Überrascht über hohes Tempo beim VHS-Haus-Verkauf

dzStädtischer Immobilien-Deal

Die Zentrale der Volkshochschule steht vor dem Verkauf. Es gibt es nicht nur Kritik, sondern auch Wünsche. Es sollte möglich sein, so heißt es, das Haus zu bestimmten Anlässen zu öffnen.

Kamen

, 17.10.2018, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die örtlichen Heimatpfleger sind überrascht, mit welchem Tempo die Stadt das VHS-Haus am Geist verkaufen wird. Sie äußern sich aber nicht nur negativ über den bevorstehenden Immobiliendeal, der Geld in die Stadtkasse spülen wird. „Wenn es einen Käufer gibt, der all die denkmalschutzrechtlichen Auflagen erfüllt, dann kann das auch gut gehen“, so Karl-Heinz Stoltefuß.

Der Heeren-Werver sitzt als sachverständiger Bürger im Planungs- und Straßenverkehrsausschuss. Zudem ist er Ortsheimatpfleger für seinen Ortsteil. Lieber wäre es ihm freilich, wenn das auffällige Objekt mit seiner schutzwürdigen Apothekeneinrichtung im Besitz der Stadt bliebe. „Man kann sich schlecht vorstellen, dass sich jemand in der Apotheke sein Wohnzimmer einrichten kann.“

Wilfrid Loos ist Ortsheimatpfleger für Wasserkurl. Die Innenstadt ist eigentlich nicht sein Gebiet. Eine deutliche Meinung zu dem Vorgang hat er als Sprecher der Kamener Ortsheimatpfleger. „Das Haus ist doch Eigentum der Bürger. Wir sollten es nicht zulassen, dass die Stadt es verscherbelt.“ Er halte es zwar auch für möglich, dass das Haus in privater Hand denkmalschutzgerecht erhalten werde, eine Garantie allerdings gebe es dafür nicht. Wer verweist auf die jüngsten Diskussionen um den sozialen Wohnungsmarkt, der durch zunehmende Privatisierung kommunalen Eigentums in Schieflage geraten sei. „In der Privatwirtschaft zählen doch nur zweistellige Renditeraten.“

Wie berichtet war Wirtschaftsförderin Ingelore Peppmeier selbst überrascht, dass sich für das VHS-Haus so schnell ein Interessent gefunden hat. Mit dem Wechsel der Volkshochschule im ersten Halbjahr kommenden Jahres nach Heeren-Werve, gibt es kein städtisches Nutzungsinteresse mehr. Das Haus ist nicht barrierefrei; es gilt im Angesicht denkmalschutzrechtlicher Auflagen als schwierig, es für bürgerfreundliche Angebote zu optimieren. Die Verhandlungen mit einem nicht genannten Investor, so hieß es, stünden in den Schlussverhandlungen.

Wünschenswert für Stoltefuß wäre, wenn die Stadt Kamen noch einmal das Amt für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Münster einschalten würde, um die Wertigkeit des Objekts über die Apothekeneinrichtung hinaus zu ermitteln. „Es wäre interessant, eine Stellungnahme zu erhalten.“ Zudem würde er sich wünschen, wenn es der künftige Eigentümer ermöglichen würde, das Gebäude zu bestimmten Terminen für Besichtigungen zu öffnen – beispielsweise bei Führungen der Gästeführergilde oder an Tagen des offenen Denkmals.

Bei dem Haus handelt es sich um einen zweigeschossigen, fünfachsigen Backsteinbau. Er wurde 1886 im Stil der französischen Neo-Renaissance errichtet. Die Fassade ist durch rote Ziegelflächen und Putzgesimse gegliedert. Auf der linken Seite ein vorspringender Turm mit einer Aussichtsplattform mit Gitter; rechts ein breiter übergiebelter Vorsprung mit Fenstern (Utlucht). Der Turmhelm und das gaubenbesetzte Mansarddach sind schiefergedeckt. Das Mansarddach wurde 1925 verändert.
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