Reinhard Fehling tritt am Wochenende in Kamen unter freiem Himmel auf – anders als zuletzt auf dem Wochenmarkt, wo ihm der Gesang am Werbestand von „Die Linke“ coronabedingt untersagt wurde. © Borys Sarad
Kulturfest am Wochenende

Verhinderter Wahlkampf-Barde Reinhard Fehling darf jetzt doch singen

Wegen der Coronaregeln bekam Reinhard Fehling jüngst im Wahlkampf einen Maulkorb verpasst, durfte nicht für die Partei „Die Linke“ singen. Am Wochenende sieht das anders aus.

Der verhinderte Wahlkampf-Barde darf nun doch musizieren: Nachdem Kamens bekannter Musiker, Komponist und Chorleiter Reinhard Fehling bei einem Wahlkampfauftritt für die Partei „Die Linke“ wegen der Coronaschutzregeln vom Ordnungsdienst sozusagen einen Maulkorb verpasst bekam, darf er nun mit seiner Truppe „Terz ff“ musizieren – auf dem Minigolfplatz an der Dürerstraße.

Es handelt sich am Samstag, 19 Uhr, um eine von drei Freiluft-Veranstaltungen beim vorletzten Wochenende des kleines Kulturfestes, bei dem schon Bruno Knust, Kai Magnus Sting und Wildes Holz viel Beifall fanden. Beginn ist um 19 Uhr. Die Karten kosten zehn Euro.

Lucas Rieger, der bei „The Voice of Germany“ Finalist war, rockt am Freitag auf dem Minigolfplatz. © Stefan Milk © Stefan Milk

Kümpers-Wirt Michael Wilde tischt bei Lucas Rieger auf

Am Freitag, 18. September, 19 Uhr, spielt bereits das Lucas-Rieger-Duo (ausverkauft) mit dem gleichnamigen Voice-of-Germany-Star aus Kamen. „Aus Solidarität und zur Unterstützung der Kamener Kneipenszene hat unser Team den Kümpers-Wirt Michael Wilde eingeladen, bei Lucas Rieger die Außengastronomie an der Bühne zu betreiben. Nun freuen wir uns sehr auf die Zusammenarbeit und wünschen Michael und seiner Mannschaft am Freitag gute Geschäfte auf unserer Anlage“, kündigte jetzt Organisator Bernd Böhne an.

Der versierte Künstler und Kulturmacher ist bekannt durch seine Rolle als „Hausmeister Machulke“ und durch das neue Heimat-Musical „Radio Ruhrpott“. Jetzt hat er den Minigolfplatz gepachtet, ihn zum Park umdeklariert und zieht dort ein ungewöhnliches Kulturangebot auf, das sporadisch auch in den kommenden Monaten fortgesetzt wird, womöglich mit Lichterfest oder Weihnachtsmarkt.

Terz steht für 30 Jahre Kamener Musikgeschichte

Bei der Gruppe Terz handelt es sich um ein doppeltes Vokalquartett aus Kamen, das laut Ankündigung „zu einem musikalischen Familientreffen“ einlädt.

Die Gruppe Terz

Das ist die Besetzung

„Terz steht für 30 Jahre Kamener Musikgeschichte, für mehrstimmigen Wohlklang, aber auch für musikalische Stellungnahmen zum Zeitgeschehen“, wie Fehling illustriert. Die Vielfalt sei groß: Vom Madrigal zum Pop-Titel, vom politischen Song bis zum Liebeslied.

Anknüpfend an die Tradition der „Kamener Songgruppe“ aus den 80er- und 90er-Jahren hat sich das Ensemble 1989 gegründet und strahlt seitdem in viele Richtungen aus. So sind Mitglieder der Gruppe inzwischen zentrale Akteure unter anderem bei „Hitzefrei“, „4you“, „Der kleine dicke Junge“, „Voices of town“, „Serie 1“ und immer wieder auch im Chor „Die letzten Heuler“.

Berndman und Robin unterbrechen Büscher

Bernd Böhne sei fast ein ‚Urheuler‘, wie Reinhard Fehling augenzwinkernd äußert. Seit den Tagen als jugendlicher Sänger im Kamener Gesamtschulchor und seit 30 Jahren ist er immer wieder bei Terz- und Heuler-Konzerten als Solist dabei – und am Samstagabend singt er auch.

Zusammen mit Fehling, der für die künstlerische Leitung des Ganzen verantwortlich zeichnet, bittet er auf den ungewöhnlichen Schauplatz der Kultur – mit Kaltgetränken und feinen Snacks.

Am Sonntag, 20. September, (19 Uhr) liest dann Bernhard Büscher aus seinem neuen Gedichtband „Mauern im Kopf“, das jetzt neu vorliegt – zwischen den Lesungen musizieren die Musiker.

Robin Lindemann und Bernd Böhne als Duo „Berndman & Robin“ Das ist der erste Veranstaltungsabend bei freiem Eintritt.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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