Untreue-Prozess gegen Ex-Vizebürgermeisterin: Ein Fünftel des Schadens wiedergutgemacht

dzKriminalität

Die Kamener Ex-Vizebürgermeisterin hat rund ein Fünftel des angerichteten Schadens wiedergutgemacht. Das wurde beim Untreueprozess im Landgericht Dortmund bekannt. Ihre neuen Chefs sind voll des Lobes über sie.

Kamen, Dortmund

, 06.12.2019, 13:06 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Betrugs- und Untreueprozess gegen die frühere Kamener Vizebürgermeisterin Bettina Werning könnte schon in der kommenden Woche zu Ende gehen. Die 58-Jährige hofft weiter auf eine Bewährungsstrafe.

Nachdem die Angeklagte zuletzt ein umfassendes Geständnis abgelegt und darin zugegeben hatte, ihren Arbeitgeber im Jahre hinweg um insgesamt mehr als 700.000 Euro betrogen zu haben, sind die Richter am Dortmunder Landgericht mit der Beweisaufnahme so gut wie durch. Weder ihre früheren Arbeitgeber – die Besitzer eines Kamener Elektrofachhandels – noch der Steuerberater dieses Unternehmens sollen noch als Zeugen gehört werden.

Jetzt lesen

Der Moment, in dem sie aufflog

Klar ist unterdessen auch, dass Bettina Werning seit dem Auffliegen der kriminellen Machenschaften alles getan hat, um so viele Pluspunkte wie möglich zu sammeln. Am Freitag erinnerte sie sich vor Gericht an den dunklen Tag im März 2017. Ihre beiden Chefs, der Steuerberater und noch ein weiterer Mann hätten sie in ein Besprechungszimmer gebeten und ihr sofort eröffnet, dass sie auf die unrichtigen monatlichen Buchungen zu ihren Gunsten gestoßen seien. „Ich habe sofort alles eingeräumt und gesagt, dass ich den Schaden so gut es geht wiedergutmachen will“, sagte Werning den Richtern.

Neue Jobs gefunden, Chefs sind voll des Lobes

Natürlich musste die langjährige Buchhalterin an diesem Tag ihren Arbeitsplatz verlassen. Doch schon wenige Wochen später fand Werning einen neuen Job. In diesem ist sie bis zum heutigen Tag tätig. Ihr Arbeitgeber weiß natürlich von den Verfehlungen aus der Vergangenheit. In einem Schreiben an das Gericht hat er sich trotz alledem überaus positiv über seine Mitarbeiterin geäußert.

Auch ein zweites Unternehmen, für das Bettina Werning einen zusätzlichen Minijob ausübt, ist voll des Lobes über die Einsatzbereitschaft der 58-Jährigen. „Jeder hat eine zweite Chance verdient“, hat dieser Arbeitgeber dem Gericht geschrieben. Und: „Außerdem pflege ich zu prüfen, was ich unterschreibe.“

Jetzt lesen

Rund 135.000 Euro Schaden ersetzt

Von dem immensen Gesamtschaden hat die frühere Kamener Bürgermeisterin auch schon einen Teil gutgemacht. Von diversen Konten, die sie im Laufe der Zeit angelegt hatte, sind mehr als 50.000 Euro zurück an den Elektronikfachhandel geflossen. Darüber hinaus hat sie den beiden Firmeninhabern eine Reihe von Lebensversicherungen abgetreten. Die Männer können nun selbst entscheiden, ob sie einen Rückkauf anstreben oder die Versicherungen weiterlaufen lassen. Den Wert dieser Policen beziffert Wernings Rechtsanwalt auf rund 85.000 Euro. Zusammen ist das rund ein Fünftel der Schadenssumme.

Täter-Opfer-Ausgleich

Gut möglich, dass die Richter diese Bemühungen in ihrem Urteil als Teil eines offiziellen Täter-Opfer-Ausgleichs honorieren werden. Damit würde sich der Strafrahmen deutlich nach unten verschieben und die Hoffnungen von Bettina Werning, am Ende mit einer Bewährungsstrafe aus dem Gericht zu gehen, würden weitere Nahrung erhalten.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Gastronomie in Kamen
L’Osteria geht auf Personalsuche: Im neuen Mega-Restaurant jeden Tag Bella Italia erleben
Hellweger Anzeiger Sicherheit
Brücken-TÜV nimmt Bauwerke am Fluss ins Visier: Fünf Brücken auf Standsicherheit abgeklopft
Hellweger Anzeiger Vor Sparkasse Unna-Kamen
Absperrbake landet auf öffentlichem Kunstwerk: Von Bronze-Figuren auf Händen getragen
Meistgelesen