Diebe im Dorf: Westick will sein „1100 Jahre“-Ortsschild zurück

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Großes Rätselraten im Dorf Westick: Eines von fünf Ortsschildern mit der Aufschrift „1100 Jahre Methler“ ist verschwunden. Ernst Freisendorf von der Vereinsgemeinschaft Methler schlägt Alarm: Schmückt das Objekt jetzt einen Partykeller?

Kamen

, 02.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Methler ist ein Kamener Stadtteil, der stolz auf seine Tradition ist. Davon zeugen mehrere aufwendige Ortsschilder mit der Aufschrift „1100 Jahre Methler“. Auch mehr als 20 Jahre nach der Installation kümmern sich Ehrenamtliche um die Pflege der Tafeln. Nun ist eine davon spurlos verschwunden.

Schon vor ungefähr acht Wochen, schätzt Ernst Freisendorf von der Vereinsgemeinschaft Methler, fiel das Verschwinden auf. Das Schild stand an der Ecke Westicker Straße/Mühlenstraße in Westick. „Da ist jetzt nur noch ein leeres Holzgestell“, sagt Freisendorf und vermutet einen Diebstahl.

Verlust bei Bürgerversammlung gemeldet

Doch wer sollte ein Interesse haben, das nicht gerade kleine Ortsschild zu entwenden? Freisendorf kann sich nur vorstellen, dass das Objekt jetzt in irgendeinem Partykeller in Methler als Wandschmuck hängt. Erst wollte er den Diebstahl nicht an die große Glocke hängen, dann entschloss er sich aber doch, davon zu erzählen. Bei einer Bürgerversammlung am vorigen Mittwoch im Bürgerhaus Methler machte er auf den Verlust aufmerksam. Westick will sein Ortsschild wiederhaben.

Die unbekannten Täter haben bei ihrer Nacht- und Nebelaktion ausgerechnet das Schild erbeutet, das die Ehrenamtlichen aus der Vereinsgemeinschaft vor nicht allzu langer Zeit erneuert haben. „Besonders das Schild in Westick war vergilbt, das haben wir vor ca. drei Monaten ausgetauscht“, berichtet Freisendorf. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Täter gezielt das schönste Schild als Trophäe ausgesucht haben.

Diebe im Dorf: Westick will sein „1100 Jahre“-Ortsschild zurück

Fünf solcher Schilder-Standorte gibt es in Methler – hier an der Robert-Koch-Straße. © Stefan Milk

Ortsschilder litten unter Graffiti

Die Tafeln gehen auf die 1100-Jahr-Feier im Jahr 1998 zurück, sodass der Zahn der Zeit schon sichtbar an ihnen genagt hat. „Sie wurden zwischenzeitlich graffitibesprüht, was wir entfernt haben, so gut es ging“, schildert Freisendorf. „Einige Schilder haben gelitten, man konnte kaum etwas erkennen.“ Doch geklaut wurden sie nie. Außer in Westick gibt es noch vier weitere Standorte: an der Wasserkurler Straße, an der Robert-Koch-Straße, an der Hilsingstraße und an der Straße Altenmethler.

Beutestück ist vielleicht zu heiß

Freisendorfs Wunsch, das gestohlene Schild zu ersetzen, ist als aussichtsreicher Vorschlag für den Bürgerhaushalt platziert. Bürgermeisterin Elke Kappen (SPD) hatte bei der Bürgerversammlung in Methler insgesamt 34 Vorschläge bekommen – unter anderem für die Reaktivierung der Radstation am Bahnhof Methler und für die Schaffung einer Obstwiese.

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Weil die Bürgermeisterin nicht über weitreichende Vollmachten zum Durchsuchen Methleraner Partykeller ausgestattet ist, wie sie in der Bürgerversammlung scherzte, wird das gestohlene Schild nur dann wieder auftauchen, wenn den Dieben das Beutestück zu heiß wird. So war es vermutlich auch bei der verschollenen und dann wieder aufgetauchten Spiel-Schildkröte in der Kamener Fußgängerzone. Vereinsgemeinschaft-Chef Freisendorf hat den Diebstahl zwar bei der Polizei angezeigt, doch falls das nicht gerade unauffällige Zeugnis für die lange Tradition Methlers plötzlich wieder auftauchen sollte, wäre der oberste Vereinsfunktionär sicherlich nicht nachtragend.

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