unser Autor erklärt, warum er den „Verkaufsoffenen“ für das falsche Signal hält.

Als jetzt im Teil-Lockdown weitere Einschränkungen beschlossen wurden, war mir eigentlich klar: Das war´s auch für den verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent. Denn wer Anfang Oktober beim Kaufsonntag in der Innenstadt war, fühlte sich wie auf dem Westenhellweg in Dortmund. Ich hab gleich die Maske aufgesetzt, um sicher durch die Weststraße zu kommen. Ein gutes Gefühl hatte ich dabei nicht.

Gastronomen mit ausgeklügelten Konzepten

Seitdem sind die Infektionszahlen noch einmal deutlich gestiegen. Gastronomen mussten ihre Lokale schließen.

Obwohl sie sich gute und ausgeklügelte Konzepte ausgedacht haben, um in der Corona-Krise zu bestehen. Egal ob Kümpers, Schulze-Beckinghausen oder La Tapa Guapa.

Gleiches gilt für den Sport, die Kultur und viele andere Bereiche: Kürzer treten, um der Pandemie zu begegnen. Auch wenn es schmerzhaft ist. Und auch wenn jeder Bereich für sich wohl nicht der Super-Spreader ist.

Weiter in Kamens City einkaufen

Damit Sie mich nicht falsch verstehen: Ich kaufe weiter ein bei Brumberg, Bohde und Braune und all den anderen, gehe in den Rewe und auch mal zu Depot. Online-Shoppen ist für mich keine Alternative. Weil ich in Kamen einkaufen möchte und den Einzelhandel schätze. Auch mit Maske. Und ich schätze das Engagement der KIG, die mit kleiner aktiver Mannschaft immer wieder neue Impulse setzt. Einkaufen in Kamen? Bitte bei jeder Gelegenheit!

Das Argument, der zusätzliche Einkaufstag sei eine Entzerrung des Handels, weil dann an anderen Tagen weniger los ist, erschließt sich mir aber nicht. Wie soll das ein einzelner Tag leisten?

Es ist nur ein wenig Disziplin gefordert

Es braucht also keinen verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent. Denn dann könnte es zu ähnlichen Szenen kommen wie Anfang Oktober: Ein verkaufsoffener Sonntag mit einem Andrang, wie ich ihn in Kamen noch nicht erlebt habe. Und das ausgerechnet in Zeiten, wo nur ein wenig Disziplin gefordert ist, um eine Naturkatastrophe zu überstehen. Kaufen wir ein in Kamen, aber an anderen Tagen.

Jetzt habe ich Ihnen meine Meinung gesagt. Sagen Sie mir Ihre! Schreiben Sie uns an kamen@hellwegeranzeiger.de.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
Zur Autorenseite
Carsten Janecke
Lesen Sie jetzt