Ungeduldiger Autofahrer zwängt sich durch Einsatzstelle – und zerstört Hydranten

dzSchaden bei Feuerwehreinsatz

Meterhoch schoss eine Wasser-Fontäne beim Feuerwehreinsatz plötzlich gen Himmel. Umstehende Schaulustige sprangen kreischend zur Seite. Der Grund: Einem Autofahrer hatte es zulange gedauert.

Kamen

, 21.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei dem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus an der Schulstraße/Ecke Weststraße in Kamen waren am Dienstagabend mehr als 80 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um die Bewohnerinnen in Sicherheit zu bringen und die Flammen zu löschen. Vier Rettungswagen, zwei Notarztwagen, der Leitende Notarzt, der Organisatorische Leiter Rettungsdienst und unzählige Polizisten samt Fahrzeugen waren vor Ort. Nicht nur die Kreuzung, auch die Zufahrtsstraßen waren abgesperrt, überall zuckte Blaulicht.

Autofahrer gibt einfach Gas

Doch all das scheint einen Autofahrer nicht weiter beeindruckt zu haben. „Es hat ihm wohl alles zu lange gedauert“, beurteilt Armin Gartmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Kamen, das, was dann folgte: Der Mann stieg in sein unmittelbar an der Einsatzstelle parkendes Auto und fuhr los. Alle Warnrufe halfen nichts: Er touchierte das für die Löschwasserversorgung notwendige und im Hydranten steckende Standrohr der Feuerwehr – und binnen Sekundenbruchteilen schoss eine meterhohe Wasserfontäne gen Himmel. Die umstehenden Schaulustigen sprangen kreischend zur Seite – die Feuerwehrleute mussten kämpfen, um den Wasserfluss wieder stoppen zu können.

Großer Schaden an Standrohr und Hydranten

„Unser Standrohr ist jetzt kaputt“, berichtet Gartmann am Tag darauf auf Nachfrage. Die Klaue, mit der das Standrohr am Hydranten montiert wird, sei abgerissen worden. Auch wenn es sich um Feuerwehr-Spezialequipment handelt, das nie preisgünstig zu ersetzen ist, hält sich der finanzielle Schaden hier noch in Grenzen, den der ungeduldige Autofahrer verursachte. Schlimmer ist wohl der Schaden am Unterflurhydranten selbst.

Noch am späten Abend rückte der Notdienst von Gelsenwasser an, um den Schaden provisorisch zu beheben. Der Wasserversorger und der heimische Anbieter GSW Wasser plus können den tatsächlich entstandenen Schaden derzeit aber noch nicht beziffern.

Feuerwehreinsatz nicht beeinträchtigt

Zumindest die Arbeit der Feuerwehr beeinträchtigte der Vorfall zu diesem Zeitpunkt nicht mehr allzu schlimm. „Das Feuer war da schon unter Kontrolle. Wir waren bei den Nachlöscharbeiten“, erklärte Gartmann. Zudem befindet sich im Innenstadtbereich alle 80 Meter ein Hydrant – und für die Zeit, bis alles an einen Ersatz-Hydrant angeschlossen ist, hat die Feuerwehr Überbrückungsmöglichkeiten.

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„Wir haben einen 2400 Liter Wasser Puffer auf jedem Fahrzeug“, so Gartmann. Und sollte es weitere Löscheinsätze in dem Gebiet geben, weiß die Feuerwehr, dass sie den defekten Hydranten erst einmal nicht mehr nutzen kann, teilte Stadtsprecher Rüdiger Büscher mit.

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