Unerwartete Funde im Wassergraben des Heerener Schlosses (+Video)

dzHistorische Relikte

Der Wassergraben des Heerener Schlosses wird viele seiner Geheimnisse wohl behalten. Das zeigt sich beim Entschlammen des Teichs rund um den Adelssitz. Geschichtsträchtige Fundstücke gibt es aber doch.

Kamen, Heeren-Werve

, 18.10.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Das Entschlammen des Wassergrabens am Schloss Heeren ist mühsamer als gedacht. Der Saugschwimmbagger muss es mit einer unerwartet dicken Schlammschicht aufnehmen. Zudem verhaken sich Steine in der Maschine – und unerwartete Fundstücke. „Das Projekt ist noch nicht abgeschlossen. Wir brauchen voraussichtlich noch bis Anfang nächster Woche“, sagte Projektleiter Michael Gerold am Freitag.

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Baggern für den Erhalt des Heerener Schlosses

Schlossherr Friedrich-Christian von Plettenberg ging ursprünglich von einer rund einwöchigen Dauer aus, als er gemeinsam mit Gerold die Maßnahme zum Schutz des Baudenkmals vor Einsturzgefahr plante. Die Baustelle besteht seit Anfang voriger Woche.

Die Verzögerungen bedeuten auch, dass eine provisorische Wasserleitungsbrücke über die Heerener Straße noch länger stehen bleibt. Über dieses Gerüst wird der Gräfte frisches Wasser zugeführt. Das Entschlammen dient dazu, den Pegel so einzustellen, dass das Fundament des 400 Jahre alten Barockbaus nicht aus dem Wasser ragt. Nach zwei trockenen Sommern hatte der Schlossherr dringenden Handlungsbedarf gesehen. Es ist das erste Mal seit 50 Jahren, dass der Wassergraben ausgebaggert wird.

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Unvorhergesehene Fundstücke

Die Aktion brachte neben Steinen einige unvorhergesehene Fundstücke zutage. „Alte Tüten, eine Gardine und verkohltes Holz“, berichtete Projektleiter Gerold. Bei dem verkohlten Holz soll es sich um Relikte eines Dachstuhlbrands im Dezember 1944 handeln. „Dort gab es einen Kurzschluss“, weiß Ortschronist Karl-Heinz Stoltefuß.

Nicht aufgetaucht sind bislang Glashumpen und ein Schlüssel, von denen der Schlossherr weiß, dass sie in jüngeren Jahren im Wasser landeten. Was aus dem Schlossteich herausgesaugt wurde, sollen sich später noch Archäologen ansehen.

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Baggern und Saugen für den Erhalt des Heerener Schlosses

Am Heerener Schloss laufen Arbeiten, die dem Erhalt des Fundaments dienen. Ein Saugschwimmbagger ist im Einsatz.
08.10.2019
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Solange Wasser das Fundament des Heerener Schlosses umschließt, ist es geschützt. Ein dauerhaft niedriger Wasserpegel gefährdet das Fundament.© Borys P. Sarad
Das Heerener Schloss stammt aus dem Jahr 1606 und ist auf einem Eichenpfahlrost gegründet. © Borys P. Sarad
Thomas Feder von der Gewässerpflege-Fachfirma Sepp führt den Saugschwimmbagger, der den Schlossteich entschlammt.© Borys P. Sarad
Der Bagger hat einen Arbeitsradius von drei bis vier Metern und muss 4500 Quadratmeter Fläche abfahren.© Borys P. Sarad
Im Laufe der Jahre haben sich Laub, Schwebstoffe und anderes organisches Material im Schlossteich abgelagert. © Borys P. Sarad
Das Wasser-Schlamm-Gemisch wird über einen 200 Meter langen Schlauch von der Gräfte auf einen Acker abgepumpt.© Borys P. Sarad
Friedrich-Christian Freiherr von Plettenberg und Michael Gerold von der Firma Gerold Garten- und Landschaftsbau auf der Baustelle.© Borys P. Sarad
Der Schlossgraben ist zwischen einem halben und einem Meter tief. Einst diente er als letzte Verteidigungslinie. Davor gab es noch zwei andere, die heute nicht mehr erhalten sind.© Borys P. Sarad
Blick auf den Arbeitsbereich auf der Nordseite des Schlosses. Das Herrenhaus ist nicht etwa ein Museum, sondern der Wohnsitz der Familie von Plettenberg.© Borys Sarad
Friedrich-Christian Freiherr von Plettenberg: Erst wenn das Wasser rund 20 Zentimeter höher steht, ist das optimal für das Fundament.© Borys Sarad
Hier befand sich ein Anbau, der 1982 abgerissen wurde.© Borys Sarad
Solche Glashumpen landeten zur Feier des 25. Geburtstag von Friedrich-Christian von Plettenberg (53) in der Gräfte. Ob sie jetzt wieder auftauchen?© Borys P. Sarad
Das Heerener Schloss wurde im frühbarocken Stil erbaut. Neben dem Herrenhaus gibt es noch eine dreiflügelige Vorburg mit zweigeschossigem Torhaus sowie eine Orangerie.© Borys P. Sarad

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