Verbotene Fahrt endet auf der Anklagebank

dzFahren ohne Fahrerlaubnis

Obwohl er seine Fahrerlaubnis verloren hat, setzt sich ein 53-Jähriger ans Steuer – und wird erwischt. Das Urteil fällt wegen mehrerer Eintragungen hart aus: neun Monate Haft ohne Bewährung.

von Jana Peuckert

Kamen

, 09.10.2018, 18:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

2012 hatte ein Mann aus Kamen seine Fahrerlaubnis verloren. In den darauffolgenden Jahren wurde er dreimal wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verurteilt. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, sich am 6. Juni erneut ans Steuer zu setzen. Die verbotene Fahrt durch Kamen kam raus und der 53-Jährige landete auf der Anklagebank des hiesigen Amtsgerichts.

Dort wurde er am Freitag zu einer Haftstrafe von neun Monaten verurteilt. Er habe nur einer Bekannten helfen wollen, erklärte der Kamener. Diese habe mit den Armen vor dem Bauch und in von Schmerzen gekrümmter Haltung vor ihm gestanden – der Angeklagte stand im Gericht auf und machte die Bewegung der Frau nach. Sie habe ihn gebeten, sie nach Ahlen ins Krankenhaus zu bringen. Warum er sie nicht in das naheliegende Hospital in Kamen gebracht hatte, wollte der Richter wissen. Die Frau sei Bulgarin und in Ahlen gebe es einen Arzt, der ihre Muttersprache beherrscht, erklärte der 53-Jährige. Er habe nicht überlegt und sei einfach losgefahren, so der Angeklagte.

Neben den Urteilen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis hatte der Mann noch Eintragungen wegen Diebstahls, Kennzeichenmissbrauchs und Erschleichens von Leistungen angesammelt. Zuletzt war er im März wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Handeltreibens mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Dagegen legte der Mann jedoch Berufung ein – mit Erfolg. Das Landgericht sprach sich für eine Bewährung aus. Das hätte es wohl nicht getan, so der Richter am Freitag, wenn es gewusst hätte, dass der Angeklagte im Juni – vor der Entscheidung des Landgerichts – erneut ohne Fahrerlaubnis gefahren war.

Obwohl der Angeklagte gewusst habe, dass es um die Frage Knast oder nicht Knast gehe, sei er wieder gefahren, führte der Richter als gegen den Mann sprechenden Punkt an. Zudem wirkten sich die Eintragungen im Bundeszentralregister negativ aus. Bewährung gab es am Freitag nicht mehr. Stattdessen, unter Einbeziehung des Urteils vom März, neun Monate Haft. Der Verteidiger erkundigte sich direkt nach der Verhandlung nach der Geschäftsstelle. Ein mögliches Zeichen für die Einlegung einer Berufung.

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