Umgehungsstraße aus Unna: Neue Sorgen an der Werver Mark

dzHeimatverein meldet sich

Anwohner streiten darum, die Verkehrsbelastung auf der Werver Mark zu mindern. Doch eine Umgehungsstraße, die in den Unnaer Ostdörfern gefordert wird, könnte noch mehr Verkehr herbeiführen.

Kamen

, 26.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Barbara und Josef Cornelissen setzen sich in der Nachbarstadt Unna dafür ein, ihre Heimat lebenswert zu erhalten. Doch mit Blick in die verkehrsreiche Zukunft rund ums Kamener Kreuz wittern sie eine neue Gefahr auch für Kamen. Eine Umgehungsstraße, die für Mühlhausen und Lünern gefordert wird, könnte die Situation auf der Werver Mark künftig weiter verschärfen, befürchten sie. „Diese Straße würde dann von der B1 aus an Lünern, Nordlünern und Mühlhausen vorbei quer durch die Landschaft führen und auf der Heerener Straße in Mühlhausen enden“, so Barbara Cornelissen, Vorsitzende des Vereins für Heimat und Natur Mühlhausen/Uelzen. Ein Verkehrsgutachten, das die Perspektiven einer solchen Straße ausloten soll, ist beim Kreis Unna in Planung.

Umgehungsstraße aus Unna: Neue Sorgen an der Werver Mark

Barbara und Josef Cornelissen setzen sich in der Nachbarstadt Unna dafür ein, ihre Heimat lebenswert zu erhalten. Eine Umgehungsstraße, die für Mühlhausen und Lünern geplant wird, könnte die Situation auch auf der Werver Mark künftig verschärfen, befürchten sie. © Dirk Becker

Rodung alter Baumbestände befürchtet

Wie berichtet hat Peter Streich, Anwohner der Werver Mark, einen Vorstoß unternommen, die Verkehrsbelastung, die auf der Ortsdurchfahrt liegt, zu mindern. Es geht dabei um den Grad der Luftverschmutzung, der über eine Feinstaubmessung bestimmt werden könnte. Aber auch um Verkehrslärm, vor allem erzeugt durch den Lastverkehr. Ein Faktor, der auch von der aktuellen Lärmaktionsplanung, für die jetzt ein neuer Abschnitt beginnt, aufgegriffen wird. Die mögliche Planung aus Unna, so Barbara Cornelissen, würde von der Heerener Straße in Mühlhausen Richtung Norden geführt und letztlich über die Mühlhauser Straße und Schillerstraße auf die Werver Mark geleitet. Sie befürchtet: „Zu diesem Zweck müsste dann auch die Heerener und Mühlhauser Straße mit erheblichen Baumaßnahmen, verbunden mit der Rodung alter Baumbestände, den künftigen Anforderungen angepasst werden.“

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Noch mehr Schwerlastverkehr zwischen Kamen und Unna

Die Vereinsvorsitzende, die sich mit ihren Mitstreitern vor allem um die Erforschung des Mühlhauser Quellgebiets mit Paschquelle und Weidenquellen verdient gemacht hat und jährlich den Tag der Weide ausrichtet, gibt auch schon eine Prognose ab, wie sich die Verkehrssituation zwischen Unna und Kamen entwickeln könnte: Noch mehr Schwerlastverkehr, der von der A44, Anschlussstelle Werl, über die B1 und die neue Umgehungsstraße in die örtlichen Gewerbegebiete und Logistikzentren fahren. „Auf diese Weise würden diese Fahrer die oft verstopften Autobahnkreuze umfahren und obendrein noch die Maut sparen.“ Sie betont, dass der Verein aus Unna den Bau einer Umgehungsstraße kategorisch ablehnt - auch wegen der weiteren Zerstörung der Landschaft. Zudem fordert sie mehr Kontrollen gegen unzulässige Schwerlastverkehre, um die Strecke unattraktiv und letztlich eine Umgehungsstraße entbehrlich zu machen.

Verkehrsgutachten ist in Planung

Die Ortsvorsteher von Lünern sowie Mühlhausen-Uelzen hatten das Thema im vergangenen Jahr auf die Tagesordnung der Ortspolitik gesetzt: Zu viel Verkehr rolle durch Teile der Unnaer Ostdörfer, hieß es. Anja Kolar und Dietmar Griese hatten zur Entlastung den Bau einer neuen Straße vorgeschlagen. Die Verbindung würde durch den Ausbau eines Wirtschaftsweges entstehen, der nördlich von Mühlhausen die Heerener Straße mit Nordlünern verbindet. Der Kreis Unna, der diese Straße bauen müsste, hatte daraufhin von der Unnaer Politik die Bitte erhalten, die Möglichkeit einer solchen Straße zu prüfen. Ein Verkehrsgutachten sei in Planung, hatte Jürgen Busch, Sachgebietsleiter Straßenbau, auf Anfrage der Redaktion geäußert. Wenn Zählungen von einem Fachbüro ergäben, dass eine solche Straße Vorzüge bringe, könnte man eine Planung in Angriff nehmen.

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