Der Schauspieler Claus Dieter Clausnitzer, hier bei bei einer Drehpause zum Tatort Münster „Gott ist auch nur ein Mensch“, ist bundesweit bekannt als Herbert „Vaddern" Thiel. Zum Filmdreh kommt er jetzt nach Kamen und Bergkamen. © picture alliance/dpa
Neues Fehling-Projekt

Vaddern aus dem Münster-Tatort kommt zum Filmdreh – weitere Stars auch

Claus Dieter Clausnitzer ist einer von mehreren Stars, die der Komponist Reinhard Fehling für einen Musikfilm gewonnen hat. Nicht nur den Tatort-Vaddern, sondern auch weitere Fernsehstars.

Claus Dieter Clausnitzer, bekannt als Herbert „Vaddern“ Thiel aus dem beliebten Münster-Tatort, beteiligt sich an einem Musikfilm, den der Kamener Komponist und Musikwissenschaftler Reinhard Fehling in Angriff nimmt. Nicht nur Clausnitzer, sondern auch andere TV- und Bühnen-Stars sind dabei. Wie die Seriendarstellerin Birte Hanusrichter (Jenny – echt gerecht/Katie Fforde), die aus dem Dortmunder Schauspielhaus bekannte Kammerschauspielerin Barbara Blümel und Monika Bujinski (Marie Brand/Der Passau-Krimi). Drehort für den 45-minütigen Musikfilm ist die Ökostation in Bergkamen-Heil. Fehling, für anspruchsvolle Arbeiten bekannt, nutzte seine Verbindungen in der Kultur-Szene, um das hochkarätige Ensemble zu aktivieren.

Szenenfoto aus
Szenenfoto aus „Jenny – echt gerecht“ mit den beiden Hauptdarstellern Birte Hanusrichter und August Wittgenstein. Hanusrichter hat familiäre Wurzeln in Kamen und sagte für ein örtliches Musik-Projekt zu. © Claudius Pflug © Claudius Pflug

Idee für den Film aus der Not geboren

Eigentlich ist die Idee für den Musikfilm, in dem Fehlings Chor „Die letzten Heuler“ im Mittelpunkt steht, aus der Not geboren worden. Denn er hat jenes zum Inhalt, das eigentlich schon längst über die Bühne gehen sollte – und das buchstäblich. „Doch die Aufführung voriges Jahr war wegen Corona nicht möglich – und ist es dieses Jahr vielleicht auch nicht“, sagt Fehling.

Der Film ist sozusagen der Joker in der Corona-Krise, falls ein geplantes Konzert am 31. Oktober noch einmal ausfallen sollte. Noch ist es nicht soweit. Um 18 Uhr, so der Plan, soll das Programm dort starten. Aber nur, falls es keine Corona-Restriktionen gibt. „Wenn nur 16 statt 31 Sänger auf der Bühne stehen und dabei vier Meter Abstand halten müssen, dann wird es unmöglich“, sagt Fehling deutlich.

Die Kammerschauspielerin Barbara Blümel gehört zum Ensemble, das der Kamener Musikwissenschaftler Reinhard Fehling für einen Filmdreh zusammen gestellt hat.
Die Kammerschauspielerin Barbara Blümel gehört zum Ensemble, das der Kamener Musikwissenschaftler Reinhard Fehling für einen Filmdreh zusammen gestellt hat. © privat © privat

Über die Hoffnung und große Sehnsüchte

Sowohl im Konzert als auch im Musikfilm dreht es sich um die Astoria-Kompositionen des jüdischen Schriftstellers Jura Soyfer, der – von den Nazis verfolgt und verhaftet – 1939 im KZ Buchenwald starb. Fehling erstellte Arrangements zu Texten und Kompositionen, die sich um das erdachten Land „Astoria“ drehen.

Clausnitzer und Co stürzen sich als Landstreicher in die Phantasiewelt einer fiktiven Botschaft, über die Hoffnungen und große Sehnsüchte widergespiegelt werden. Die Träume werden aber immer wieder zerstört. Regisseur ist Michael Kamp, der mehrere TV-Produktionen vorweisen kann, beispielsweise für den Kultursender „arte“, hinter der Kamera steht der Filmemacher Dirk Baxmann.

Reinhard Fehling an seinem Flügel, an dem Kompositionen und Arrangements entstehen. Intensiv beschäftigte er sich mit Werken des Schriftstellers Jura Soyfer.
Reinhard Fehling an seinem Flügel, an dem Kompositionen und Arrangements entstehen. Intensiv beschäftigte er sich mit Werken des Schriftstellers Jura Soyfer. © Stefan Milk © Stefan Milk

Mehrere Drehtage auf der Ökostation in Heil angesetzt

Die Drehtage auf der Öko-Station stehen schon fest. Reserviert ist dort vom 6. bis 9. September, 29. und 30. September und vom 8. bis 10. Oktober. „Wir hoffen, dann das Wesentliche hinzukriegen“, sagt Fehling. Wie und wann der Film gezeigt wird, steht noch nicht fest. Das hängt auch davon ab, wie sich die Corona-Situation entwickelt. Diese sorgt nicht nur in der Zukunft für Unsicherheit, auch in den vergangenen anderthalb Jahren hat sie in der Chor-Szene einen erheblichen Flurschaden angerichtet. Seit April probt der Chor wieder in der Öko-Station. „Es war nicht leicht, den Chor, der aus 45 Mitgliedern bestand, soweit zusammenzuhalten, dass jetzt noch 35 da sind“, sagt Fehling.

Erweitertes Programm in der Konzertaula

Falls die Aufführung am 31. Oktober, 18 Uhr, in der Konzertaula wie geplant stattfinden kann, dürfen sich die Besucher auf ein erweitertes Programm freuen. Das, was voriges Jahr schon unter Corona-Restriktionen für eine Stunde ohne Pause geplant war, wird nun auf anderthalb Stunden Programm (plus Pause) ausgedehnt. Zusätzlich zu den sechs Soyfer-Liedern werden vier Songs des DDR-Sängers Gerhard Gundermann intoniert. Blümel und Kamp werden zudem szenisch lesen.

Die anderen Stars sind dann nicht dabei. Die stehen schon wieder woanders vor der Kamera.

Über den Autor
Redaktion Kamen
Jahrgang 1968, aufgewachsen in mehreren Heimaten in der Spannbreite zwischen Nettelkamp (290 Einwohner) und Berlin (3,5 Mio. Einwohner). Mit 15 Jahren erste Texte für den Lokalsport, noch vor dem Führerschein-Alter ab 1985 als freier Mitarbeiter radelnd unterwegs für Holzwickede, Fröndenberg und Unna. Ab 1990 Volontariat, dann Redakteur der Mantelredaktion und nebenbei Studium der Journalistik in Dortmund. Seit 2001 in Kamen. Immer im Such- und Erzählmodus für spannende Geschichten.
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Carsten Janecke

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