Und immer wieder das Glücksschwein Jolante: Das Ur-Tier aus dem Schweineclub

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Das Schwein Jolante ist das Ur-Tier des Schweineclubs: Aus einer Bierlaune heraus gründete sich der Club mit dem eigenwilligen Namen, um zu zeigen, wie ein Schwein ordentlich aufgezogen wird.

Kamen

, 01.01.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Schwein Jolante. In Heeren-Werve ein wahres Glücksschwein. Zumindest auf Zeit. Es ist sozusagen das Ur-Tier des Schweineclubs aus Heeren, jener Club mit dem ungewöhnlichen Namen, der in diesem neuen Jahr sein 35-jähriges Bestehen feiert - passend zum 25. Heerener Mahl, das im neuen Jahr in der Stadthalle mit dem Rockstar Peter Maffay als neuen Hornträger gefeiert wird.

Kaum jemand im Jubeljahr weiß heute aber noch, welche Rolle das Urschwein Jolante in der Schweineclub-Geschichte spielte.

Altbürgermeister forderte die Landwirte heraus

35 Jahre Schweineclub Heeren. Entstanden ist er durch Zufall - oder besser gesagt: durch eine Bierlaune, wie sich Schweineclub-Mitglied Friedrich-Christian Freiherr zu Plettenberg, der stellvertretender Vorsitzender ist, erinnert.

Es sei Kamens damaliger Bürgermeister Werner Berg gewesen, der bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag im Jahr 1984 auch zahlreiche Landwirte aus Heeren empfing.

Und bei einem zünftigen Schoppen ein Thema auf den Tisch brachte, das auch heute noch kontrovers diskutiert wird: Die örtliche Bauernschaft, so frotzelte er damals, sei doch gar nicht mehr in der Lage, ein Schwein artgerecht aufzuziehen - zu kleine Ställe, zu viele Medikamente wie Antibiotika, zu wenig Respekt vor dem Tierwohl. „Ihr seid echte Chemos!“, frotzelte er und lachte.

Das Clubziel: Ein Schwein großziehen

Echte Chemos? All die Frotzeleien, auch wenn sie gut gelaunt in geselliger Runde fielen, wollten Heerens Landwirte denn doch nicht auf sich sitzen lassen. Ein Schlips- und Kragenträger wie der Bürgermeister - wie konnte der denn überhaupt wissen, wie die Heerener Schweine groß werden?, hieß es.

Um zu beweisen, wie artgerechte und vorbildliche Tierhaltung in der Landwirtschaft funktioniert, gründete sich folglich 1985 der Schweineclub Heeren. Zweck des Clubs: Ein Schwein großziehen!

Und zwar ein Jahr lang bis zum Schlachtfest in der ersten Dezemberwoche. „Alle Schweine hießen fortan Jolante - Jolante eins, Jolante zwei, Jolante drei und so weiter“, so Plettenberg.

Bei den regelmäßigen Besichtigungen auf dem Hof von Wilhelm Ernst Volkermann wurden Haltungsbedingugen und Gesundheitszustand des Tieres kontrolliert. Mit dem Schlachtfest wurde mit Traditionsgastronom Walter „Igel“ Sellmann gewurstet, gepökelt und eingelegt - mit Würsten und Schinken.

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Jolante - der Name ist außer Gebrauch gekommen

Seit 1985

Der Schweineclub

  • Der Schweineclub ist im Jahr 1985 gegründet worden und hat aktuell 27 Mitglieder im Alter zwischen 24 und 92 Jahren. Ältestes Mitglied ist Pastor Heinz-Georg Weber.
  • Herbert Krollmann, der 13 Jahre Präsident war, ist bei der jüngsten Hauptversammlung abgelöst worden. Nachfolger ist Lukas Thiel. Als Schatzmeister fungiert Jürgen Flunkert.
  • Gleichzeitig ist eine neue Satzung in Kraft getreten. Demnach kann der Präsident nach einer dreijährigen Amtsperiode nur einmal wiedergewählt werden. Dann muss er mindestens eine Wahlperiode aussetzen, bevor er wieder als Präsident antreten darf.

Egal, ob Jolanthe, Jolante oder Jolande: Der Name, so heißt es, stammt womöglich von dem griechischen Vornamen Iolanthe aus dem Altgriechischen „iole“ für violett und „anthos“ für Blume ab.

Seit dem Lustspiel „Krach um Jolanthe“ von August Hinrichs (1930), in dem ein Schwein diesen Namen trägt, ist der Vorname in Deutschland allerdings außer Gebrauch gekommen - außer für Schweine.

Aber auch das Heerener Jahres-Schwein mit dem Namen „Jolante“ gibt es nicht mehr. „Zwei- bis drei Mal im Jahr treffen wir uns nun zur Ferkelbeschau“, so Plettenberg.

Wie auf dem Hof von Schweineclub-Mitglied Gerrit Möllmann, der für seine vorbildliche Haltung bekannt ist und auch einen Direktverkauf dort hat. „Alle gehen dann in den Stall und gucken, ob da ein Ferkel ist, das noch anabolikasüchtig ist“, scherzt Plettenberg. Das Ergebnis war freilich immer eindeutig: Eine Antidoping-Kommission musste bisher nicht tätig werden.

Das Schwein Jolante - passend zum neuen Jahr eine Art Glückschwein, wenn auch nur auf Zeit.

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