Händler reagieren auf Kaufsonntag-Kritik: „Kamen darf sich nicht einigeln“

dzShopping in Kamen

Kamen darf sich nicht einigeln, wenn es um verkaufsoffene Sonntage im Advent geht. Das ist die Meinung, die Lothar Becher von der Händlergemeinschaft Kamen vertritt. Er reagiert auf die Kritik.

Kamen

, 20.11.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Familie Becher hält seit 40 Jahren die Fahnen hoch für die Fachgeschäfte in der Kamener Innenstadt. Juwelier Lothar Becher, vielen Kamenern als Gesicht des Traditionsbetriebs bekannt, ist gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender der Kamener Händlergemeinschaft KIG.

Dass jetzt vor Ort Kritik an dem geplanten verkaufsoffenen Sonntag am ersten Advent, 29. November, aufkommt, ärgert ihn. „Ich bin bekanntlich kein Befürworter dieses zusätzlichen Verkaufstages. Aber in diesen Zeiten, da brauchen wir ihn.“

Die Händlergemeinschaft KIG um Juwelier Lothar Becher (M.) setzt auf einen verkaufsoffenen Sonntag Ende November, um ein wenig des durch Corona  verlorenen Umsatzes  wettzumachen. Mit im Bild (v.l.) Bernd Wenge, René Hanck, Ralph Bisdorf, Stephan Theymann und Simona Dick.

Die Händlergemeinschaft KIG um Juwelier Lothar Becher (M.) setzt auf einen verkaufsoffenen Sonntag Ende November, um ein wenig des durch Corona verlorenen Umsatzes wettzumachen. Mit im Bild (v.l.) Bernd Wenge, René Hanck, Ralph Bisdorf, Stephan Theymann und Simona Dick. © Stefan Milk

Kontroverse Haltungen zum Sonntagskauf

Ein verkaufsoffener Sonntag in Zeiten der Corona-Krise und weiterhin hohe Infektionsraten: Kontrovers ist die Diskussion über den Sonntagskauf, der einerseits den Händler einen kleinen Ausgleich zu verlorenen Umsätzen in der Corona-Krise verspricht, andererseits dem ausgegebenen Ziel, zum Infektionsschutz Kontakte zu vermeiden, widerspricht. In Städten wie Lünen verlangen die Jusos die Absage, in Haltern wurde eine Veranstaltung gecancelt.

„Wir können uns es aber nicht leisten, da nicht mitzumachen“, vertritt Becher eine klare Meinung vor allem mit Blick auf andere Nachbarstädte, die sonntags öffnen. „Unna macht vier, Werne drei und wir nur einen. Wir sollten da nicht benachteiligt werden.“

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Kein Händler, bei dem der Umsatz nicht rückläufig ist

Der jüngste verkaufsoffene Sonntag am 4. Oktober, verknüpft mit dem Stadtleuchten-Wochenende, hat so gut eingeschlagen wie lange nicht mehr. „Der erste Kaufsonntag, der in Kamen seit sieben oder acht Jahren wirklich gut war“, blickt Becher zurück. Seine Hoffnung ist, dass der Tag Ende November ähnlich gut verlaufen wird. „Denn ich kenne keinen Händler, bei dem der Umsatz nicht rückläufig ist, außer bei Amazon.“ Doch der Internethändler zahle hier bekanntlich keine Gewerbesteuern. „Das sind erhebliche Ausfälle. Ein Grund, warum Schulen, Schwimmbäder und Straßen nur schleppend saniert werden.“ Der Familienbetrieb mit 16 Mitarbeitern musste noch keine Kurzarbeit anmelden. „Darüber sind wir sehr froh.“

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Guter Schutz gegen erhöhtes Infektionsrisiko

Dass es an dem verkaufsoffenen Sonntag Ende November nicht zu einem erhöhten Infektionsrisiko komme, auch dafür sei gesorgt, so Becher. „Wir haben hier viel investiert. In schützende Makralon-Scheiben, wir geben auch Masken an die Kunden aus.“ In den anderen Geschäften der KIG sei es genau so. Dass man eine Maskenpflicht auch erweitern könne, beispielsweise für die Fußgängerzone, das hielte er durchaus für sinnvoll. Bekanntlich gibt es diese Pflicht schon länger beim Wochenmarkt. Becher betont: „Der Einzelhandel guckt zurzeit in die Röhre. Deswegen sollten wir uns in Kamen auch nicht einigeln.“

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